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Mein Traumtagebuch ist umgezogen: KLICK

Wege

26
Aug
2009

Wasser mähen

Traum:
Einer dieser lauen Sommerabende. Spaziergang im goldenen Licht der tief stehenden Sonne. Ich schiebe unbeschwert meinen Spindelmäher den Gehsteig entlang.

Was allerdings langsam nervt, das ist das kleine Plastiktütchen mit einem Stückchen Putenfleisch, das vor der Spindel befestigt ist. Ich weiß nämlich nicht, wozu das gut sein soll. Warum es nicht einfach abfällt. Außerdem hat es einen Hund angelockt, den ich jetzt nicht mehr loswerde. Immer wieder hechtet er, nach einem Schnuppern, auf das Fleischstück zu, ohne es zu erhaschen. Warum packt er es nicht? Das gibt es doch gar nicht! Ganz klar, es braucht Ablenkung, wenn ich den Hund loswerden will. Im nächsten Augenblick jagt eine kräftige, schwarz-graue Katze eine stattliche Maus direkt vor dem Spindelmäher vorbei. Der Hund erblickt die Maus und nimmt sofort ihre Fährte auf. Supi!! Ich beschleunige meine Schritte, damit ich verschwunden bin, ehe der Hund sich an mein Fleischstückchen erinnert.

Der Gehweg endet, mündet nach links in einen anderen Gehsteig, der eine Allee mit feucht-frischen Baumkronen begleitet. Hier oben - ich habe das Ortsempfinden 'Heidwende/Worpswede' – gibt es gut Gras zu mähen. Dicht und saftig stehen die Grashalme. Es macht Spaß, die Halme abzurasieren, zu schauen, wie ein grüner Teppich entsteht. Das Gras ist ziemlich lang und ich befürchte kurz, mein Spindelmäher könnte überfordert sein. Ganz hoch wogt das Gras nun! Aber der Mäher gleitet ganz leicht durch. Als das Gras beiseite fällt ist unerwartet zu sehen, dass ich gar kein Gras mehr mähte, sondern schlammiges Wasser kürzte, woraufhin sich der wasserdurchtränkte Meeressand offenbart. Oh, ich ahnte nichts von dem Meer hier. Einen Augenblick spüre ich den Anflug eines peinlichen Gefühls... dann ist es vorbei. Ich hatte mich halt geirrt. Ich mähe weiter, den Grünstreifen neben dem anderen Gehsteig, im Schatten der Bäume, wo unter anderem Mukono mit einigen anderen Franzosen steht und plaudert.

...

Warum kann nicht alles so sein, wie ich es mir vorstelle? Jaja, das hätte ich manchmal gern. Aber ist das wirklich so? Ich bin dankbar, dass nicht alles meinen Vorstellungen entspricht, da sich diese stets in meinem beschränkten Rahmen abspielen. So viele Erfahrungen, für die mir - hätte ich die Wahl gehabt - der Mut gefehlt hätte. Wege jenseits der Grenze. Erfahrungen, die meine Vorstellungen weit überstiegen. Wege, die ich mir nicht zugetraut oder für unmöglich gehalten hätte. Mein Herz läuft über, ich kann die Wunder kaum fassen. Welch wunderbares Leben, das mich so reich beschenkt.

16
Jul
2009

20 Laibe zur Hochzeit

Traum:
Der letzte Tag im Erdhügel vor den dreiwöchigen Ferien. Zum Abschluss eine kleine Feier. Achmed händigt mir zwei Schlüssel aus. Einer der Schlüssel hat einen schwarzen Kunststoffgriff – vielleicht der Schlüssel für ein Fahrrad- oder Tankschloss. Während ich diese beiden Schlüssel auf mein Schlüsselbund – es trägt ungewöhnlich Schlüssel – aufziehe, werde ich unterbrochen und lege alles auf dem Tisch ab. Dort liegt bereits ein ähnliches Schlüsselbund. Als ich kurz darauf mein Schlüsselbund wieder an mich nehme, steckt Achmed gerade einen Schlüssel an seinen Bund. „Achmed, Du hast den Schlüssel zurückgenommen!“ Achmed, der links neben mir steht, wirkt müde und erschöpft. Sein Dreitagebart verrät, dass er die letzten drei Tage ununterbrochen hier gearbeitet hat. Da ist es auch kein Wunder, dass er den Schlüssel versehentlich wieder an sich nimmt.

