Zeitgeist

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Blickwinkel

24
Aug
2008

Regenbogenwolkenleuchten

Traum:
Durch die schräg verlaufenden Schlitze einer einstmals weiß gestrichenen Holzwand, und ein wenig über diese hinausreichend, sehe ich eine große Wolke am Himmel. Eine der letzten Regenwolken. Die dahinter stehende Abendsonne bringt die Ränder der Wolke zum Glühen. Ein orangerotes Leuchten, so wunderschön. Eine Sonne hinter der Wolke... das heißt: Regenbogen!
Immer wenn die Sonne hinter einer Wolke steht, gibt es einen Regenbogen. Doch kann ich keinen entdecken?! Da müsste doch einer zu sehen sein? Nichts. Ah ja, es liegt an meinem Standpunkt! Ganz logisch, der Regenbogen ist nur dann zu sehen, wenn man die Sonne im Rücken hat. Oder? Irre ich mich?

28
Jul
2008

Blaue Stoffe und Wissen um Männlichkeit

Traum:
Ein herrlicher Sommertag. Ich gehe über die hinteren Terrassen auf meine Wohnung zu. Betrachtung von außen: Mein Holzhaus ist mit einem anderen Holzhaus verbunden, wie ich jetzt sehe. Das Holz... die hohen Glasscheiben zur Südseite... - so schön. Das Innen mehr zu ahnen, denn zu erkennen. Oh, wie ich sehe, wurden die Arbeiten hier fortgeführt. Vor den Scheiben hängen von außen königsblaue Planen, um bei dieser Hitze nicht zu viel Sonne in die Wohnungen zu lassen. Es wurden längliche Ovale im Stoff ausgespart, um noch etwas Aussicht zu gewähren. Allerdings kann der Nachbar nun auch in meine Wohnung schauen. Oder? Bei einem zweiten Blick sehe ich, dass ich mich irrte. Die Ovale wurden noch gar nicht aus dem Stoff getrennt. Aber die Schnittlinien sind bereits mit Stecknadeln markiert. Die Ovale sind auch deshalb zu erkennen, weil der Stoff an diesen Stellen feucht ist. Doch als ich nochmals schaue, stellt auch das sich als Irrtum heraus: der Stoff ist überall trocken. Wie auch immer, ich bin ganz begeistert darüber, wie aufwändig und edel die Ausstattung wird.

Ein Haus weiter besuche ich einen Freund. Bei diesem Freund ist wiederum sein Freund zu Besuch. Mit ihm lege ich mich auf eine Pritsche direkt neben der Terrassentür. Nun betrachte ich ihn... Seine Haut ist hell, schweißglänzend. Bauchansatz. Auf dem Brustkorb kleben kleine Holzteilchen, die vermutlich auf ihn regneten, als er im Kirschbaum arbeitete. Sein Blick geht gedankenverloren in die Ferne, zum Himmel oder Horizont...

Ich sage zu ihm: "Ich finde es toll, was Du alles über die Männlichkeit weißt!"

Weiß er? Wie komme ich darauf, dass er viel darüber weiß? Denke ich das, weil er ein Zwitter ist? Und bekomme ich jetzt Zweifel, weil er ein Zwitter ist? Aber auch Zwitter verstehen ja wohl etwas von Männlichkeit, rede ich mir fest ein. Das muss so sein, sonst wäre meine Aussage ja völlig unsinnig.

11
Mai
2008

Gagas Hochzeitskutschentisch

Traum:
In einem öffentlich zugänglichen Zimmer treffe ich auf Gaga, die sich gerade angeregt mit einer Frau unterhält. Gaga erzählt sehr ausdrucksstark. Ihre Mimik begeistert mich. Wenn Sie ihre Augenbrauen hebt, bilden sich beeindruckende Stirnfalten. Ich hätte echt nicht erwartet, dass sich bei ihr diese Stirnfalten bilden können. Erstaunlich jedenfalls, sie wirkt deutlich jünger als ich; was auch an ihrer ausgeprägten Lebendigkeit liegen mag. Sie erwähnt der Frau gegenüber gerade ihr Alter: „Ich bin jetzt ‚soundsoviel’vierzig Jahre alt. Also genau so alt wie diese andere Frau, die viel älter, ja fast matronenhaft wirkt. Sie selbst sagt übrigens, dass sie es gar nicht wahrnimmt, wenn ihr Körper eine Nahrungsumstellung fordert. Deswegen erstaunt mich ihr Aussehen auch gar nicht.“

