Zeitgeist

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Geburt

4
Jan
2008

Küken im Ei

Traum:
Der Vogelflüsterer kommt in das Schlafzimmer. Er möchte drei Eier zum Frühstück holen. Auf dem Stuhl liegt ein Nest mit einigen Eiern drin. Mindestens zwei dieser Eier haben eine auffällige Form. Ich weise den Vogelflüsterer darauf hin und biete ihm an, er solle sich doch Eier mit gewöhnlicher Form aussuchen. Eines der auffälligen Eier ist ziemlich groß. Seine Schale – sie ist ganz weich – sieht aus, als umschmiege sie ein vorbereitetes Brathähnchen in Miniformat. Ein weiteres Ei hat eine ähnlich weiche Eischale und zeichnet die Form eines Kükens nach. Ein Küken... Ach so, ja na klar, ein Küken in der Schale ist ja etwas Naheliegendes, fällt mir dann ein. Aber oups… selbst durch die Schale ist zu erkennen, dass das Küken zu blinzeln beginnt! Womöglich sind es die ersten Regungen und es wird bald schlüpfen?! Aber es wirkt noch müde. Hm, der Schnabel erinnert allerdings eher an einen Entenschnabel. Der Vogelflüsterer greift auch nach diesem Ei mit dem Küken. Obwohl er es ganz vorsichtig nimmt, bin ich für einen Moment erschrocken, als ich überlege, dass er es essen könnte. So sage ich ihm, dass vermutlich ein Küken in dem Ei steckt. „Ja“ sagt er mit sanfter Stimme „ich werde mich darum kümmern.“

7
Sep
2007

Die Eröffnungsphase

Traum:
Auf der Frauenstation in einem Gebärzimmer. Mitten im Raum ein Bett mit zerwühlten weißen Laken. Rund um das Fußende sitzen einige Geburtshelferinnen auf Stühlen. Mike und ich stehen links des Bettes, sind mit einem großen quadratischen Bauchpflaster beschäftigt. Einer von uns muss es tragen – nur wer? Am liebsten wäre mir, Mike würde es auf sich nehmen. Allerdings dürfte die Entfernung des Pflasters für ihn schmerzhafter sein; wegen der vielen Härchen auf dem Bauch. Na, ich glaube, dann mache ich es! Vielleicht genügt es, einfach nur die Klebemasse ohne dem Pflastergewebe aufzulegen? Mir scheint dies weniger unangenehm zu sein. Vielleicht wäre es auch einfacher zu entfernen? Das Pflaster soll ja zur Fixierung dienen; wobei mir nicht klar ist, was am Bauch fixiert werden soll.

Dann finde ich mich rechts des Bettes wieder. Die Helferinnen schauen mich abwartend, mitfühlend und beobachtend an. Eine von ihnen teilt ihre Wahrnehmung mit: „Der Geburtsvorgang beginnt!?“

„Hmm?“ Wie kommt sie darauf? Ich wäre nicht auf diese Idee gekommen.

Die Geburtshelferin erklärt: „Sie haben häufiger Harndrang und erleichtern ihre Blase in immer kürzeren Abständen. Kann das sein?“

Ja, das könnte stimmen. Und wenn ich noch einmal die letzten Stunden Revue passieren lassen, muss ich sagen, dass sie Recht hat. Vermutlich hätte ich dies, selbst wenn ich es bemerkt hätte, nicht als Anzeichen für das Einsetzen des Geburtsvorganges verstanden. Aber nun, durch die Worte der Helferinnen sensibilisiert, spüre ich dieses kaum beschreibbare Gefühl... dieses innere Weiten und Öffnen. Nur in diese Richtung – es gibt kein Zurück und kein Verschließen. Die Natur folgt ihren Gesetzen. Diese Öffnung unterliegt nicht meiner Kontrolle. Als mir das klar wird, spüre ich große Erleichterung und innere Ruhe einkehren. Ich darf mich hingeben und es so geschehen lassen, wie es von Natur aus geschehen will – denn es wird eh so geschehen. Ja, das Wirken der Natur entlässt mich quasi aus meiner Verantwortung und ich kann mich endlich entspannen.

