Zeitgeist

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Aktuelles

Verlockend ist es ja......
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Traumzeit
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Liebe Audrii, ja, ich...
Liebe Audrii, ja, ich habe den Eindruck, dass dies...
Traumzeit

Fundstücke

28
Jun
2008

Auahawk und Traumfahrkarte

Traum:
Verschwindend eine vage Erinnerung an einen Auahawk und die Erklärung, dass dieser Auahawk für ein Selbstverhinderungsprogramm steht, das für nichts gut ist, außer unnötigen Schaden anzurichten. Wenn er mich auch die vergangenen Stunden quälte, so liegt das nun hinter mir.

'Meine Traumfahrkarte' von Traumzeit Mit einem Male halte ich eine Art Fahrkarte in den Händen. Eine Blanco-Fahrkarte, auf die der Name Traumzeit 3.0 gestempelt ist. Der Schriftzug verblasst zur Zahl hin. Innerhalb der Fahrkarte ist ein Teil vorgestanzt. Dieses Stückchen muss wohl herausgelöst werden, wobei erkennbar ist, dass dies bisher niemand versuchte. Aber es ist ja auch meine Fahrkarte. So ganz klar ist mir die Bedeutung dieser Karte trotzdem nicht. Da taucht kurz die Adresse spinning.com über dem verschwindenden Traumzeit-Schriftzug auf. Mag auch sein, dass ich die Karte umgedreht habe. Spinning.com... Was soll das bedeuten? Was hat Spinning mit Traumzeit zu tun? Fitnesstraining oder spinne ich?

3
Mai
2008

Puppenkleider

Traum:
Eine kleine Veranstaltung in einem kleinen Raum. Es ist hier dunkel, jedoch sind alle Objekte im Licht. Mir gegenüber ein Mann; ein Verkäufer in Geschäftskleidung – sehr ernsthaft wirkend, kein Lächeln streift sein Gesicht – der heute jedoch nichts verkaufen, sondern etwas verschenken will. Einige der anwesenden Damen scheinen bereits etwas erhalten zu haben, denn der Mann erläutert gerade den Inhalt der jeweiligen Kartons. Ich schaue vielleicht etwas fragend aus der Wäsche, denn der Mann überlegt kurz, als sein Blick mich streift, und überreicht mir dann einen dieser Kartons, obwohl ich dieses Geschenk eigentlich erst nach der Veranstaltung hätte erhalten sollen.

Ich nehme den Kartondeckel runter. Große Freude beim Anblick des reichhaltigen Inhalts. In einem Fach liegen eine Reihe von Cellophantütchen, die sorgsam zu briefmarkengroßen Quadraten gefaltet wurden. Diese hatte ich bereits in den anderen Kartons gesehen und freue mich, auch so viele davon erhalten zu haben. Die Funktion dieser Cellophanteilchen ist mir im Traum klar. Dazu gehören auch einige schmale Kärtchen, die den Reitern von Hängeordnern entnommen sein könnten. Toll, alles da! Etwas enttäuschend ist, dass zwar reichlich Puppenkleidung im Karton ist – ja, eine Puppe gehört natürlich auch dazu! – die Kleidermodelle aber wiederholt enthalten sind. Ein Volantrock ist in mehreren Farben da. Ebenso T-Shirts, die zwar in unterschiedlichen Farben vorhanden sind, aber alle das gleiche chinesische Blumenmotiv auf dem Vorderteil aufgedruckt haben. Naja trotzdem, es ist so viel enthalten und dazu ein unerwartetes Geschenk, so dass es die Freude nicht mindert. Es macht bestimmt Spaß mit den Puppenkleidern zu spielen!

23
Mrz
2008

Lernrucksack und andere Winzigkeiten

Traum:
Die Aktion geht zu Ende. Es kann alles eingeräumt werden. Die Gäste werden bald gehen. Auf einem Tisch liegt ein Haufen sauberes Besteck. Mit beiden Händen greife ich zu, sortiere es bereits während des Aufnehmens zwischen den Fingern nach Messer, Gabel, Löffel. So kann ich es schnell in die Schublade einordnen.