Gaga ist echt toll. Und hey, ich habe gerade eine Idee! Wie wäre es, wenn Gaga dieser ältlich wirkenden Frau ihr mangelndes Körperbewusstsein vor Augen führte? Sie könnte es ihr etwas pointiert widerspiegeln und die Dinge ohne Ausschweife aussprechen. Sie nimmt ja eh kein Blatt vor den Mund. Da müsste doch bei der anderen Frau sofort der Groschen fallen!? Und sicherlich könnte sie einen solch lockeren Fingerzeig viel besser annehmen, als würde man sie mit kritischen Worten auf ihr Äußeres ansprechen. Ob Gaga da mitmachen würde? Bis jetzt traue ich mich noch nicht, sie zu fragen.

Eine höher gelegene Etage eines Krankenhauses. Hier schaue ich aus einem geöffneten Fenster hinaus, hinab auf eine Grünfläche direkt am Eingangsbereich. Man merkt, es ist Sommer! Die ersten Patienten liegen dort unten auf grauen Decken. Es sind alles Männer, an denen mir eine Gemeinsamkeit auffällt: sie tragen schlabberige Nachthosen aus Jersey, die ihr Geschlecht gut zur Geltung bringen. Die meisten von ihnen sind typische Langzeitpatienten. Ansonsten würden sie sich sicher nicht dort ausbreiten und den Sommeranfang feiern. Sie wissen halt, wie man es sich auch hier wohl ergehen lässt. Von hier oben habe ich einen guten Überblick:

Oben links liegt ein etwas älterer Mann mit rotblonden Stoppelhaaren und roter Gesichtshaut. In seinen wasserblauen Augen blitzt es vergnügt. In der Hand hält er eine Flasche Beck’s Gold, die er auf seinen sichtlich prallen Hoden abstützt. Dazu singt er einen deutschen Rock-Oldie. Er singt gut, textsicher ist er auch. Da macht es nichts, dass er so laut ist. Ich grinse breit. Da bemerkt er mich und schaut zu mir hoch. Ich winkele die Arme an, wippe leicht tänzelnd in den Knien, singe leise in seinem Rhythmus: „Yep, yep, yep,...!“ und nicke ihn aufmunternd zu. Da singt er noch lauter und so richtig schön selbstvergessen.

Unten links auf der Grünfläche liegt ein schlafender Mann. Ganz leise schleicht sich ein Zimmerkumpel heran. In seinen Händen eine noch geschlossene Rotweinflasche. Diese schiebt er nun, mit dem Flaschenhals voran, zwischen die Eier des Schlafenden und schiebt sie dann rhythmisch vor und zurück. Der Mann am Boden reißt die Augen auf, braucht eine Sekunde um zu verstehen..., springt dann wild fuchtelnd auf und läuft mit spielerisch geballten Händen hinter seinem flüchtenden Kumpel hinterher. Na, der hat jetzt was zu erwarten; so ein Gelächter, was für eine Gaudi!

Unten weiter rechts liegt ein Mann mit geschlossenen Augen unter einer Decke. Darunter sind Bewegungen zu sehen und es dauert nicht lang, da rutscht die Decke beiseite. Ah so, daher kommen die Bewegungen. Ein experimentierfreudiges Baby krabbelt auf den Oberschenkeln des Mannes herum und untersucht ziellos zupackend das große Geschlecht. Der Mann erwacht schlagartig, setzt sich auf und muss sich erst einmal orientieren, was hier los ist.