24
Aug
2007

Befruchtung durch roten Luftballon

Traum:
In einem weitläufigen Einkaufszentrum - wie Weser-Park oder Nordwestzentrum. Auf der oberen Ebene, im Bereich des Rollbandes, warte ich. Mein Mann ist bei mir, und noch eine weitere Person. In diesem Augenblick kommt Moina auf dem Rollband hochgefahren. In ihrer Hand hält sie einen roten Luftballon. Als sie oben ankommt, schweben drei Luftballons in der Luft – zwei rote und ein weißer. Mit Händen oder Füßen ticke ich sie an, so dass sie nicht zu Boden fallen. Ja, ich erinnere mich, schon einmal auf diese Weise mit roten und weißen Ballons gespielt zu haben. Das war auch hier oben! Damals entschwebte ein roter Ballon hinunter ins Erdgeschoss und damit wurde ich schwanger.
Ich spüre ein Lächeln in meinem Gesicht, während ich weiter mit den Ballons spiele. Denn selbst wenn mir auch dieses Mal ein roter Ballon entglitte, so würde ich nicht schwanger. Da bin ich ganz sicher. Warum bin ich so sicher? Welche Maßnahmen habe ich ergriffen, die mich vor einer Schwangerschaft schützen? Es fällt mir nicht ein. Ich kann also gar nicht sicher sein!
Mit einem Male fällt mir etwas ein: Da war ein Traum: Geburt mit 46. Das sollte im Mai kommenden Jahres sein. Schnell gerechnet und über den Daumen gepeilt... Wir haben jetzt August. Dann wäre tatsächlich im Mai der Geburtstermin! So betrachtet liegt eine Schwangerschaft ja doch im Bereich des Möglichen. Falls ein roter Ballon nach unten driftete, fände womöglich eine Befruchtung statt. Da bekomme ich vielleicht doch noch ein Kind mit 46? Rein gedankenspielerisch hat das einen gewissen Reiz.

Luftballons:
Hinter(n)sinnig
Bluetooth - Weiße Mädchen auf Himmelsschaukeln
Die Waffen einer Frau
Tag der Industriekultur

11
Apr
2007

Maskottchenbaby bei Crosslauf mit zwei Ganoven

Traum:
Ein Crosslauf findet statt. Die Vorbereitungen gehören bereits zum Crosslauf selbst. Ich bin im Begriff daran teilzunehmen. Jedoch versuchen zwei Ganoven meinen Lauf zu verhindern, indem sie Fallen stellen, bereits Aufgebautes zerstören, und den Weg zu durchbrechen suchen. Dadurch kommt es immer wieder zu Körperverletzungen, was mich ziemlich nervt. Sie hängen wie Kletten an mir; von irgendeiner Seite tauchen sie immer wieder auf. Etwas Angst macht mir das. Allerdings bin ich fest entschlossen, meinen Weg bis zum Ziel fortzusetzen! Und diese Entschlossenheit verleiht mir genügend Stärke um trotz der Angst weiterzumachen.

Auf dem Parcour, direkt vor mir, liegt ein zusammengesetzter Hügel. Er wurde in an seinem Ursprungsort in neun Stücke ( 3 mal 3) geteilt und hier wieder aneinandergefügt. Der Hügel soll einen federnden Untergrund bieten. Schnell springe ich drauf, noch ehe die Ganoven ankommen und den Hügel vernichten. Das Hüpfen auf dem Hügel führt nämlich zu einer Schwächung der Ganoven, weshalb es mir nun eine doppelte Freude ist. Damit habe ich ein wichtiges Etappenziel erreicht und mich eindeutig gegen die Ganoven durchgesetzt. Dadurch habe ich nun insgesamt eine viel bessere Position mit guten Aussichten.

Nach einer Weile konnte ich einen Großteil des Weges zurücklegen. Die Ganoven nervten auch zwischendurch noch weiter, was unangenehm und lästig war. Aber vielleicht kann ich das Ziel dieses Mal erreichen?!

In meinen Händen halte ich ein Maskottchen – eine wenige Zentimeter große Puppe. Dieses Maskottchen gehört zum Crosslauf dazu, auch wenn ich die Bedeutung noch nicht so ganz verstehe. Was mich sehr überrascht ist, dass inzwischen eine winzige Neugeborenenpuppe im Schritt des Maskottchens liegt. So als habe die Puppe es gerade geboren. Es ist erstaunlich, dass dieses hauchfeine Neugeborene nicht verloren ging! Schließlich hatte ich alle Hände voll zu tun und auch die Ganoven lenkten sehr ab. Ich glaube, das ist ein gutes Omen. Vielleicht erreiche ich das Ziel trotz aller Verletzungen!