Auch der Flohmarkt in den Räumen geht zu Ende. Nicht ein einziges Teil der Kinderklamotten habe ich verkaufen können! Auf Knien am Boden sitzend, lege ich die kleinen Kleidungsstücke ordentlich zusammen und überlege: Macht es überhaupt noch Sinn, alles wegzupacken und zu verwahren? Werde ich jemals ein Teil davon loswerden können? Überlegung: ich könnte jedes Teil für 50 Cent statt dem allgemein üblichen 1 Euro verkaufen. Okay, vielleicht arg wenig. 80 Cent, na gut, 90 Cent wäre immer noch günstiger. Ich würde große Preisschilder gestalten, um darauf aufmerksam zu machen. Ja, ich stelle mir vor, wie ich ganz viel verkaufe.

In einer Ecke werden schöne Dinge angeboten. Beispielsweise ganz winzige Babyschühchen aus warmrotem, ganz weichem Leder. Ich nehme ein Paar davon aus dem kleinen Karton. Welche Größe die wohl haben? Ein Zettelchen auf der Schuhsohle gibt Antwort: 6 Tage
Mein Enkeltochter ist einige Wochen alt. 6 bis 20 Tage, so sagt die Angabe auf der Schuhsohle. Wie schade, dass ich diese Schühchen nicht schon entdeckt habe, als diese ihr noch gepasst hätten.

Aber da, ein Karton voller winziger Rucksäckchen. Sie sind alle aus dem gleichen Canvasstoff gearbeitet: cremeweißer Grund mit kleinen quadratischen Rahmen in Dunkelblau und Weinrot wie mit feinen Pinselstrichen gezogen. Ein Zettel erklärt: Es ist ein Lernrucksack für die ganz Kleinen. So können sie bereits im Babyalter das Anlegen und Tragen eines Rucksackes üben. Der Rucksack ist auf die Anatomie kleiner Babys abgestimmt. Na, das ist doch ein schönes Geschenk! Ganz langsam erinnere ich mich daran, dass ich selbst diese Rucksäckchen fertigte. Erstaunlich, wie sorgfältig und fachgerecht sie genäht wurden.

Im Abseits der Küche der Älteren. Ich hocke vor einer offenen Schranktür, die einer Kühlschranktür gleicht und die indirekt beleuchtet ist. Das untere Fach in der Tür ist mit winzigem Geburtstagszubehör gefüllt – es läuft fast über! Da sind kleine Kerzenhalter, die man in einen Kuchen stecken kann – bleu, rosa, pastellgelb und –grün, perlmuttschimmernd. Weiter schwirren unzählige kleine Haarspangen in eben genannten Farben darin herum. So viel Vorrat! Nun beginnt es tatsächlich über die Kante zu rinnen. Ich versuche den Lauf der Dinge aufzuhalten, versuche mit den Fingerspitzen ganz vorsichtig alles zurückzugeben und zu verteilen – vergeblich. Die Ältere bevorratet zu viel.

14
Feb
2008

Peanuts und Kerzeninnenlicht

Traum:
[...] und ich gehe zu dem Tischchen und halbfreiem Himmel. Während ich sonnenbraunen Puder auf mein Gesicht auftrage, bemerke ich, dass ich zu viel Gesichtspuder aufgetragen habe und wische es ab. Der Puder ist mit Glimmerstaub vermischt, was bei sparsamen Gebrauch vielleicht frisch aussähe. So sieht es einfach nur bescheuert aus. Ein jeder sieht sofort, dass ich mir von dem Puder genommen habe, der mir gar nicht zusteht. Mit feuchten Händen wische ich das Überschüssige aus der Augenpartie. Dabei bemerke ich den meeresgrünen Lidschatten, der ebenfalls leicht schimmert. Ach, ich wische alles fort, ohne dass es mir gelänge und denke mir dabei: Es war ja völlig sinnlos, mich zu pudern, wenn ich nun alles fortwische!