Weiter zur Mitte hin liegt ein wacher Mann, auch er war bis eben zugedeckt, doch jetzt rutscht die Decke schwungvoll beiseite. Lustig und unerwartet, was da zum Vorschein kommt. Eine Reihe kleiner Hunde; überwiegend Spitze, die mittels kleinen Stücken Paketschnur aneinandergereiht sind. Es macht den Eindruck, als haben sie gerade für eine Menge Vergnügen unter der Decke gesorgt. Naja, ganz klar, dass ein ganzer Rudel Spitze nicht lange unter einer Decke verborgen bleibt.

In der Mitte der Grünfläche steht ein graues Zelt. Gerade öffnet sich der Einstiegsbereich. Uih, was ist denn da drin? Eine weiße Hochzeitskutsche! Ein Mann ist mittels Seil vor die Kutsche gebunden. Offenbar kam die Eröffnung des Zeltes total überraschend für ihn, denn er stürzt mit erschrockenem Gesicht blindlings los. Anstatt geradeaus zu laufen, umrundet er die Kutsche und verwickelt sich mit dem Seil drumherum. Dabei beginnt die Kutsche zu wanken, fast reißt er sie dabei um! Er wirkt ganz verstört. Ein paar Männer springen zur Hilfe und setzen an, die Kutsche in die richtige Position zu bringen.

Ich stehe nun direkt vor der geöffneten Zimmertür, als ein Mann die Kutsche ins Zimmer trägt. Es ist ein weißer Tisch; Gagas Tafel, von der gegessen werden wird. Eine tolle Sache, denn die Verantwortlichen haben sich etwas Besonderes einfallen lassen. Der Name GAGA steckt in Form von silbern bedampften Kunststofflettern in der Tischplatte. Ein Teil der Buchstaben ragt oberhalb heraus, ein Teil unter der Tischplatte. Nun sind es gerade diese unten herausragenden Buchstaben, die sich an einem anderen Tisch, der neben der Tür steht, verhakeln. Vor Schreck lässt der Mann den Tisch los, so dass dieser, nur auf den Buchstaben balancierend, hin und her wankt. Oh oh! Nicht mehr lange, dann gerät der Tisch aus dem Gleichgewicht und kracht zu Boden. Mein lieber Mann! Mein Blick bleibt am GAGA hängen, während ich dem Mann zurufe, dass der Tisch dabei zerstört werden könnte, wenn er die Sache nicht bald in die Hand nimmt! „Nur eine Frage der Zeit, dann bricht womöglich der erste Zacken aus einem der Buchstaben, und dann bricht die ganze Chose zusammen!“ Ja hey, da steht ja sogar die Uhrzeit?!! Gaga hat vorsorglich gleich den Zeitpunkt der Zerstörung vorgemerkt: silberne Zahlen stecken in der Tischplatte: 9:57h Sogleich gebe ich die Information an den Mann weiter: „Um 9:57 Uhr wird alles zerstört!“
Heidenei, was für eine aufregende Sache, so viel Action.

Notiz:
Ich erinnerte nach diesem Traum gleich an eine Aussage, die ich in Dr. Scheins Block hörte:
"Die Frau Gaga hat a bissl arg viel Besuch, viel Herren..."
Hm hm hm... - was bedeutet das nun für mich???

2
Jan
2008

Kenos Haus verblasst im Sturm

Traum:
Zu Gast in einem frei stehenden Haus. Als ich durch die Terrassentür an der rückwärtigen Hausseite schaue, zieht es mich hinaus. Gleich als ich hinaustrete, bemerke ich ein benachbartes Haus, das bisher von üppigem Grün verborgen wurde. Ein kleines eindrucksvolles Häuschen aus handbehauenen quarzgrauen Quadersteinen – es ist so schön! Es mutet ein wenig englisch, vielleicht auch irisch an. Übergangslos weiß ich, dass es Kenos Haus ist. Direkt über meinem Kopf wippt ein goldgelb belaubter Ast und verwehrt mir in Abständen die Aussicht, so dass immer nur ein kurzer Blick auf das Haus zu erhaschen ist. So trete ich einige Schritte nach links, bis fast an die Hausecke, und bleibe mit dem Rücken zur Hauswand stehen. An diesem Punkt habe ich einen freieren Blick auf das Haus, das mir als berauschend schön erscheint. Dazu – aus meiner Sicht – von diesem goldgelb leuchtendem Laub umrahmt... so wunderbar. Das muss ich fotografieren!