Ich wünsche ihm erholsame Ferien. Daraufhin fällt ihm ein: „Wenn der Wunsch besteht, kann am 26. Mai gefeiert werden!“ Will sagen, Achmed gestattet mir, die Räume auch während der Schließungszeiten nutzen zu dürfen – deswegen wohl auch die Schlüsselübergabe.
Ah ja, an dem Tag gibt es ja einen feierlichen Anlass. Hatte gar nicht bedacht, dass dieser Tag in die Ferien fällt.
Ich stimme zu: „Na klar, ich kümmere mich darum.“ So kann er ganz beruhigt in die Ferien gehen.

Zum Ende der kleinen Feier bekommt jeder ein Geschenk zum Abschied. In einer bäuerlich wirkenden Stube. Ein langer Holztisch mit einfachen Bänken an seinen Seiten. Hier sitzt das Brautpaar. In drei Wochen werden sie heiraten und dies groß feiern. Man merkt ihnen an, dass sie Ackerbauern sind – erdverbunden, gerade heraus, mit kräftigen Arbeitshänden. Sie haben bereits heute ein Hochzeitsgeschenk bekommen, weil ja die Ferien bevorstehen und es hinterher zu spät sein könnte. Dieses Geschenk gehört mit zu den großzügigsten Geschenken anlässlich dieser Feier. Der Schenkende, eine väterlich-herzliche Autorität, hat sich wahrlich nicht lumpen lassen:
Er schenkt dem Brautpaar den gesamten Brotvorrat für die große Feier. Die frisch gebackenen Brotlaiber liegen in zwei Reihen auf dem Tisch. Es dürften um die zwanzig runde Laiber sein – sehr groß und hoch, sicher wiegt ein jedes an die zweieinhalb Kilo. Sie sind beim Backen in der Mitte lecker aufgebrochen, mit Mehl bestäubt. Wunderbar, davon werden alle Gäste satt. Jedoch... die Feier findet in drei Wochen statt. Normalerweise verdirbt das Brot schon vorher.

Das Brautpaar sitzt mit entgeistertem Gesichtsausdruck am Vespertisch. Sie sagen nichts, sind tief betroffen. Welch eine wunderbare Geschenkidee! Welch eine Großzügigkeit! Allerdings... An sich hatten sie sich darauf gefreut, während der nächsten drei Wochen Ferien zu machen, sich von all der Mühsal auf dem Acker und in der Küche zu erholen. Daraus wird nichts werden. Die Brotpflege dürfte sie mächtig auf Trab halten. Vor allem die schwüle Hitze dieser Tage fördert den Verderb ja noch. Wenn das Brot nämlich bis zur Hochzeit frisch bleiben soll, so muss es in feuchte Geschirrtücher – nicht zu feucht, aber auch nicht zu trocken! – gelegt werden, die jeden Tag gewechselt und in den richtigen Feuchtezustand gebracht werden müssen. Kann auch sein, dass zwischendurch mal trockene Tücher oder Plastikbeutel zum Einpacken sein müssen – das will alles wohl überlegt und abgewogen sein. Die Temperatur muss stimmen, die Brote müssen ständig auf ihren Zustand hin kontrolliert werden. Das heißt also nicht nur keine Ferien, sondern bedeutet so richtig Drehzahl! Das Brautpaar tuschelt mit dem Hochzeitsfestbereiter; sie überlegen, wie vorzugehen ist. Die schwere Betroffenheit spüre ich bis ganz tief in mich hinein. Eigentlich wäre die Freude groß und Dankbarkeit erfüllte sie. Doch drei Wochen zu früh...

Der Kfz-Mechaniker kommt. Ein zuvorkommender, freundlicher und hilfsbereiter Mann von etwa vierzig Jahren. Er bittet mich in seine kleine Werkstatt. Auf dem Weg dorthin greift er gleich Werkzeug und Material aus den Regalen im Lager. Darunter befindet sich auch ein langer, kantiger Nagel. Damit eilt er mir voraus und angesichts des Nagels entfleucht es ganz spontan und scherzend meinen Lippen: „Sie müssen mich nun aber nicht...“ Ich lasse den Satz vielsagend offen – vielleicht kennt er aber den Ausdruck „Nageln“ dafür auch gar nicht.