Ich trete an das Fenster eines Kiosks. Die Verkäuferin – eine Alteingesessene – verkauft mir bereitwillig zwei Knöpfe; so als seien es Andenken. Nachdem ich bereits den ersten Knopf – ein sehenswertes Einzelexemplar – sorgsam in die passende Aussparung eines grauen Filznäpfchens verstaute, wiederhole ich dies mit dem zweiten Knopf. Der zweite Knopf scheint aus Schiefer zu sein, weist eine ovale, in sich leicht gewellte Form auf. Auch diesen schiebe ich vorsichtig in eine kleine Aussparung aus Filz, überlege noch, dass ich ihn mit einer stumpfen Stopfnadel vielleicht besser handhaben könnte, aber da ist es bereits erfolgreich vollbracht. Die Kiosktante nickt anerkennend.

Links neben dem Kiosk, ein paar Schritte weiter vor, stehen einige lange Biertische. Ein paar Leute sind hier, treffen Vorbereitung für eine Feier. Ich bemerke, dass alle Tische über und über mit etwas bedeckt sind. Vielleicht ist es Laub oder es sind Nüsse – ich kann mich nicht erinnern. Wie auch immer, ich sammele alle vorhandenen salzigen Erdnüsse in eine graue Filzschale. Dann verteile ich diese auf drei Filzschalen. Es ist nicht viel, die Schalen sind kaum gefüllt. Dennoch finde ich Gefallen daran, denn die Filzschalen sind sonderbare Unikate, die auch leer noch wohlgefällig die Augen auf sich ziehen dürften. Diese Schalen verteile ich an verschiedenen Tischen und gleichzeitig einzig und allein auf einem langen überdachten Tisch.
Zurück am Tisch, wie zu Beginn. Einige Kerzen stehen beisammen, können noch auf alle Tische verteilt werden. Es sind kleine Kerzen. Ich nehme eine eiförmige Kerze. Sie fühlt sich so besonders und zerbrechlich an. Sie leuchtet von innen! Daneben eine ganz feine Kerze, kaum dicker als ein Streichholz. Auch sie leuchtet innerlich. Sie ist schön; ich bin versucht, sie sofort anzuzünden! Aber wie schnell wäre sie abgebrannt... Nein, es ist klüger zu warten, bis alle Gäste erschienen sind. Dann haben alle etwas davon. Bald habe ich eine Auswahl an Kerzen verteilt und spüre nun eine ganz zarte Freude in mir.

7
Nov
2007

Kamel

Vertraue auf Allah –
Doch binde zuerst deinem Kamel die Knie


Rumi

21
Jun
2007

Warten auf Reistee

Traum:
Aufgrund eines Hinweises betrete ich eine kleine Verkaufsstelle von Amazon. Ein junger Verkäufer kümmert sich sofort freundlich um mich und führt den Auftrag aus. In der Büroabteilung hinter dem Verkaufstresen steht er, hält mit einem Male einen Baseballschläger (eher eine zierliche Variante) in der Hand und bewegt ihn wie einen Zauberstab. Er lächelt verschmitzt. Natürlich ist das nur ein Jux, mit dem er mir Vergnügen bereiten will. Allerdings staune ich nicht schlecht, dass er hierbei ein schmales, mir bis zum Kinn reichendes Paket hervorzaubert, welches er mir übergibt. Das schmale Ende des Pakets ist offen und ich werfe einen neugierigen Blick hinein. Der Verkäufer erklärt, das Paket enthalte das ganze Set, allerdings seien zwei Dinge noch nicht enthalten, da sie nicht im Paket transportiert werden können. So wie beispielsweise die Schale mit Reistee, die man jetzt ganz frisch für mich zubereiten werde. Ein zweiter Verkäufer ist inzwischen in der kleinen Teeküche verschwunden und ich vermute, er bereitet den Tee zu. Eine zweite Sache werde jetzt ebenfalls für mich vorbereitet, womit das Set dann komplett wird.