Als ich durch den Sucher blicke, kommt ein kräftiger Wind von hinten auf. Anfangs halte ich dies für einen glücklichen Umstand, da bei jedem Windstoß das Geäst mit dem Laub beiseite weht und somit eine gute Aussicht auf das Haus gewährt wird. Schlagartig gewinnt der Wind an Stärke, wirbelt kräftig und reißt die Zweige mit dem Laub fort! Schlimmer noch: In Windeseile schwindet alles, Kenos Haus verblasst vor meinen Augen. Es löst sich auf und ich gewinne den Eindruck, dass es nichts mehr gibt, was sich in irgendeiner Form festhalten ließe. Der Sturm braust heftig um die Ohren.

28
Okt
2007

Antis an der Sigmund-Freud-Straße

Traum:
'Sigmund Freud' von Traumzeit Ort: Überlagerung der Eickedorfer und Sigmund-Freud-Straße. Ein paar Menschen und ich – Gleichgesinnte – haben sich hier versammelt. Eine unbenennbare Anti-Gruppierung, deren Energie aus Richtung Preungesheim zu kommen scheint, erwartet von uns, dass wir uns solidarisch mit den Hellhäutigen zeigen. Allerdings trägt diese Erwartung eine unausgesprochene Aufforderung in sich: wir sollen uns von den Dunkelhäutigen abwenden! Ich wüsste nicht, warum ich so etwas tun sollte und sperre mich dagegen. Zwei Menschen in meiner Nähe haben einen ähnlichen Standpunkt wie ich. Mit einem Male wird der Raum um uns und mit samt uns dreien wie ein Würfel (27 qm³) aus Raum und Zeit herausgelöst und um 180° gedreht. Wir hängen also kopfüber – mit den Füßen an der Würfeloberseite stehend – und sollen unseren Standpunkt neu überdenken. So fordern es die Antis. Allerdings ändert auch das nichts an meiner Einstellung. Jedenfalls verspüre ich keinerlei Veränderung. Ich weiß einfach nicht, was ich gegen die Dunklen haben sollte. Im nächsten Moment steht ich wieder richtig herum an der Straße. Einige Dunkelhäutige kommen zu Fuß oder mit dem Fahrzeug aus Preungesheim herüber. Als eine der dunklen Fahrerinnen freundlich grüßend die Hand über dem Lenkrad hebt, winke ich ihr vergnügt zurück.

Notiz:
Die Sache mit dem Kopfüber ist kaum zu beschreiben. Vielleicht ein bildhafter Vergleich mit Rindfleischsülze:
Wenn Raum und Zeit eine Art Aspik sind, dann sind wir Traumgestalten das Rindfleisch. Aus dieser Sülze schneidet man quasi einen Würfel heraus und stellt ihn um 180° gedreht wieder hin. Allerdings müsste darauf geachtet werden, dass die Fleischstücke ganz bleiben. Zerstückelt wurden wir schließlich nicht.

4
Okt
2007

Raucherwerbung

Traum:
Haushaltsartikelabteilung in einem schwedischen Einkaufsmarkt. In meinem Drahttragekorb habe ich bereits einige vier Teller stehen; säuberlich hochkant aneinander gereiht. Da ist noch Platz für die vier Suppenteller, die so nett vierkant gerundet sind. Es braucht ein sanftes Rütteln des Korbinhalts, da passen auch diese vier Teller hochkant in den Korb – so wie es sein soll. Ich trete an den Kassentresen, warte auf eine Verkäuferin und werfe derweil einen Blick in die dort aufgeschlagene Tageszeitung. Im Bereich des Mittelfalzes – dort, wo die Zeitung üblicherweise unbedruckt bleibt – entdecke ich eine Werbeanzeige für ein Feuerzeug:

Wissen Sie, was nervt?
Wenn jemand erst anfängt – Dann wieder aufhört – Und dann wieder anfängt!


