Zeitgeist

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Entwicklungen

24
Jul
2008

Traumzeichnen

Traum:
Ein breitformatiger Skizzenblock mit doppellagigen Fotoalbum-Falzen in der Mitte. Nach und nach tragen wir – wir, die Traumcommunity – auf jeder Seite einen Traum ein. Jeden Tag einen Traum auf einer Seite. Der jeweilige Traumbeitrag gibt den Traum nicht in Worten oder einem Bild wider, sondern in Form von miteinander verbundenen roten Linien, die wir zeichnen, während wir dem Traum zuhören. Der Traum selbst ist es, der unsere Hände führt und uns Linien zeichnen lässt, die sich auf das innere Viertel des Papiers beschränken und von der Form her ein aufrecht stehendes Rechteck mit Innenleben andeuten. Und während sich der Traum durch unsere Hände zeichnet, deuten wir ihn gemeinsam. Oder anders gesagt: er offenbart uns seine Bedeutung während des Zeichnens. Dieses Tun zieht sich wie ein roter Faden durch die halbe Nacht. Nach einigen Stunden erlebe ich es als immer anstrengender, so als würde ich mir den Kopf zermartern, ohne zu einem Ergebnis zu gelangen.

Verknüpfung:
Website, Broschüre und Kaffeebecher
Website-Gestaltung und Superlearning

16
Jul
2008

Zen – Die Verwicklung

Traum:
Die sächsische Hypnosetherapeutin – sie ist die Freundin des Krebskranken - hat gut schulterlange rotblonde Haare. Rotblonde Haare... das Deckhaar ist rotblond, das Haar darunter weißblond; die Haare sind so fein, dass es beim ersten Blick ausschaut, als seien nur diese wenigen rotblonden Strähnen vorhanden und die Kopfhaut schimmere durch. Doch so ist es nicht.

Sie sitzt in einem quadratischen Raum. Eine Wand besteht aus einem japanischen Fenster, das Aussicht in einen Zen-Garten gewährt. Gedankenversunken sitzt sie auf einem Polster am Boden und schaut hinaus. Als sie Mike und mich bemerkt, wir treten gerade ein, winkt sie uns mit sanfter Stimme heran: „Jaaa... schaue es Dir an...“ Dabei löst sie den Blick kaum vom Garten und ihre Stimme ist so weich und sanft, dass sich etwaige Bedenken – wer weiß, was uns erwartet, wenn wir hinschauen?? – sofort auflösen.

Dann wird die Rotblonde, mit ihrem Einverständnis, in eine leicht gepolsterte Decke eingewickelt, die in dieser oliv-grauen Farbe, mit den Haken und Ösen an altertümliche Manschetten zur Blutdruckmessung erinnert. Bald liegt die Rotblonde fest umwickelt, wie die Füllung eines Omlettes, zwischen den Polsterlagen. Auch ihre Arme sind so eingebunden. Keine Bewegung ist mehr möglich. So wird sie nun über Nacht liegen bleiben, den Blick aus dem Fenster in den Garten, und meditieren. Eine nächtliche Übung, denn sie kann sich ja noch nicht einmal an der Nase kratzen, falls es dort kitzeln sollte. Eben dies macht den Zen-Charakter dieser Übung aus.

28
Jun
2008

Das goldene Knöpfchen

Traum:
Meine Kleine und ich sitze auf dem Boden, einander gegenüber. Sie bettelt: „Ich möchte soo gerne noch einmal Dein goldenes Knöpfchen sehen!“ So hebe ich den Stoff, schiebe die darunterliegenden Stofffalten meiner üppigen weißen Wäsche beiseite und entblöße mein Knöpfchen. Ganz andächtig, voller Freude und mit glänzenden Augen schaut meine Kleine es an; wie einen Edelstein in einer geheimen Schatzkammer. Ganz leicht drücke ich die weichen Wulste ein wenig zur Seite und nach innen, wodurch sich das Knöpfchen weiter herausschiebt. Da die Kleine danach verlangt, ziehe ich vorsichtig daran und ziehe es weiter hervor, wodurch nun auch das rote Stäbchen hervorkommt, an dem es innerlich befestigt ist. Ich selbst bin etwas überrascht, dass so etwas Phallisches in mir verborgen ist. Die Kleine springt mich an, schlingt ihre Beine um meine Hüften und möchte, dass ich sie penetriere. Ich greife gerne zu, um ihren Wunsch zu erfüllen. Allerdings ist es wohl besser, wenn uns niemand dabei erwischt.