In dem Paket entdecke ich unter anderem zwei großformatige Bildbände. Eines davon zeigt eine reichhaltige Auswahl von Gemälden in Brauntönen. Der zweite Bildband ist ein Mal-Lehrgang, der dabei helfen soll, Gemälde dieser Art zu erschaffen. Weiter entdecke ich eine Schachtel, von deren Abbildung sich rückschließen lässt, dass darin eine Reihe von Farbnäpfchen enthalten sind. Der Teil der Schachtel, den ich erkennen kann, zeigt eine verschiedene Brauntöne. Dann entdecke ich noch einen Karton, in dem ein Transistorradio steckt. Ein ganz spezieller Weltempfänger, wie der Verkäufer freundlich erklärt, der extra auf dieses Set abgestimmt sei, so dass stets die passende Musik zu den Gemälden gesendet wird. Jedenfalls sind in dem Paket noch weitere Utensilien enthalten, die ich aber nicht erkennen kann, solange ich sie nicht ausgepackt habe.

Grundsätzlich bin ich über diese abwechslungsreiche, durchdacht aufeinander abgestimmte Materialsammlung begeistert, die ein umfassendes Vertiefen in diese Richtung ermöglicht; die auch dazu verhelfen könnte, dieser Kunstrichtung kreativ zu folgen. Bedenken habe ich allerdings wegen der Vorgaben, die durch den Inhalt des Pakets gegeben sind. Es spricht mich nicht wirklich an und ich bin – zugegeben – ein wenig enttäuscht. Die Farbtöne, die Musik, die Motive... es wirkt langweilig und eintönig auf mich. Braun war ja noch nie meine Farbe. Gut möglich, dass mir einfach nur der wirkliche Zugang dazu fehlt, der meine Begeisterung wecken könnte. Gleichzeitig befürchte ich, dass ein Versuch des Zugangs eine langfristige und letztlich auch trostlose Angelegenheit sein könnte. Vermutlich würde es einiges an anstrengender Überwindung kosten, mich ausdauernd darauf einzulassen.

[Diese eben beschriebene Szene wiederholt sich mehrmals, und zwar jedes Mal, nachdem ich von Halsschmerzen und Fieber aufgewacht war. Ein Gefühl, als käme ich stundenlang nicht weiter in diesem Traum, der durch jedes erneute Einschlafen an dieser Stelle neu belebt wird.]

Inzwischen warte ich schon recht lange auf den Tee und die weitere Zugabe zum Paket. Es dauert so lange, dass ich überlege, ob die Verkäufer diese Angelegenheit inzwischen vergessen haben. Ich mag mich nicht aufdrängen, also auch nicht fragen. Andererseits bin ich aber neugierig, welche Dinge den Paketinhalt vervollständigen werden. Die Frage ist ja auch, ob ich mich wirklich in diese Sache einbringen soll/möchte? Falls nicht, brauche ich gar nicht mehr auf das warten, was da noch kommen mag. Aber Mike steht links neben mir, und als der Verkäufer in unsere Nähe kommt, fragt er nach. Der Verkäufer bestätigt: „Der Auftrag wird bearbeitet. Nur noch etwas Geduld, bitte!“