Daneben die Abbildung eines Gasfeuerzeugs. Eine Art Ringfeuerzeug. Ein schwarzer hohler Rechteckrahmen mit einem hohlen Ring als Abzug an der oberen Seite.

Ich verstehe das als eine witzige, werbewirksame Anspielung, gedacht für Raucher, die es einfach nicht sein lassen können. Dieses Ringfeuerzeug soll dem ganzen Hin und Her ein Ende bereiten. In welche Richtung das gehen soll, ist wohl ganz klar.

Die Verkäuferin tritt heran, wirft einen Blick in meinen Korb und sagt, sie könne mir die vier vierkant gerundeten Suppenteller nicht verkaufen, da diese nicht mehr richtig in den Korb passen.
Hey, das ist ja gar nicht wahr! Da habe ich mir Mühe gegeben und es ist doch offensichtlich, dass alle acht Teller vorschriftsmäßig in den Korb passen!
Aber nein, sie schüttelt den Kopf. Da ist nichts zu machen.

Notiz:
Dies scheint mich ja doch mehr beschäftigt zu haben, als mir bewusst war.

26
Sep
2007

Treffen mit Aurisa vor der ehemaligen Fitnessbude

Traum:
'Vor verdeckten Räumen' von Traumzeit
Ich stehe mitten auf der Steinkleestraße und schaue zu dem Gebäude mit den leerstehenden Räumen im Erdgeschoss. Die großen Schaufenster sind mit Packpapier zugeklebt. Nur an einer Stelle hat sich das Papier gelöst und gewährt Einblick. Rechts vom Eingangsbereich stehen drei runde Gartentische vor dem Schaufenster. Am linken Tisch sitzt Aurisa. Eigentlich sitze ich dort auch, denn wir plaudern bereits seit geraumer Zeit miteinander. Vielleicht brauche ich diese Distanz, um zu erkennen, mit wem ich hier die ganze Zeit sitze.

Notiz:
Als ich aufwachte, suchte ich den Traumtisch nach Himbeertörtchen ab. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Aurisa da sitzt, aber keine Himbeertörtchen auf dem Tisch stehen! Tatsächlich wurden sie im Traum nicht geboten.
An den anderen beiden Tischen hatten wohl Zucker und Wilder Kaiser gesessen?!

Diese leerstehenden Räume wurden, als ich nach Eckenheim zog, noch als Fitnessbude genutzt. Seit vielen Monaten stehen sie nun leer. Immer wenn ich daran vorbei komme, wird mein Blick fast magisch von dieser kleinen Öffnung im Papier angezogen. Zwischenzeitlich war das Papier mal abgefallen, inzwischen wurden die Scheiben neu verdeckt.

Verwandter Traum:
Tonleiter und Geldsegen für Aurisa

10
Sep
2007

Die Hütte nahe der Wassermühle

Traum:
Mike und ich haben einen neuen Weg entdeckt, der nur von wenigen gegangen wird. Ein abgelegener Weg der durch die abwechslungsreiche, ursprüngliche Natur eines Mittelgebirges führt. Es ist eine Freude, diesen Weg zu gehen; die erforderliche Anstrengung ist angenehm und wir spüren dabei unsere Stärke und Geschicklichkeit. Am Ende dieses Weges steht eine Hütte, in der wir immer wieder gerne für ein paar Tage Unterschlupf suchen.

Ich stehe in der Hütte und schaue durch eine Fensteröffnung hinaus. Mike machte sich zwischenzeitlich allein auf den Weg und ich erwarte seine Rückkehr. Unser Weg scheint im Moment nicht begehbar zu sein. Ein breiter Bach strömt den Weg herunter, schwillt immer mehr an, setzt auch die angrenzenden Wege etwas unter Wasser. Das sah ich bereits mehrmals und sehe einen Zusammenhang mit der Wassermühle, die gar nicht weit von hier steht. Immer dann, wenn dort kräftig gearbeitet wird, wird das überschüssige Wasser zu diesem Weg hin abgeleitet. Im Augenblick arbeitet die Mühle sicherlich auf Hochtouren, so viel Wasser kommt heruntergerauscht. Es ist ein herrlicher Anblick. Mike ist inzwischen zurückgekehrt, steht an meiner Seite und ich erzähle: „Wir können den Weg jetzt nicht nehmen.“ Wir müssten bis zu den Knien durch das Wasser waten und würden Gefahr laufen, auf dem naturbelassenen Untergrund den Halt zu verlieren. Wir beschließen, es einfach abzuwarten – uns drängt eh nichts zum Aufbruch.