An seiner Körperhaltung bemerke ich, wie er kurz stutzt, dann lacht er herzlich und beginnt mit seiner Arbeit. Ja, so gefällt mir das. Auf dem Werkzeugwagen neben der Grube liegt ein großes Schlüsselbund, ähnlich meinem. Daneben ein Glas Cola – kühl, prickelnd. Doch das Glas ist fast ausgetrunken. „Eigentlich dachte ich...“ murmele ich, woraufhin der Mechaniker antwortet: „Ich habe es getrunken.“ „Ah, okay... das ist nicht schlimm!“ versichere ich. Ein Schlüssel fällt besonders ins Auge: ein Schlüssel mit schwarz ummanteltem Griff.

Gerade erzählte Wilma, wie gelassen sie inzwischen ist. Sie freut sich über das, was sie hat und es macht ihr nichts aus, etwas nicht zu haben oder zu erreichen. So sitzt sie an dem langen Tisch im Seminarraum.

Als Kornath nun verkündet, ihre Träume aus Zeitmangel nicht mehr deuten zu wollen, da bricht sie in heiße Tränen aus. Sie schluchzt laut und lässt sich kaum beruhigen. Das ist schon etwas peinlich, zumal sie ja gerade groß damit tönte, dass sie darüber hinaus sei, bestimmte Erwartungen zu haben. Ich stelle mich vor sie hin, nehme ihren Kopf wiegend in meine Arme, um sie zu trösten und beruhigen. Sage: „Aber Du hast doch heute gar keine Träume mitgebracht; da passt es doch sowieso?!“ Daran hatte sie wohl nicht mehr gedacht. Dennoch beruhigt sie sich nur langsam, realisiert nicht wirklich, dass sie heute gar keinen Traum hatte und deshalb auch keinen erzählen kann. „Es gibt gerade nichts zu analysieren.“

Traumpfad:
Mühlenbrot -> Umbecker Mühle / Weyerdeelen-Umbeck -> Rad im Baum

2
Jul
2009

Internet - vielleicht am Samstag

Traum:
Einer dieser langen, lauen Sommerabende. Die Stadt kommt zur Ruhe. Hier, am Wiener Stadtrand, lässt einen die Steppe in einem südlichen Land wähnen. Ich suche einen Radparkplatz für die kommende Nacht. Zwar stehen hier ein paar Fahrradständer herum, aber niemand nutzt diese, da diese Gegend – Bahnhofsviertel – für häufige Fahrraddiebstähle bekannt ist. So frage ich eine Frau, die in ihrem von grünem Laub umrankten Garten sitzt und ihre reichhaltige Ernte verarbeitet, die sie vom Garten nach Haus getragen hat. Es ist eine so schöne, ganz stille Stimmung. So viel Frieden und Zufriedenheit. „Darf ich mein Rad für diese Nacht in ihrem Garten parken?“

„Aber ja!“ sagt sie, als sei es eine selbstverständliche Sache. Das ist ja schön. Als ich mein Rad abgestellt habe, kommt mir die Idee, ins Internet zu gehen. So frage ich: „Darf ich bei Ihnen mal ins Internet?“

Ein schlanker Schwarzhäutiger kommt mit langen Schritten herbei und antwortet höflich: „Ja klar, aber noch nicht. Vielleicht am Samstag!“ Darüber hinaus macht er einige Vorschläge, was ich hier als Gast machen darf, schränkt aber immer ein: „Aber noch nicht. Vielleicht am Samstag.“

Dann tanze ich ein wenig hin und her, drehe die Füße nach innen, nach außen, nach innen und so weiter, und bewege mich so seitwärts voran. Dabei habe ich fest meine Füße in schwarzen, wildledernen Tanzballerinas im Auge. Dazu trage ich schwarz-weiß geringelte Kniestrümpfe. Ich bin so glücklich.

Das ist ja wirklich nett. Hier kann man sich wohlfühlen. Dennoch überlege ich, mein Rad doch noch in einen der öffentlichen Radständer zu parken. Das ist ja so friedlich hier und mir begegnete nicht ein zwielichtig wirkender Mensch. Ganz entschlossen bin ich noch nicht, was die Übernachtung meines Rades anbelangt.

23
Jun
2009

Siedepunkt bei 100 ml

Traum:
Ich nutze die Gelegenheit, mal eben schnell das Protokoll der letzten EBS im Erdhügel abzugeben. Zwar ist der Erdhügel zur Zeit nicht offiziell geöffnet, aber man kennt mich ja. Vor der Tür zu den Büroräumen sitzt die Griechin. Auf dem Boden, mit Schreibzeug auf den Schenkeln ihrer angewinkelten Beine. Als ich durch die Tür gehen will, sagt sie: „Es findet gerade eine Personalbesprechung statt, da können Sie doch jetzt nicht reingehen! Überhaupt... dürfen Sie gar nicht diesen Eingang benutzen!“

Okay, ich habe da eine Grenze überschritten. Sonderbar... Seit zwei Jahren wähle ich immer diesen direkten Weg. Nie gab es Probleme. Nie ließ man mich verstehen, dass ich unerwünscht wäre.