3
Apr
2007

Zartbitter

Traum:
Seit einiger Zeit gehe ich im Bioladen umher. Die Beleuchtung ist noch nicht eingeschaltet. Hier und da öffne ich eine Packung mit Zartbitterschokolade und nasche ein wenig davon. Sicherlich hat meine Chefin etwas dagegen, dass ich alle anbreche. Hmm ja… ich muss das sein lassen. Bald erscheint ein junges Paar um Bio-Babyartikel zu kaufen. So ein Angebot wie in unserem Bio-Babysupermarkt gibt es an ihrem Wohnort nicht. Die Frau ist hochschwanger, liegt dann auf einem kreisrunden Bett. Ihr kleines Baby, ein Junge mit schwarzen Haaren, krabbelt mit einem Mal los und ich kann es im letzten Moment fangen. Genauer gesagt, fange ich den Fall direkt am Boden ab.
Zwischendurch stecke ich den beiden je ein Zweierstückchen Zartbitterschokolade zu. So unter der Hand, denn ich möchte den Beiden gerne eine Freude machen. Aber ich glaube, sie legen gar keinen Wert auf Zartbitterschokolade. Hmm, es muss ja auch nicht sein.
[…]
Als ich mit dem Mann ein kleines nahezu im Dunkeln liegendes Zimmer durchquere, sehe ich zu meiner linken Seite die Frau auf dem Hotelbett liegen. Nein, sie liegt gar nicht, sondern macht Gymnastik. Ganz vorsichtig wegen ihres Bauches… Katzenbuckel… Pferderücken… Katzenbuckel… Sie ist eine stille unauffällige Frau von natürlicher Schönheit. Ihre Bewegungen sind fließend und konzentriert. Und wie schön sie ausschaut… ihr Leib ist mit locker gefalteten schwarzen Nylon überzogen. Sie trägt eine Strumpfhose aus schwarzem hauchfeinen Nylon. Es ist aber keine gewöhnliche, die Haut umspannende Strumpfhose, sondern sie umspielt den Körper ganz locker wie ein Negligé.

Später gehen das Paar und ich zu einem Hauptplatz zurück, der mehr im Hellen liegt. Als wir aus dem Halbdunkel der Räume hinaus treten und drei Stufen hinab gehen, biete ich den werdenden Eltern an, dass sie mich beim nächsten Mal anrufen können, wenn sie mal wieder Bedarf haben. Ich würde ihnen dann alles besorgen und sie könnten es dann bequem abholen. Sie signalisieren, dass sie sich auch beim nächsten Mal gerne wieder das ganze Sortiment ansehen möchten. Mein Angebot ist gar nicht nötig. Na klar, das kann ich verstehen.

3
Mrz
2007

Tunnel

Traum:
Mike und ich vereinbarten ein Treffen an zwei nebeneinander liegenden Tennisplätzen, weit draußen im Grünen, vor der Stadt. Von dort wollen wir eine gemeinsame Radtour starten. Als ich dort ankomme, zeigt sich das Wetter schlechter als erwartet. Es könnte sogar leichten Regen geben. Mir kommt die Idee, auf einer anderen Ebene zu warten. Nach nur wenigen Metern erreiche ich den Zugang zu einer Unterführung.

Ich schiebe mein Fahrrad hinein, das Gefälle ist ganz angenehm. Allerdings verengt sich der gewundene Weg zusehends! Inzwischen muss ich schon den Kopf etwas einziehen und halte inne. Mit den Handflächen überprüfe ich den Halt der Pappstücke mit denen der Tunnel rundum verkleidet ist. Es sind quadratische Pappstücke, die sorgfältig und in leicht ver-rückter Anordnung, an die Wände geheftet wurden. Es ist deutlich zu sehen, dass die fortwährende Feuchtigkeit eine Ablösung der Pappteile verursacht. Das ist okay, jedoch bewege ich mich nun vorsichtiger. Immer mehr verjüngt sich der Weg – seine quadratische Form wandelt sich dabei zum Runden. So eng, und dabei ist noch nicht einmal ein Viertel des Weges zurückgelegt! Vielleicht stecke ich hinter der nächsten Windung fest? Etwas mulmig wird mir, als ich überlege, dass es dann problematisch werden könnte, den Weg mit dem Fahrrad rückwärts nehmen zu müssen. Ein Hauch von Platzangst durchrieselt mich kurz. Ich bleibe stehen und überlege.