Mein Vater trifft ein. Wir wollen im hinteren Bereich der Hütte arbeiten; die Substanz kräftigen und gegebenenfalls erweitern. Die Arbeit erfordert auf angenehme Weise Kraft und Konzentration, wenn wir effektiv arbeiten wollen. Das klappt alles gut, und ein paar Bekannte packen auch mit an.

Später, in einem anderen Bereich der Hütte. Arbeiter und Frauen sitzen an einem langen Tisch. Rechts von mir sitzt mein Mann; es ist Günter Jauch. Es ist zwar tatsächlich Günter Jauch, aber er ist einfach nur mein Mann; kein Prominenter oder so. Es ist nicht das erste Mal, dass wir so nebeneinander am Tisch sitzen und Zärtlichkeiten austauschen. Zärtlichkeiten, die uns mehr und mehr zueinander hinziehen, uns aneinander schmiegen lassen, auch körperlich zusammenbringen und letztlich zu einem tiefen Gefühl der Verschmelzung führen, das mich nachhaltig befriedigt und glücklich sein lässt.

Nun stehe ich einige Schritte von dem langen Tisch entfernt, sehe meinen Mann dort sitzen, mit dem Rücken zu mir. Am Rande bekomme ich mit, dass meine Mutter nach seinem Alter fragt und er mit „39“ antwortet. Was?? Ich bin verblüfft! Warum bemerkte ich bisher nicht, dass er zehn Jahre jünger ist, als ich es bin? Günter Jauch murmelt etwas im Sinne von: „Man ist so alt/jung wie man sich fühlt – das biologische Alter spielt nur eine nebensächliche Rolle.“ Ja, aber passen wir denn überhaupt zusammen? Wollte ich einen so jungen Mann? Was verbindet uns denn? Ist es Liebe? Hat er überhaupt jemals etwas davon gesagt, dass er mich liebt? Ich könnte mich nicht daran erinnern. Wie soll ich also daran glauben? Ist unsere Beziehung überhaupt von Bestand? Okay, wenn ich an unser Zusammensein denke… dann gibt es überhaupt keinerlei Zweifel. Je mehr ich nur darüber nachdenke, umso weniger Sinn scheint darin zu liegen, darüber nachzugrübeln. Es liegt auch nicht jedem, Gefühle der Liebe in Worte zu fassen und es ist auch gar nicht notwendig, wenn man einander so verbunden fühlt, wie wir es empfinden.

Draußen – vielleicht vor der Hütte – finden einige Vorbereitungen statt. Es wird eine Hochzeit in kleinem Kreis stattfinden. Ich stehe vor einem Tisch. Neben mir Angehörige. Wir sortieren gerade die Brautsträuße für die Braut und/oder die Brautjungfern. Wobei ich nichts darüber weiß, ob ich Braut, Brautjungfer oder auch gar nichts von allem bin. Es sind hübsche kleine Sträußen mit Wildblumen, wie in der Natur gepflückt. Meist sind es zwei Blumen, mit jeweils mehreren Blüten von unterschiedlicher Größe – eine ganz junge Zarte, eine von mittlerer Größe und eine ganz üppige Blüte. In der Hand halte ich gerade eine orangerote Rose mit zwei kleinen Rosenblüten an einem weiteren Stängel. Dazu könnte ich jetzt eine Wiesenblume stecken. Es ist alles so zart und riecht so gut nach Grün und Blütenduft; und nach Papier. Die Blumen stecken in einer braunen Papiermanschette; wie vom Gärtner. Und es klebt an jeder Manschette noch ein weiteres, ein kleineres Extratütchen. Das ist eine nette kleine Aufmerksamkeit, deren Funktion ich allerdings noch nicht erkenne.