Die Griechin macht eine auffordernde Bewegung, zeigt mit ihrem Schreibstift in eine Richtung – die mir bedeutet, ich müsse zu zwei Dritteln um das Gebäude herum gehen – und fordert mich auf: „Gehen Sie hinten rum!“

Na gut. Den Weg kannte ich auch noch gar nicht. Das ist ziemlich interessant jetzt.

Von hinten gelange ich in einige verschachtelt angeordnete Lagerräume. Um in die Büroräume zu gelangen, müssen diese durchquert werden. Das ist gar nicht so einfach, denn diese Lagerräume ähneln einander. Es steht auch nicht viel drin. Ich laufe hin und her. Irgendwann weiß ich nicht einmal mehr, wo ich herein gekommen bin. Dann aber bemerke ich, dass eine der Türen ein kleines Hindernis bietet: eine Sperrholzplatte ist umgefallen und steht schräg im Türrahmen. So ist wenigstens klar, dass ich diese Tür noch nicht durchschritten habe. Endlich ein erster Orientierungspunkt.

Es dauert gar nicht lang, da finde ich den Weg durch den Hintereingang hinaus. Es ist später Abend. Ich gehe mitten auf einem Schienenstrang entlang. Nur wenige Meter vorne rechts befindet sich – hinter einer etwa drei Meter hohen Mauer – das Straßenbahndepot. Ich weiß, dass diese Schienen hier selten befahren werden. Da ich aber gerade kürzlich eine erschreckende Begegnung mit der Straßenbahn hatte, ist mir die Gefahr, in der ich mich befinde, ziemlich bewusst. Ich muss mich beeilen; schnell von den Schienen runter. Das ganze Gebiet vor mir liegt im unpersönlichen Schein unzähliger Laternen – wie auf einem großen Werksgelände. Immer wieder blicke ich mich um, ob womöglich eine Straßenbahn von hinten kommt. Das ist alles viel gefährlicher, als man glaubt.

In den unterirdischen Lagerräumen ist ein Mann mit Vollbart am Werk. Seine Augen blitzen vor Vergnügen. Immer wieder kommen Menschen durch diese Räume. Und der Vollbärtige verteilt an einige von ihnen Glaskolben mit interessanter Funktion. An sich sind die Glaskolben leer. Doch angenommen, jemand regt sich auf – warum auch immer – dann beginnt eine klare Flüssigkeit im Kolben hochzusteigen. Nimmt nun der Aufgeregte das Angebot des Vollbärtigen an und nimmt den Glaskolben in die Hand, so kann man beobachten, wie die Flüssigkeit steigt. Klar ist: bei 100 ml liegt der Siedepunkt. Steigt die Flüssigkeit nun also aufgrund der Aufregung bis zum Siedepunkt, so löst sie sich an dieser Stelle in Wohlgefallen auf. Eine tolle Sache ist das. Da der Druck auf diese Weise entweichen kann, kommt es zu keinen unangenehmen Ausbrüchen unter den hier Anwesenden. Irgendwann kommt der Vollbärtige auf mich zu und bietet mir ebenfalls einen solchen Glaskolben an. Wie ich sehe, ist dieser bis knapp 30 ml mit Flüssigkeit gefüllt. Ich fühle mich ziemlich entspannt, ärgere mich auch gerade nicht und denke somit, dass das gar nicht nötig ist. Doch er nickt ermunternd, auffordernd. „Aber nee, das muss wirklich nicht sein!“ Da ich nicht wirklich bedürftig bin, mag ich sein Angebot gar nicht annehmen. Schmunzelnd schauen wir uns an
... und die Szene löst sich auf.

Wieder, oder weiterhin in den unterirdischen Lagerräumen. Eine Begegnung mit einem freundlichen Mann. Er und seine Begleiterin sind die letzten hier unten und im Begriff zu gehen. Die Frau drängt jedenfalls zum Aufbruch. Doch der Mann möchte nicht gehen, ohne mich einmal in die Arme genommen zu haben. So kommt er, obwohl schon fast aus der Tür, noch einmal zu mir zurück. Ich will es ihm leicht machen, damit es schnell geht und er den Ärger der Frau nicht auf sich zieht, und öffne mich ihm, signalisiere mein Einverständnis für seine Annäherung und auch, dass ich seine Nähe wertschätze. Doch er merkt es nicht und nimmt sich die Zeit für eine höfliche Annäherung, um mich nicht zu überrumpeln. Das wäre eigentlich nicht nötig, aber vielleicht macht ihn das in meinen Augen sogar noch sympathischer.