6
Apr
2008

Aufbaukost von Zucker

Traum:
Vorhin erhielt ich ein kleines Päckchen von Zucker. An der Ladestation meines Telefon stehend, öffne ich den Pappdeckel. Zwei Schoko-Weihnachtsmänner in Stanniol stecken im Stroh im Karton – ein großer und ein mittlerer. Die Verwunderung über Weihnachtsmänner zu Ostern dringt nur vage in mein Bewusstsein, so sehr zieht das Kärtchen meine Aufmerksamkeit auf sich. Es ist ein weißes unliniertes Karteikärtchen, beidseitig von Zucker handbeschrieben. Auf der Vorderseite zitiert sie eine Aussage, die ich kürzlich in meinem Blog machte:
„Es ist immer wieder so...“ Damit drückte ich etwas resigniert aus, wie schwierig bis nahezu unmöglich es doch ist, Veränderungen des eigenen Verhaltens herbeizuführen und dann auch langfristig beizubehalten.
Ich drehe das Kärtchen um und lese weiter. Zucker schreibt ihre Meinung zu meiner Aussage, und möchte mich damit aufbauen: „Nein, es ist nicht immer so!“ Dann führt sie einige Beispiele auf, wo es mir tatsächlich gelungen ist, mein Verhalten dauerhaft zu verändern. Ja, und indem sie meine Aufmerksamkeit darauf richtet, werden mir diese Erfolge überhaupt erst bewusst! Ich fühle mich erleichtert und reich beschenkt.

Notiz:
Danke Zucker! grins

21
Jan
2008

Entwicklungsgespräch und in Freiburg

Traum:
Gegen 13 Uhr erscheine ich im Erdhügel, wo ich zu einem Entwicklungsgespräch mit Vigi verabredet bin. Einige Mütter vertreiben sich die Zeit in der Aula. Mir ist ganz klar, dass der Termin bereits um 11 Uhr war, ich aber die Zeit nicht eingehalten habe – eine Tatsache, die mich kaum stört. Außerdem erinnert Vigi die Termine oft auch nicht so genau.

Als Vigi erscheint, signalisiere ich ihm kurz, dass er nicht nur Moina, sondern auch mir die Haare kürzen soll. Ich stelle mir meine neue Frisur vor... sehe mich mit dieser und bemerke dabei meine eingefallenen Wangen. Die vergangenen Tage haben ihre Spuren hinterlassen. Von Vigi angesprochen, werde ich aus meinen Gedanken gerissen. Er sieht das alles ganz locker: Haare schneiden, na klar; dass ich zu spät gekommen bin, ist doch okay.

Kurz entschlossen nehme ich Moina an die Hand und trete an diesem noch frühen Vormittag eine Reise nach Freiburg an, um Keno zu besuchen.

Seine halb unterirdisch gelegenen weiten Kellerräume liegen noch unbeleuchtet. Nur trübes Tageslicht dringt durch die schmalen Fensterstreifen unterhalb der Zimmerdecke. So früh am Morgen ist Keno noch nicht hier. Hier unten beschäftigt er sich mit seinen Fotografien. Es gibt Schneidegeräte, Entwicklungslösungen und Entwicklungsgeräte, die meine Augen nur unbewusst streifen. Bald stehe ich vor einem kleinen Raum, der mittels einem durchsichtigen Plastikvorhang vom übrigen Raum abgeschirmt wird. Dieser Raum erinnert an einen Krankenhausfahrstuhl oder an einen Schleusenraum. Oben, wo der Vorhang am Türrahmen befestigt ist, sind schwarze Zahlen und Buchstaben auf dem Plastik aufgedruckt – unter anderem die Zahl 4. Ich erinnere den gestrigen Chat, zu dem wir zusammen kamen. Keno wird überrascht sein, dass ich hier bin.

Als er kommt, knie ich auf einem runden Holzhocker. Meinen Oberkörper vorgebeugt, das Gesicht auf die Oberschenkel gelegt, den Kopf in meinen angewinkelten Armen verborgen, zeige ich mich erst einmal nicht. Aus Unsicherheit kam mir die Idee, er solle erst einmal raten, wer ich bin. Ach, das ist ja richtig albern. Mein Erscheinen hier und heute ist ja so abwegig, dass er sicher nicht erraten kann, wer ich bin. Keno schaut überrascht und überlegt. Da zeige ich mich.