Zwischendurch suche ich ein kleines Lädchen auf, um noch schnell eine Besorgung zu machen. Der Laden ist klein (etwa 10qm²) und die wenigen Wartenden vor der Kasse füllen die Gänge. Dennoch kann ich mir das Angebot ansehen. Es gibt nicht viel. Ich suche eigentlich eine Glückwunschkarte, finde aber nur gebrannte Tontafeln. Also, es sind schon Glückwunschkarten, allerdings doch eher sperrig und nicht so leicht mit der Post zu versenden. Aber es ist nicht schlimm, denn ich kann die Karte ja auch direkt überreichen. So wähle ich eine Tonkarte und finde auch ein passendes Geschenktütchen dazu. Die Tonkarte passt gerade so hinein. Ganz sicher bin ich mit dieser Entscheidung aber nicht, denn es ist nach wie vor etwas schwer und sperrig für ein einfache Glückwunschkarte. Ein bisschen stören mich auch die möglichen Blicke der anderen. Die Situation drängt mich zu einer schnellen Entscheidung.

Ein neuer Tag, und wir erreichen wieder den Innenhof vor der Hütte. Eine Freundin von mir lenkt gerade den riesigen Truck rückwärts vor einen kleinen Rundbogen, vielleicht ein Hofeingang. Wow, die kann vielleicht fahren – toll! Mein Vater trifft ein, Mike ist auch schon da, und ein weiterer Helfer. Na, dann mal ran an die Arbeit. Ich bin noch gar nicht umgezogen! Ich gehe in eine Ecke und streife mir eine Arbeitshose über und stelle dabei fest, dass ich eine knappe Retro-Shorts – schwarz, mit weißem Aufdruck am linken Oberschenkel – trage. Ungewöhnlich, so was trage ich sonst nicht. Und nun könnten die anderen es auch gesehen haben?! Ach, wurscht, ich streife schnell die Blauhose drüber und dann an die Arbeit.

Ich trete als erste in den hinteren Bereich der Hütte und sehe zum ersten Mal den Stand der Arbeiten. Uih, wir sind schon viel weiter gekommen, als ich vermutet habe! Ja, wir sind ja fast fertig?! Mein Blick geht nach oben zur Dachluke. Sie ist komplett fertig gezimmert. Das Holz ist mit frischem Lack überzogen. Es glänzt ganz frisch. Allerdings befürchte ich, dass wir aus diesem Grund hier nicht weiterarbeiten können; eben weil der Lack noch zu frisch ist. Das übrige Holz rundum dieser Luke ist mit einer natürlichen Holzschutzlasur bestrichen, die bereits vom Holz aufgenommen wurde inzwischen trocknete. Tja, aber das noch feuchte Holz an der Luke... Was machen wir denn jetzt?

Verwandter Traum:
Günter Jauchs Vorgarten

7
Jul
2007

Zementarbeiter am Hochhaus

Traum:
Körperlos, hoch oben an einem Hochhaus. Ein Rohbau. Der Blick ginge weit über die Stadt. Doch anderes schiebt sich ins Blickfeld. Ein Mann mit kanarigelbem Schutzhelm arbeitet auf dem Gerüst. Im Gesicht des Arbeiters ein Lächeln der Arbeitsfreude, mit vor Anstrengung und Konzentration aufeinander gepressten Lippen. Mit dem rechten Arm an einem kurzen Seil hangelnd, wirft er mit der Maurerkelle Zementfladen nach unten. Vermutlich in eine nach oben offene Mauer hinein, die ein paar Etagen tiefer endet und von hier aus nicht zu sehen ist. Ich wundere mich über seine Kraft und Ausdauer. Wundere mich, dass seine Kraft nicht erlahmt! Denn es kostet sicher viel Kraft, seinen Körper mit einem Arm zu halten, nach vorn zu schwingen, und den Zement präzise zu platzieren?! Trifft er überhaupt den Punkt oder platscht es daneben? Warum kniet er nicht auf dem Gerüst und arbeitet von dort aus? Dann aber sehe ich, dass er auf einem Brett sitzt, das – ähnlich einer Schaukel – an Seilen von einem riesigen Kran gehalten wird. Immer wieder setzt er sich auf die gestapelten Gewichte aus quadratischem Beton und steht beim Vorschwingen auf, um den Zement hinab zu werfen. Der Kran hält ihn!