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14
Jun
2009

Nachtwanderung

Traum:
Unter der nächtlich dunklen Himmelskuppel liegt alles in leicht gedimmtem Sonnenschein. Eilig schiebe ich mein Rad neben dem Schuppen entlang, nach einem sicheren Stellplatz Ausschau haltend. Eine Frau ist mir voraus, kennt offenbar einen guten Platz im Schuppen, so dass ich ihr folge. Sie warnt mich aber: „Der Stellplatz hier ist keinesfalls sicher!“
Ach egal, es ist schon spät und ich möchte gerne noch zur Veranstaltung nach nebenan.

Es ist eine Fete ganz hinten in der Scheuen – wie in den Siebzigern. Seit Stunden wird hier gefeiert. Die erste Euphorie ist einer gewissen Schalheit gewichen. Die Stimmung ist aber noch gut. Gleich beim Eintreten bemerke ich eine auf der Seite liegende Zinkwanne, deren Unterseite mit Plakatfarbe bemalt und beschriftet ist. Die nächste Veranstaltung wird auf diese Weise bekannt gegeben.

Später kommen noch ein paar Bekannte von mir hinzu und ich zeige ihnen eine soeben gemachte Entdeckung: Die Unterseite der Zinkwanne wurde inzwischen um einen weiteren Veranstaltungshinweis ergänzt. Nach dieser Fete findet eine Nachtwanderung statt. Vier Leute führen die Gruppe durch das Dunkel. Die Namen dieser vier Personen stehen ganz unten; als letzter Name: Marianne
Zu den anderen sage ich amüsiert: „Das ist doch witzig, oder? Ich werde bei dieser Nachtwanderung mitmachen! Mal sehen, wie das wird. Jedenfalls ist das doch eine interessante Einschätzung, wenn die Veranstalter meinen, ich kenne mich in der Nacht gut aus.“

6
Jun
2009

Blick auf Feldberg

Traum:
Einige Tage Urlaub liegen hinter uns. Die Nächte verbrachten wir in einem Hotelzimmer in Freiburg, in dem ich vor neun Jahren schon einmal nächtigte. Als ich erwache ist Mike bereits aufgestanden. Merkwürdig... die ganze Zeit hatte ich ganz selbstverständlich den Eindruck, auf der „richtigen“ Seite des Doppelbettes zu liegen. Nämlich auf der Seite, auf der ich immer liege. Doch das stimmt gar nicht! Selbst damals, als ich in diesem Zimmer, in diesem Bett alleine schlief, lag ich auf der anderen Seite. Zufällig streift mein Blick aus dem Fenster am Fußende. Vielleicht wählte ich diese Seite unbewusst wegen des Ausblicks? Das Dach eines Alt-Eckenheimer Hausdaches ragt von links in die Aussicht. Der Rest ist blauer Himmel. Welche Aussicht hätte ich denn auf der anderen Seite des Bettes gehabt? Ich setze mich auf, neige mich weit nach links... Auch nicht schlecht: die Silhouette einer sanft geschwungenen Bergkette – wie eine Mischung aus Massif de la Clape und Großer Feldberg/Taunus. Hatte ich womöglich überlegt, dass mir die ständige Sicht auf einen Berg eher Unbehagen bereiten könnte? Das kann ich mir zwar nicht so recht vorstellen, aber wer weiß, was mich unbewusst getrieben hat.