In diesem Moment holen mich zwei Männer ein. Vermutlich sind es Einheimische und kennen sich hier besser aus. Ich gebe mir einen kleinen Ruck und frage: „Komme ich hier mit dem Fahrrad durch?“

Die Männer halten inne... Eine solche Frage bekamen sie noch nie zu hören. Offenbar ist es unüblich, diesen Tunnel mit einem Fahrrad zu durchgehen? Endlich fällt einem von ihnen die Antwort ein: „80 cm.“ Ah ja, 80 cm ist – so ist allgemein bekannt – genau das Maß, das ein Fahrrad maximal erreicht. Es hängt nun auch Wissen im Raum, das davon erzählt, dass der Tunnel auch für Fahrräder konzipiert ist. Die Anspannung fällt ab und ich gehe den Weg sorgloser.

Irgendwann, nach einer Reihe von Windungen, erreiche ich sein Ende. Einige hundert Meter vorher führt der Weg nur noch geradeaus und ich sehe am Ende das Licht. Als ich aus dem Rohr herauskomme, gelange ich übergangslos in ein altes französisches Hotel. Ich schiebe mein Rad durch hundert Meter lange Hotelgänge, auf dem Linoleumboden entlang. Es ist keine Beleuchtung eingeschaltet, aber das eindringende Licht eines hellen diesigen Tages erhellt die Wege. Ich möchte das Hotel verlassen, aber jeder dieser langen Wege endet an einem Ausgang, vor dem stets ein großer wertvoller Perser-Teppich – in wunderbar warmen tiefblauen und tiefroten Farben – liegt! Immer sehe ich das Licht von außen und sehe mich in der Vorstellung schon dort. Doch jedes Mal scheint der davor liegende Perser unüberwindlich. Mit meinen Fahrradreifen könnte ich dort eine Schmutzspur hinterlassen. Und das möchte ich auf keinen Fall!! Natürlich könnte ich eine der Bediensteten fragen, die sich in zeitlichen und räumlichen Abständen immer wieder manifestieren und bald darauf wieder auflösen. Nur spreche ich kein einziges Wörtchen Französisch. Es hilft nichts, wenn ich weiterkommen will, muss ich über den majestätisch anmutenden Perser. Voller Zaudern und Unsicherheit schiebe ich das Rad. Und dann, es kostet tatsächlich viel innere Überwindung, passiere ich den Perser und komme endlich hinaus. (Ohne den Perser zu beschmutzen, denn es gleicht mehr einem inneren Überwinden, als ich den Perser überwinde.)

Die Tennisplätze sind nach nur kaum mehr als hundert Metern erreicht. Und ich finde mich auf einer niedrigeren Ebene wieder. Während ich zu Anfang mehr oben stehe, befinde ich mich nun mehr auf dem Erdboden. Am Tennisplatz stehen zwei Männer. Es sind Einheimische aus der Stadt. Sie schauen mich musternd an – vielleicht um zu erfahren, welche Pläne ich habe – und meinen dann verschmitzt: „Das Wetter ist heute nicht so gut.“ Ja ja... das sehe ich... Deshalb sage ich zu Mike, der nur kurze Zeit später kommt, die Sache mit dem Wetter sei doch nicht so schlimm. Ich habe nämlich vorsorglich eine Flasche mit Trinkwasser gefüllt und im Gepäckkorb mitgebracht. Das sei ein guter Proviant, so dass uns das Wetter nichts anhaben könne.

Die Nacht ist vorüber. Wir – unbenennbare Bekannte auf der Reise – sitzen im Hotel am Frühstückstisch. Der Boden im Raum ist mit vielen Persern bedeckt und dämpft angenehm die Geräusche. Da tritt die ganzheitliche Weberin mit ihrem Sohn an den Tisch. Sie wirkt ausgeschlafen und sagt vergnügt schmunzelnd: „Wir beide haben Dir in dieser Nacht mehrmals laut zugerufen: 'Gute Nacht!' Immer wieder, um Dir den Schlaf zu erleichtern.“

„Oh ja, ich hörte mehrmals lautes Rufen in der Nacht!! Aber ihr ward es nicht. Ich hörte immer wieder Rufe von Verwandten. Vor allem an die Rufe meiner verstorbenen Schwiegermutter erinnere ich mich.“