Es macht mich nachdenklich. Ob dies wohl auf ähnliche Weise mit dem Verdrängten geschieht? Einfach nassen Zement darauf flatschen und es – was auch immer, denn ich kann es von hier aus nicht erkennen – verschwindet auf Nimmerwiedersehen, da ja weiter aufgebaut wird.
Ein Gefühl der Anstrengung und Ratlosigkeit bleibt zurück.
und ich wache auf.

Weitergedacht…
wäre es fast unmöglich später in einem solchen Hochhaus nach etwas Verdrängtem zu suchen. Bald kommt Putz und Farbe drauf und niemand wüsste, wo man Hammer und Meißel ansetzen müsste, um es ins Licht zu holen. Also käme nur ein Komplettabriss in Frage. Ein neu erstelltes Hochhaus komplett abreißen? Das ist doch Wahnsinn. Oder sollen solche Argumente nur vor einem erkenntnisreichen Zusammenbruch schützen? Nee, von einem Abbruch und Zusammenbruch spricht der Traum nicht, sondern es wird ja munter aufgebaut.

22
Mai
2007

Grandios

Vor dem Einschlafen hatte ich mir fest vorgenommen, keinen Traum zu erinnern. So war es dann auch – fast. Zwar erinnere ich mich, einen langen und interessanten Traum gehabt zu haben, in dem ich mich insgesamt gut fühlte, aber es ist alles vergessen. Bis auf diesen kleinen Rest:

[…] An diesem Morgen war ich dem aktuellen Auftrag des Geschäftsführers nachgekommen und hatte die Bestellung für den Bio-Laden erledigt. Nun hockt der Geschäftsführer missmutig grummelnd vor den Wein-Regalen; daran bin ich wohl nicht so ganz unschuldig. Im Hintergrund entlädt der Naturkostkontor die georderte Ware. Darunter befinden sich auch die von mir bestellten Kartons mit dem preisgünstigen Rotwein zu 3,99 Euro/Flasche im Verkauf. Die Kunden kaufen diesen Wein sehr gerne. Der Geschäftsführer blickt kopfschüttelnd auf die noch vollen Regale mit dem Weißwein für 1,99 Euro im Verkauf. Es ist ihm ein Rätsel, wie ich auf diese „grandiose“ Idee kommen konnte, noch mehr Wein zu bestellen! Mir war halt nicht bekannt gewesen, dass er hier einen Wein-Vorrat hat, den ich hätte berücksichtigen müssen.

Inzwischen erledige ich die nächste Aufgabe im Lagerraum. Ich stehe auf einer mehrere Meter hohen Rampe vor einem überdimensionalen Regal, auf dem große Mengen Kohlblätter liegen. Jedes Regalfach ist mindestens drei Meter hoch und so breit wie eine geräumige Holzbrücke. Die Blätter von dem Rot- und Weißkohl, die beim Gemüseputzen abgefallen waren, sind riesige Lappen. Mit den Armen schaufele ich alles zusammen und lasse es zum wartenden Lkw des Naturkostkontors hinab fallen. Die Kohlblätter fallen viele Meter tief, ehe sie auf der Ladefläche landen. Dadurch wird mir bewusst, dass ich sehr hoch stehe. Der gebotene Überblick, das Luftige und Großräumige geben mir heiteren Schwung. Vergnügt mache ich mich an die Entsorgung aller Kohlblätter. Der grummelnde Geschäftsführer dort unten… er ist so fern. Ein gutes Gefühl, zwar alles im Auge zu haben, aber ohne mich davon belastet zu fühlen. […]
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