Aufgestanden, Sachen gepackt, draußen angekommen, um den Weg mit Mike und Moina fortzusetzen. Der Weg aus dem Feriendomizil führt durch einen Wassergraben. Wir müssen also erst einmal eine Holzvorrichtung hinab steigen. Ich gehe vor, um Moina besser Hilfestellung geben zu können. Nachdem ich einige Sprossen hinab bin, habe ich das Holz vor Augen. Oha, ist das morsch! Ganz ausgestrocknet und brüchig. Wenn man die Finger fest reindrückt, zerbröselt alles. Das ist viel zu gefährlich für Moina. Ich brauche Mikes Hilfe. Doch er hat den Graben bereits durchquert und die angrenzende Liegewiese unter Bäumen erreicht. Von ihm ist keine Hilfe zu erwarten, denn er konzentriert sich gerade darauf, eine Sonnenliege zu ergattern. Diese hat zwar eine Sicht verwehrende aufgestellte Rückenlehne, das Gewebe lässt aber dennoch durchblicken, dass eine attraktive Frau darauf sitzt. Mike packt die Liege, hebt sie kraftvoll an. Anfangs vermute ich, er will die Frau runterrutschen lassen. Das stimmt, jedoch kippt er sie derart, dass sie der Länge nach auf ihn rollt. Naa, das ist ja einer!!? Klappt aber nicht ganz, die Frau rutscht doch zu Boden. Ihr Bikini hat die gleiche Farbe und ist aus dem gleichen Material wie Mikes Badehose.

3
Jun
2009

Vin de la Clape

Traum:
Rund um das Gebiet 'Vin de la Clape' liegen einige Fischerdörfer, die Carcassonne nachempfunden sind. Diese Fischerdörfchen haben zu allen vier Himmelsrichtungen einen Durchgang in ihren Stadtmauern. Jedoch betritt oder verlässt man diese Dörfer entweder im Osten oder im Westen. So geht es immer rundum hier.



Gemeinsam mit Mike und Moina geht es auf Fahrrädern weiter. Wir fahren rund um das Clape, um es im weiteren Verlauf in Richtung Küste zu verlassen. Zu meinem Erstaunen gibt es auf diesem Streckenabschnitt noch letzte Überreste von Schnee – dort, wo sich der tauende Schnee in den Fahrspuren zusammenpresste. Oups, ein wenig kommt das Rad ins Trudeln. Als ich nun stehend weiterradele, kommt das Rad vorne hoch. Ein Blick zu Mike, der hinter mir fährt. Ganz problemlos geht es weiter. Ich freue mich auf den Ausflug. Wirklich erstaunlich, dass es nach all diesen wunderbaren Sonnentagen hier sogar noch Kälte- und Schmelzpunkte gibt!

25
Mrz
2009

Lachhaftes und ...

Traum:
Es ist eine große Überraschung für mich, als ich Kristins Projektbeitrag zu sehen bekomme. Sie hat eine umfangreiche Website in Flash programmiert – echt beeindruckend. Ein Bildschirm füllendes kleines Flagg(en)schiff – mit hölzernem Leib; breitbauchig und einladend, ein wenig abenteuerlich piratenmässig, und doch elegant – dient der Navigation. An der Reling sind Flaggen angebracht, auf denen die Menüpunkte verteilt sind. Dieses Flaggschiff wiederum ist von etwas Dunkelbäuchigem umfangen. Mir gefällt die Klarheit und die saubere Ausführung. Es bewegt sich was, aber ohne dass es übertrieben wäre. Bisher wusste ich nichts davon, dass Kristin so viel von der Materie versteht. Da möchte ich fast ein wenig neidisch werden.

In einem kleinen, indirekt beleuchtetem Raum stehe ich Seite an Seite mit Kristin – sie rechts von mir. Sie hält das Bonusheft einer Parfümerie in der Hand und fragt mich, ob ich schon die Wertmarken eingeklebt habe. Wertmarken? Nein, das ist neu – worum geht es? Ach ja, klar, ich habe auch so ein Bonusheft, fällt mir ein. Es liegt links von mir: ein Mäppchen, mit mattgoldenem Jersey bezogen. Der Karton innen in Gold. Glänzend golden eine Wertmarke zum Abziehen. Es gibt sogar noch einen zweiten Wertaufkleber, der schon mit ausgegeben wurde. Ich vermute, weil es zum Aufkleben und daraus folgend zum Weitersammeln (Kaufen) verführen soll. Kristin wirft einen Blick in mein Bonusheft, ich schaue in ihres. Sie sagt: „Ah, du hast noch die alte Version.“ Das mag sein, ja, ich habe mich ja auch nicht dafür interessiert. Ich sehe auch einen Unterschied: in meinem Bonusheft prangt noch das Euro-Zeichen, in ihrem das neue Währungszeichen für italienische Lire - was nicht ganz stimmt, denn das L wird von zwei senkrecht verlaufenden Strichen gekreuzt, was mich etwas verwirrt, da ich unterschwellig an Dollar denke. Wie auch immer, sie hat jedenfalls die aktuelle Version des Heftes und wünscht, dass ich ihr meine beiden Wertaufkleber schenke, weil ich ja eh nicht sammelte. Anfangs spüre ich starken Geiz, der mich blockiert und mich tatenlos innehalten lässt. Aber was soll das. Ich gebe mir einen Ruck und reiche ihr beide Wertmarken. Inzwischen möchte Kristin diese nicht mehr annehmen und ich muss sie dazu überreden. Doch dann freut sie sich sehr darüber; es scheint ihr also wirklich etwas zu bedeuten.