2
Apr
2007

Dr. Mad

Traum:
In einem Nebenlager wurde ein Karton zutage befördert. Ein auffällig länglicher Karton, der von einigen Angestellten bereits geöffnet und dessen Inhalt oberflächlich gesichtet wurde. Zwar hatte ich gewusst, dass ich in einer Abstellkammer noch eine Handvoll CDs von einem früheren Freund aufbewahre, aber mir war nicht klar, dass es so viele sind!! Ein Blick in den Karton zeigt, dass er dicht und bis oben hin mit CDs/CD-Rom gefüllt ist. Ich kann es mir nur so erklären, dass der Freund keine Verwendung mehr dafür hatte, und sich dann überlegt hat, sie einfach mir zu vermachen, da ich eh schon ein paar aus der Serie hatte. An und für sich wirklich eine nette Sache. Die rechte Kartonhälfte enthält CDs, die alle fast das gleiche Cover zeigen. Sie gehören alle zu einer bestimmten Themenreihe. Mitten drauf ist das bekannte Bild von Alfred E. Neumann zu sehen. Darüber steht in roter Western-Wanted-Schrift DR. MAD.
Ich habe widersprüchliche Gefühle mit diesem verdeckten Geschenk. Ich freue mich über das viele Material zum Studieren, fürchte mich aber davor, zu wenig Ausdauer für diese Fülle zu haben. Ich freue mich, großzügig beschenkt worden zu sein, fürchte mich aber vor Nachfragen bezüglich der Lieferquelle.

Kritzel:
Mad Link

22
Mrz
2007

Urzeitliche Zahnprothesen alter Männer

Traum:
Mike und ich sind in bislang unerforschte Räume vorgedrungen und machen hier einen archäologischen Fund. Aus einer Kammer rechts hinter meinem Rücken holt Mike die zu Tage beförderten Stücke hervor und bringt sie mir zur Betrachtung. Es sind alles uralte Zahnprothesen von den Unterkiefern alter Männer. Zumindest äußere ich Mike gegenüber meine Annahme, dass es sich um Männerzähne handeln müsse, da die Backenzähne eine ausgeprägte und starke Bissfläche aufweisen. Ein Teil der Zähne sind mit einer gehärteten Masse gefüllt. So eine Art frühzeitlicher Zahnfüllungen. Aha, so etwas hat es also auch schon in der Frühzeit gegeben! Ich fühle mich mit diesen Funden geradezu beschenkt. Ich spüre starkes Interesse an diesen Dingen. Wann im Leben hat man schon mal eine solche Chance, so uralte Gegenstände zu finden! Bei weiterer Betrachtung fällt mir die Hufeisenform einiger Prothesen auf. Die offene Seite ist derart verjüngt, dass ich mich frage, ob die Alten überhaupt noch schlucken konnten, da die Enden einen Teil des Rachens bedeckt haben müssten. Mal sehen, was Mike dazu meint.

17
Jun
2005

Nachlass von Grillparzer und Fontane

Traum:
Über einen Flur eilend, gelange ich in meine kleine Küche der mir unbekannten Wohnung. Es wartet reichlich Hausarbeit auf mich. Moina schläft. Mein Zahnarzt kommt mit geschäftlichen Unterlagen – dabei geht es um einen Vertrag, vielleicht eine Versicherung – um diese Punkt für Punkt mit mir durchzugehen. Ich würde mich dazu gerne an den Küchentisch setzen, doch liegen darauf noch eine Menge Spaghetti herum, die Moina beim Essen daneben gingen.

Vorweg möchte ich kurz telefonieren, um mitzuteilen, dass ich wegen der Besprechung erst später kommen kann. Vermutlich habe ich versehentlich die Nummer meiner Eltern gewählt, denn ich höre unerwartet Stimmen, die sich anhören, als begänne gerade eine Geburtstagsfeier. Allerdings ist niemand direkt am Hörer. Auf mein lautes Hallo kommt auch keine Antwort. Im Hintergrund ist heiteres Stimmengewirr zu vernehmen. Das macht es unkompliziert, so kann ich ohne lange Erklärungen gleich wieder auflegen. „Ich komme gleich!“, rufe ich meinem Zahnarzt zu.