Als meine Zungenspitze nun über die Vorderzähne gleitet, kriege ich einen Schreck und mir wird schlagartig einiges klar. Ich hatte hier im Hotel einige Begegnungen mit netten Männern und es gab belebende Gespräche. Doch immer wieder wandten sie sich unvermittelt und unerwartet von mir ab und gingen fort. Jetzt verstehe ich das! Denn das geschah jedes Mal, nachdem ich herzlich gelacht hatte! Ich habe nämlich etwas vergessen... Nochmals betaste ich mit der Zungenspitze die ungeschützte goldene Krone meines Vorderzahns. Wie in einem Spiegel sehe ich, dass das Gold von einer Schicht feuchten Kohlestaubs überzogen ist. Beim Lachen war also jedes Mal diese abscheuliche Stelle zu sehen, die jene Männer abschreckte und anwiderte, so dass sie sofort das Weite suchten.

Wortlos, mit aufeinander gepressten Lippen springe ich auf, laufe hinaus und stürze eilig die Treppe hinauf, um mir auf meinem Zimmer die weiße Krone aufzustecken! Doch die Treppe liegt voller Kleinspielzeug, das Moina hier nach dem Spielen zurück ließ. All diese kleinen Dinge aus den Überraschungseiern. Es kann nicht hier liegen bleiben, denn die alte gebrechliche Frau könnte darüber stürzen, wenn sie nachher die Treppe herunter kommt. Das werde ich Moina nachher gleich sagen. Hastig klaube ich die Spielsachen von dem alten Perser, der sich lang über die Stufen erstreckt. Es ist soviel, dass es eine Hand nicht tragen kann. Mike kommt hinzu, ich mache ihn darauf aufmerksam, und es fühlt sich gut an, nun nicht mehr allein damit zu sein.

Später gehe ich wieder runter und gehe über einen langen Gang und trete durch die Kellertür in die ältere Küche. Dort stehen Ex-Verwandte herum, die längst verstorben sind. Mein väterlicher Großvater ist heimgekehrt. Wir alle haben beschlossen: er soll in seinem Zuhause sterben. Er steht gebeugt vor der Spüle und wäscht sich. Sein Oberkörper vertraut hager aber kraftvoll. Er ist einzig mit einer Hose aus grauem stabil gewebten Stoff – von sichtlich guter Qualität – bekleidet. Mit beiden Händen schaufelt er das Wasser ins Gesicht bis hinauf auf den kahlgeschorenen Schädel. Dieser Vorgang braucht jedes Mal erneut Aufmerksamkeit und Konzentration, wenn er den Stand bewahren will, denn er ist stark geschwächt. So sammelt er - das geschöpfte Wasser in den Händen haltend und sich kurz mit den Knöcheln am Beckenrand abstützend – Kraft und gibt sich festen Stand, ehe er mit einer gezielten Bewegung das Wasser zum Gesicht bringt. Bemerkenswert, wie er trotz seines Zustands, jedes Mal erneut so viel Festigkeit erlangen kann! Da fällt mir etwas ein...

Ich eile wohnliche Hausgänge entlang. Im Arm halte ich mein gerade geborenes Baby. Mit einer Hand streiche ich über meinen Bauch... Ja, dort ist noch eine weiche Wölbung spürbar und sicherlich auch sichtbar. Ich spüre ein starkes und leises Glück – jenes Glück und das Gefühl der Erlösung, das sich nach einer Geburt einstellt.

Während ich zu den Verwandten in die Küche gehe, fällt mein Blick auf Moina, die in meinen Armen liegt. Die verstorbenen Verwandten hatten sie wohlmeinend in eine Frischhaltetüte gepackt, um sie frisch zu halten. Das Tütenende ist mit einem Clip verschlossen. Warm liegt Moina in meinen Armen – bewegungslos. Erschüttert rufe ich den Verwandten zu: „So geht das doch nicht!! Sie wird darin ersticken!!!!“ Inzwischen konnte ich die Tüte öffnen und streife sie vorsichtig vom kleinen Körper. Moina gähnt herzhaft, beginnt sich zu räkeln und wird langsam wach. Leben strömt in sie ein – welch ein Glück!! Und während ich sie aufwachen sehe, ihr Aufwachen spüre, durchströmt mich ein Gefühl der Erholung und Entspannung. Fühle mich mehr und mehr ausgeschlafen – ein wenig wie neugeboren.