Im Mittelraum findet eine kleine Feier statt. Ein langer Tisch mit etwa einem Duzend Gästen drumherum, die allerbester Laune sind. Diesen Raum durchquere ich, vergnügt die Gäste anschauend, und gelange in den Raum mit dem Hintereingang. Neben dem Hintereingang sitzt eine Krankenschwester mit weißem Häubchen – Typ mütterliche „Klementine“. Als ich nun zum zweiten Mal durch die Hintertür hereinkomme, zeigt sie mit den Finger auf den Boden und ermahnt mich grinsend: „Nun komm doch nicht immer von hinten rein! Du trägst hier so viel Dreck rein, dass wieder gereinigt werden muss.“ Der Hintereingang wird offenbar nur ausnahmsweise genutzt. Okay, eigentlich weiß ich das auch. Sehe es ja selbst: all diese schwarzen Erdbröckchen, die aus dem groben Profil meiner Schuhsohlen gekrümelt sind.

Beim Anblick der Krankenschwester fällt es mir auch wieder ein: ich habe zwei Krankenschwestern in 'php' installiert; die mütterliche „Klementine“ im Backend und die zweite Schwester – ein hagerer, burschikoser Typ – im Frontend. Oki! „Dann werde ich der Schwester am Vordereingang mal Bescheid geben, dass hier sauber gemacht werden muss“ kündige ich der mütterlichen Schwester an, damit sie weiß, dass das erledigt wird. Ich bin guter Dinge.

Auf dem Rückweg zum Vordereingang, begegnet mir die Burschikose im Mittelraum. Als ich sie sehe, falle ich auf die Knie, halte meine Hände vor der Brust gekreuzt und rutsche ihr auf Knien, mich dabei immer wieder demütig beugend, entgegen. Und sage dabei reuevoll: „Oh, das wollte ich nicht (alles beschmutzen). Ich werde den Dreck wegmachen!!“ Die Gäste am Tisch schauen diesem Spektakel johlend zu, können sich vor Lachen nicht mehr auf den Stühlen halten. Auch ich kann mich kaum noch beherrschen, so sehr drängt das Lachen empor. Aber ich will unbedingt so tun, als sei es mir damit völlig ernst. Das gelingt aber nicht und es ist befreiend, endlich darüber lachen zu können.

Szenenwechsel. In m/einer recht modern ausgestatteten Küche. Ich öffne die Ofentür, um das Essen für die Gäste zu überprüfen. Mmmh, gut, das Hähnchenfleisch, mit Käse überbacken, zeigt eine leckere goldbraune Oberfläche. Super, das kann serviert werden. Ich arrangiere alles auf einem Servierteller. Mike und ein Arbeiter kommen hinzu; der Arbeiter erledigt etwas Handwerkliches für uns. Mike sagt, seine Mutter habe jetzt die Hacksteaks fertig. Ich weiß, der Arbeiter isst total gerne Rinderhacksteaks. Ruckzuck habe ich drei winzige Hacksteaks bei mir – ganz heiß aus dem Ofen. Ich beiße rein und probiere... Mmmh. Der Arbeiter gibt Zeichen, auch ein Hacksteak zu wollen. Mike raunt mir zu, ich solle ihm ja nichts geben. Doch als der Arbeiter mir seine offene Hand entgegen hält, breche ich das Fleischstück entzwei und reiche ihm das größere Stück. Irgendwie kann ich nicht anders, auch wenn Mike das vielleicht nicht recht ist.

Da – später Abend ist es nun – klingelt es eine Etage tiefer an der Haustür. Ich schaue die Treppe hinab, habe dabei den Kochlöffel in der Hand und verliere den damit aufgenommenen frisch gekochten Reis. Er fällt direkt in den großen Suppentopf mit Paprika-Tomaten-Sauce, der am unteren Treppenabsatz steht. Oh, das ist etwas peinlich... ein Gefühl, etwas verunreinigt zu haben.