Dem Zahnarzt folgend, passieren wir die Küche – das Tageslicht dringt nur gedämpft hinein – und gelangen in einen großen Raum. Hier dürfte eine freier Tisch zu finden sein. Und hier ist es heller. Während ich an einem Tresen vorbeigehe, bemerke ich Beistelltische mit Kaffeebechern und Frühstückstellern. Das Ambiente lässt an eine skandinavisch ausgestattete Herberge denken. Anfangs halte ich diesen Raum für ein privates Esszimmer. Doch als ich drei oder vier Tische im Raum zähle, vermute ich doch eher eine Unterkunft für kleine Gruppen. Eine Gruppe ist hier untergekommen, nur nutzt sie diesen Raum momentan nicht – alles ist ruhig und friedlich.

Schließlich gelange ich in eine Kammer, die ich nun für einige Zeit nutzen darf. Ein Ferienzimmer, in dem ein altes Metallbett mit einem gusseisernen Gestänge für den Himmel – allerdings steht es ohne Himmelsstoff. Die obere Seite des Himmelsgestänges ist von vielen kleinen Lämpchen umgeben. Eine nette Idee! Mein Blick bleibt daran hängen und ich entdecke ein klitzekleines Lichtschalterchen. Hey toll, das Licht lässt sich auch tatsächlich einschalten! Einer weiblichen Person, die inzwischen an meiner Seite steht, mache ich den Vorschlag, einmal die Hauptbeleuchtung auszuschalten, um zu schauen, welche Wirkung es hat, wenn nur die kleinen Lämpchen leuchten. Gesagt getan. Die Beleuchtung ist recht angenehm, aber doch heller als ich vermutet hatte. An den kreuzartig angebrachten Querstreben hängt eine weitere Lichterkette. Diese ist etwas ganz Besonderes: es sind kleine Jadesteinchen mit kleinen Lämpchen im Innern! Der Schalter für die Jadelichter befindet sich auf der anderen Seite des Bettes. Auch diese Lichter schalte ich ein. Nach dem Löschen der übrigen Lichter dürfte es eine angenehm gedämpfte Ausleuchtung geben! Das möchte ich gerne ausprobieren! Und ich freue mich so sehr darauf, dieses Zimmer bald nutzen zu dürfen!

Die Läden dreier Fenster habe ich bereits geschlossen. Soweit das möglich ist. Denn die Fensterläden lassen das mittlere Drittel der Fenster offen. Das vierte Fenster gefällt mir ganz besonders... Es gewährt Ausblick auf das dunkle Grün alter Bäume und Büsche nahe der Hauswand. Es spendet angenehmen Schatten. Klarer Himmel, leise rauschender Wind, und in der Ferne sanft brandendes Meer. So schön!

Die Fassade des winkeligen Hauses ist aus grobkörnigem Putz. Ein sehr altes und gepflegtes Haus. Und so viel Freude in mir! Beim Schließen der Fensterläden ist deutlich das dunkelgrün lasierte, lamellenartig angebrachte Holz zu sehen. Die oberen Kanten zeigen sich geschwungen. Die Läden wurden sichtlich liebevoll gearbeitet. In mir ist Vorfreude auf den ersten Abend, die erste Nacht in dieser Kammer!

Zurück im Gemeinschaftsraum. Dieses Mal fällt mein Blick von anderer Seite auf die Frühstückstische. Mit der wiederholten Überlegung verbunden, dass es wirklich ein Gemeinschaftsraum ist. Immer noch die leise Unsicherheit, vielleicht doch in privaten Räumen gelandet zu sein.

Ein weiterer Raum. Fünf biedere, nüchterne Frauen meines Alters sitzen rund um einen Tisch. Bei ihnen die Nachlassverwalterin. Ich gehe an ihnen vorbei, um die Ecke und passiere ein Beistelltischchen mit Frühstücksgedecken. Die bunt quadratisch gemusterten Kaffeebecher fallen ins Auge.