Wir sitzen zusammen. Er hat seinen rechten Arm um mich gelegt und ich lehne meinen Kopf an seine Brust. Moina habe ich an meine Brust herangezogen. So sitzen wir eine Weile und schweigen miteinander. Das alles hat eine sehr beruhigende Wirkung auf mich. Moina beginnt mit dem Spielzeug zu spielen, das Kenos Kinder gehört; wirft es durch die Gegend. Heute bin ich streng und dulde nicht, dass sie irgendeine Unnordung belässt. Mit festem Griff halte ich sie am Oberarm und lenke sie zu den verstreuten Spielzeugteilen, damit sie es einsammelt. Damit will ich meine Konsequenz demonstrieren. Ich vermute nämlich, dass Keno ein konsequentes Verhalten für wichtig erachtet – da will ich mir keine Blöße geben. Es überrascht mich allerdings, wie willig Moina sich führen lässt – das ist ungewöhnlich!

Ich stehe nachdenklich vor einen offenen Regal. Auf der anderen Seite bereitet Keno das Frühstück für die Kinder vor. Eigentlich sollte ich Keno sagen, warum ich gekommen bin; dass mich die Krankheit herführt. Aber da ist die tiefe Sprachlosigkeit – meine Worte sind weit davon entfernt, den Weg über die Lippen zu finden. Vielleicht erzähle ich ihm später davon – in einigen Wochen. Mal sehen.

Langsam begebe auch ich mich zum Frühstückstisch. Die Kinder sind bereits erschienen – ein munteres Treiben am Frühstückstisch. Es gibt Cerealien. Ich könnte mitessen. Ob ich die Wildrosen-Suppentasse nehmen soll? Ach nein, sie fasst so unverschämt viel. Am Besten ist, ich nehme ein kleines Plastikschälchen, das sieht bescheidener aus. Appetit habe ich zur Zeit ja sowieso nicht.

28
Sep
2007

Initiation mit Kefir

Traum:
Ein weiter Flachdachraum in gemütlichem Schummerlicht. Draußen ist das feuchte, üppige Grün eines weiten Dschungels wahrnehmbar.

Ein junger Mann tritt aus einem Raum; er war bei einer älteren Frau zu Initiation. Er ist nackt, bis auf ein entfaltetes Papiertaschentuch, das er wie ein Feigenblatt trägt. Im Bereich seiner Eichel ist das Taschentuch von Wundsekret durchnässt, was gleichzeitig bewirkt, dass das Taschentuch nicht herunterfällt. Seine Augen von Entsetzen geweitet, sein Mund steht sperrangelweit auf, denn sein Mundraum ist mit dunklem Kakaopulver und einer großen Ladung Kefir gefüllt. Schwierig genug, das zu schlucken! Hinzu kommt noch, dass dem Mann Kefir zuwider ist! Seine Freundin tritt an ihn heran, stellt sich auf die Zehenspitzen, und streckt mit genießerisch geschlossenen Augen die Zunge in seinen Mund und schleckt genüsslich von dem Kefir.

25
Dez
2006

Ich selbst werde sterben

Traum:
Eine kleine, eher private Mitgliederversammlung. Es dreht sich bei dem Gespräch irgendwie um all die alltäglichen Pläne, die man so mit mir hat. Nichts besonderes also, aber auch nichts, das unwichtig wäre. Mike wirft verwundert ein: „Maryana selbst wird bald sterben!“ Es hört sich so an, als sei das bereits in wenigen Tagen der Fall, als sei es fest beschlossen und als müsse das allen bereits bekannt sein. Dieses Mal scheint es auch ums Ganze zu gehen. Ich selbst wusste bis zu diesem Augenblick nichts davon. Aber na gut, kann ja nicht schaden. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich selbst habe das kürzlich auch in Erwägung gezogen, nur zwischenzeitlich vergessen.

9
Nov
2006

Tür öffnen

Traum:
Kinderhort – ausgedehnte Außenanlage. Die Betreuerinnen bitten Mike und mich zum Gespräch. Dabei dreht es sich um Moinas Fähigkeiten, um ihren Entwicklungsstand. Vermutlich soll geklärt werden, ob sie im Kinderhort aufgenommen werden kann. Unter anderem die Frage: „Kann Moina alleine die Türen öffnen?“
„Ja.“
„Problemlos?“
„Ja, wobei es natürlich auf die Tür ankommt.“
„Dann kommen sie vielleicht schon mal mit!“, werde ich aufgefordert.

Die Betreuerin und ich nehmen auf Bürostühlen Platz und das Gespräch wird fortgesetzt. Mehr und mehr gewinne ich den Eindruck, dass ich gecheckt werden soll! Mike lässt mich leise wissen, ich solle einfach weitermachen. Denn, wer weiß... vielleicht läge ein guter Job für mich drin?