An der Haustür steht Kristin. Sie ist extra noch einmal den weiten Weg zurückgekommen, um mir die Wertmarken zurückzugeben. „Ich habe sie wieder zusammengesetzt“ sagt sie und reicht mir so ein mattgoldenes eher rundliches Formplastik („Nagellacktester-Dingens“). Tatsächlich, das Teil ist komplett; die Chips, die ausgestanzten Rillen... alles aus einem Guss. Es erstaunt mich nicht, dass ihr dies gelungen ist.

Draußen – freieres Gefühl als in den Räumen. Vor mir sitzt die kleine Moina in ihrem Buggy. Rechts daneben liegt ein kleines Baby am Boden. Seine Mutter hat es dort kurz abgelegt. Mit einem Male kippt der Buggy samt Moina um, ohne dass ich etwas dazu getan hätte, und landet voll auf dem Baby. Die Mutter des Babys schaut mich empört und missbilligend an: „Hast du etwa den Buggy belastet?“ „Nein, das habe ich nicht! Es ist einfach so geschehen!“ Furchtbar. Schnell greife ich das Baby, um es aus seiner bedrückten Lage zu befreien. Doch als ich es in der Hand halte, ist es viel kleiner, als ich es anfangs – als es am Boden lag – einschätzte: höchstens 15 Zentimeter groß. Es zappelt in meiner Hand wie ein Fisch! Blöd, ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Halte ich es zu fest, dann zerdrücke ich das zarte Wesen, halte ich es locker, dann fluppt es mir aus der Hand und verletzte sich womöglich bei der harten Landung. Dazu kommt, dass mich das Baby mit seinen winzigen Zähnen in meine Schwimmhaut zwischen Daumen und Zeigefinger beisst; richtig kräftig sogar. Nee nee, das ist ein Fall für die Mutter. Doch genau in dem Augenblick, da ich das Baby der Mutter reiche, übergibt es sich. Ein reichlicher Schwall himbeerroten Safts, wie mit Sago angedickt, ergießt sich über seine Mutter, mich und dem Boden. Die nächsten Kontraktion bringt einen Schwall Babybrei hervor. Oje oje... darum muss sich jetzt aber mal die Mutter kümmern.

11
Mrz
2009

Gondelbahn

Traum:
An der Talstation in Kriens besteigen Mike, Moina und ich die Gondel einer Bergbahn. Offenbar zu einem Zeitpunkt außerhalb der Saison, denn es ist niemand da. Die Talstation wirkt verwaist. Ehe wir uns versehen, geht es bereits bergauf.

Ziemlich schnell und ich meine, auch etwas etwas höher verlaufend als beim letzten Mal. Ich beruhige Mike, während wir über breite asphaltierte Straßenkreuzungen schweben: „Bald erreichen wir die Grünflächen. Dort wäre ein Absturz sanfter!“ Ich bin etwas erleichtert, als wir dann tatsächlich die grünen Wiesen unter uns haben. Doch nicht lang, da führt die Strecke über unzählige Schienenstränge eines Güterbahnhofs (ähnlich dem in Offenbach) hinweg. Tja, das wäre nun wieder ziemlich hart. Die Gondel gewinnt an Fahrt und Höhe, ein Klackern am Seil ist in immer kürzeren Abständen hörbar. Wir biegen nach links ab – hoppla, war das immer so? - und nach einer Weile geht es nach rechts, so dass wir wieder die ursprüngliche Strecke weiterfahren. Ich sage zu Mike: „Du hast es gut, Du schaust bergauf. Was meinst wohl, wie es ist, bergab zu schauen!“ Mein Eindruck ist, ich schaue fast die ganze Zeit bergab, was nicht wirklich so ist. Die Fahrt wird immer schneller, richtig rasant, wie von überschäumender Energie angetrieben.

Als ich nach oben blicke, schaue ich direkt zum Seil über uns. Ein Blick nach unten, zu Moina, die zwischen meinen Knien hockt, gewährt gleichzeitig einen freien Blick. Die Gondel, in der wir uns befinden, existiert gar nicht. Wir schweben frei hinauf. Das wundert mich nicht. Meine Aufmerksamkeit richtet sich auf meine Familie und dass sie sicher untergebracht sind, und auf meinen Rucksack mit den persönlichen Dingen. Wir erreichen eine Station. Auch hier ist kein Mensch zu sehen. Es gibt noch nicht einmal eine Hinweistafel, an welcher Station wir uns befinden. Ich frage Mike: „Ist das Krienseregg oder schon Fräkmüntegg?“ Mike meint, es müsse Fräkmüntegg sein. Mir kommt es aber gar nicht so vor, als ob wir schon dort oben wären.
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