Am Ende des Raumes steht eine Kommode aus dunklem Holz – aus Großmutterzeiten. Davor hockend, werfe ich einen Blick in die linke Seite hinein und bin erstaunt, wie tief und geräumig sich der Schrank im Innern zeigt. Oh, Franz Grillparzer nutzte diese Kommode! Die Materialien seines künstlerischen Schaffens liegen noch hier drin: einige Packen, mit postblauem Papier umwickelt, sauber gestapelt. Einen der Packen öffne ich, und ziehe ein Kärtchen heraus. Auf lichtgelbem Grund steht die Überschrift: „Farb-Tagebuch“. Das Kärtchen ist in Kästchen unterteilt, die farblich verschieden unterlegt sind. Rechts oben sehr helles Pastellgelb, nach links unten zu einem immer dunkleren Gelb verlaufend. Diese Kästchen füllte Herr Grillparzer täglich aus, wenn er seine Bilder schuf. Jeden Schritt, jede neu verwendete Farbe notierte er sorgfältig bei jedem seiner Arbeitsschritte. So lässt sich dies heute noch nachvollziehen. Selbst von darunter liegenden Farbschichten, die nicht mehr zu erkennen sind, zeugen sie. Und bleiben so dem Bewusstsein erhalten. In der Kommode liegt noch ein ganzer Stapel dieser blanko Farb-Tagebuch-Kärtchen. Da Franz Grillparzer nicht mehr lebt, könnte ich sie nun verwenden! Die Vorstellung begeistert und belebt mich geradezu. Eine wundervolle Vorstellung, anhand dieser Farb-Kärtchen den Verlauf meines täglichen Schaffens festzuhalten, macht mir Freude. Am liebsten würde ich sofort damit anfangen. Genug Basismaterial ist ja vorhanden. Eine tolle Grundlage – ich könnte ohne Umschweife anfangen!

Was wohl im rechten Bereich der Kommode liegt? Ich öffne die Tür... Theodor Fontane nutzte diese Hälfte, um seine Materialien aufzubewahren. Auch hier öffne ich einen der Stapel, die sorgfältig in Papier eingeschlagen sind. Rahmenlose Glasbilderhalter kommen zum Vorschein. Wie wunderbar! Hiermit hätte ich einen Ort gefunden, wo ich den Farb-Tagebüchern einen Platz zum Verwahren geben könnte. Die Kommode und deren Inhalt gehören zum Nachlass der beiden Dichter.

Jetzt nehme ich die biederen Frauen am Tisch auch bewusster wahr. Sie sind noch mit dem Aufteilen der Güter beschäftigt. Mit ernsten Gesichtern verteilen sie alles untereinander. Sie wirken gelassen – keine von ihnen macht einen gierigen oder habsüchtigen Eindruck. Im Stillen hoffe ich natürlich, dass es sich dabei nur um das Mobiliar handelt! Denn dann könnte ich den Inhalt der Kommode für mich behalten. Nur habe ich keinen Anspruch darauf – ich gehöre nicht zu den berechtigen Erben! Einzig der Umstand, freien Zugang und eine Aufenthaltsgenehmigung für diese Räume zu haben, gestattet mir, die Materialien ohne schlechtes Gewissen an mich nehmen zu können. Dies aber nur solange die Erbinnen keinen Anspruch darauf erheben.

Natürlich hoffe ich, dass die Frauen gar nichts vom Inneren der Kommode wissen! Das wäre eine gute Chance; und ich würde sie nicht darauf aufmerksam machen. Um nicht unnötig Aufmerksamkeit darauf zu ziehen, wende ich mich unauffällig ab. Spüre dabei sehr unangenehm die erwachte Gier in mir. Ich denke kurz darüber nach, gestatte mir die Gier in mir zu haben, aber mit dem Vorsatz verbunden, nicht aus dieser Gier heraus zu handeln. Mit einem Male fällt die Gier von mir ab, und ich kann gelassen abwarten, was letztlich übrig bleibt. Die Aufteilung neigt sich dem Ende zu. Ich verlasse den Raum vorübergehend – werde später, nachdem alles geregelt ist, hierher zurückkehren.
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