7
Jul
2006

Braut mit Arschgeweih

T r a u m:
Eine Hochzeitsfeier im Familienkreis. Die Zeremonie der Vermählung liegt hinter uns. Die Stimmung unter den Gästen ist wie ein froher Gesang miteinander, grüppchenweise.

Das Kalte Büffet ist nahezu leergefegt. Ich entdecke etwas Petersilie auf einer durchgefeuchteten Pappunterlage. Petersilie im eigenen Wurzelbett – Kresse ähnelnd - fast völlig abgenagt. Mit herzhaften Bissen knabbere ich den Rest der Petersilie ab, und werfe die feuchte Pappe mit kühnem Schwung zurück auf das Büffet. Hintergründig nehme ich meinen Vater wahr... er steht einfach da und schaut zu mir her.

In einen Raum nebenan treffe ich auf Mary und Wilma. Wir alle drei tragen schwarze Abendkleidung. Wilma, die Braut, und Mary sitzen nebeneinander auf einem alten Sofa. Wilmas Hüfthose lässt tief blicken, gewährt einen großzügigen Blick auf das sogenannte Arschgeweih. Ihr seidiger weißer String blinzelt verwegen über den Hosenbund hinweg. Mit einem nickenden Blick dorthin, teile ich mit, dass Mike dieses Outfit unmöglich findet. Wilma sagt nichts dazu; so als wolle sie diese Information gar nicht an sich heranlassen. Mary schaut mich neugierig und spitzbübisch lächelnd an. Ihre Kleidung lässt nicht erkennen, ob auch sie von meiner Aussage betroffen ist. Auch ihre vergnügt blitzenden Augen verraten nichts... – eher verraten sie alles, alle Möglichkeiten.

Ich bin so froh, dass ich dieses Mal die ganze Nacht mitfeiern kann! Morgen habe ich ausnahmsweise frei. Ich warte darauf, dass Wilma zu mir kommt, denn wir wollen etwas zusammen spielen. Vermutlich wird sie noch von Gästen aufgehalten. Während des Wartens wandert mein Blick über den rotbraun gefliesten Fußboden... vielleicht sollte ich schnell wischen? Zum Perspektivenwechsel nehme ich eine Fotografie des Fußbodens in die Hand und halte es etwas schräg, so dass mehr Licht auf die Oberfläche fällt. Ich kann gar keinen Dreck entdecken?!

Egal, ich gehe los, und stelle es mir schön vor, den Boden feucht aufzuwischen. Schließlich bin ich die Braut und kann diese Stunden nach meinem Belieben gestalten. Als ich die Putz-Utensilien zusammensuche, bemerke ich, dass vor einem alten Küchenregal aus Holz – es ist übrigens leer – einige dunkelrote Kirschen liegen. Auf den Knien fege ich sie mit Handfeger und Schaufel zusammen, fege auch Kirschen unter dem Regal hervor.

Als Mary dann kommt und gefragt wird, wie es dazu gekommen sei, dass sie Moina geheiratet habe, sagt diese, sie habe schon immer Kinder gemocht. Es sei für sie ganz selbstverständlich gewesen, es zu tun, als diese Möglichkeit geboten wurde.

Rand-Notiz:
Arschgeweih...oder anders ausgedrückt ein Steißbeintatoo. Beide Ausdrücke sagen mir nicht vollkommen zu. Ersterer könnte als abwertend verstanden werden, der zweite Begriff hat aber eine Menge an Kraft verloren, was ich unstimmig finde.

Also bleibt’s dabei - Arschgeweih

Nachtrag am 12.07.2206: Bei der Schickse geht es auch um Stoff in der Spalte und Arschgeweih.

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22
Jun
2006

Geburt steht bevor

Traum: Mein Bauch ist dick gerundet - die Geburt steht kurz bevor. Es ist besser, wenn ich jetzt meine Sachen packe. Dazu gehören auch Tabletten, die ich unbedingt mitnehmen sollte. Ich werde bald in die Klinik gehen müssen. Ich habe Angst vor diesem an sich schönen Höhepunkt der Geburt. Bereits zweimal machte ich die Erfahrung schmerzhafter Wehen, die mich an den Rand des Erträglichen... die mich über diesen Rand hinaus trugen. Vielleicht ist es die Angst vor der Kapitulation. Oder Angst vor dem Verlust der Kontrolle über den Körper, gerade dann, wenn er über seine Grenzen hinaus getrieben wird.

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