22
Jun
2006

Schlüsselgewalt vor der Geburt

Traum: Im „alten“ Hörenberg-Wohnzimmer. Die Terrassentür steht offen, eine gute Bekannte von mir tritt schon einmal hinaus. Ich will ihr folgen, bemerke aber den Mann – etwas jünger als ich, gleiche Größe – hinter mir, der diese Gelegenheit gleich nutzen will, mich auszusperren. Er hat bereits den Schlüssel in der Hand, um hinter mir abzusperren. Im nächsten unbeobachteten Moment ziehe ich den zweiten Schlüssel aus der Terrassentür und nehme ihn an mich. Schließlich möchte ich die Möglichkeit wahren, jederzeit hier heraus zu können! Ich bin hochschwanger, die Geburt kann jederzeit losgehen, da wäre es ganz übel, hier auf der Terrasse gefangen zu sein.

Als ich auf der Terrasse, und damit mehr im Licht stehe, bemerkt der Mann, dass ich einen Schlüssel habe. Er deutet an, ich solle ihm diesen Schlüssel zurückgeben. Dazu bin ich nicht bereit! Und da es nicht so aussieht, dass er mehr Druck machen wird, bekomme ich langsam das gute Gefühl, die Schlüssel in der Hand behalten zu können. Die bevorstehende Geburt beunruhigt mich allerdings, so dass ich kein wirkliches Wohlbefinden spüre.

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7
Jun
2006

Drittes Kind mit 46 - Geburtstermin: 7. Mai

Traum: Die gynäkologische Untersuchung nahm einige Zeit in Anspruch, neigt sich nun dem Ende zu. Rundum in der Klinik ist längst Feierabend-Ruhe eingekehrt. Das spürende Gedächtnis erzählt von quälenden, teils grellgelben Gefühlen während all der zurückliegenden Untersuchungen. Teils war es mit Leid verbunden – momentan spüre ich aber keine Nachwehen.

Die Ärztin setzt sich zu mir auf die Pritsche – an meine rechte Seite. Lächelnd teilt sie mir das Ergebnis der Untersuchungen mit: „Sie bekommen ein Baby.“
Mit einem Blick nach oben entflüstert mir: „Himmel...!“

„In Ihrem Herzen wird es immer wärmer“, teilt die Ärztin mit. Damit meint sie vermutlich die Freude über das Baby in meinem Herzen? Ich spüre dem nach.

Sie nennt den Termin: „Am 7. Mai.“

Ich spüre, wie sich mein Blick wieder nach oben richtet, so als könnte er durch die Zimmerdecke hindurch dringen. Wieder entweicht mir dabei ein nachdenkliches, fast tonloses „Himmel...!“

„Ja, Himmel...“, sagt die Ärztin sanft, „so ist es. In ihrem Herzen wird es immer wärmer“.

Sie ist mir nahe. Ich sehe ihr Profil, ihre leicht gewellten honigblonden Haare... lange nicht mehr gekämmt, weil keine Zeit dafür blieb. Ich blicke in ihre nachdenklichen rehbraunen Augen und nehme in deren Tiefe genau jene Wärme wahr, von der sie mir erzählt. Sie ist mir in diesem Augenblick wie eine Freundin, ich empfinde viel Wärme in ihrer Nähe.

Offenbar nimmt sie immer noch ein weiteres Anwachsen der Wärme in meinem Herzen wahr. Ich spüre dem nach, will es überprüfen, bleibe aber unsicher und erzähle: „Ich bin 46 Jahre alt, wir hatten uns inzwischen eigentlich dazu entschlossen, kein Kind mehr zu bekommen.“ Mir fällt aber auch die Hellseherin ein, die mir vor mehr als zwanzig Jahren drei Kinder prophezeite... Noch eine Schwangerschaft... noch eine Geburt... in meinem Alter. Würde ich das überstehen?

Wir stehen auf, die Ärztin weist mich an, mich auf das Bett zu setzen. Ich sehe mich auf dem Bett sitzen, ein Tablett mit Speisen auf den Knien. „Jetzt essen Sie erst einmal was!“, fordert die Ärztin fürsorglich auf. In mir das Gefühl, als habe ich mir dieses Essen nach längeren Entbehrungen und Schmerzen redlich verdient, obwohl ich gar keinen Hunger verspüre.

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