Zeitgeist

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Babys

28
Jul
2008

Wurzeln und Geburtskasten

Traum:
Stunde um Stunde verbrachte ich diese Nacht damit, den Kompost herzurichten. Quälend, mühselig das Umschaufeln der verschiedenen Schichten; das optimale Vermischen, um einen guten Gärprozess zu gewährleisten. In den frühen Morgenstunden ist es endlich vollbracht.

Später, in einem klinischen Gebäude, treffe ich auf Carola. Sie hat, so wie ich, ein Baby bekommen. Allerdings brachte sie es vor einigen Tagen zur Welt, während ich in dieser Nacht niederkam. Sie beschließt, nach Hause zu gehen. Oh ja, das würde ich auch gerne machen. Aber dann fällt mir ein, dass auch sie ein paar Tage hiergeblieben ist. Ich will es ihr gleich tun; es ist wohl vernünftiger.

Mike und ich bekommen die Gelegenheit geboten, den Geburtvorgang noch einmal zu betrachten. Wir stehen in einem weiß gefliesten Raum, vielleicht ein Labor. Von einer Schiene herabhängend, fahren nach und nach kleine Wurzelstöcke vorbei. Alle haben diesen zarten Wurzeln, doch die Anzahl an farbigen Strohhalmen ist bei jedem anders. Mal mehr, mal weniger. Auch die Ausrichtung der Strohhalme ist ganz bewusst gewählt worden. Es ist ja vor Augen zu führen, dass diese Wurzelobjekte speziell für die einzelnen Geburtsphasen erstellt wurden, und somit eine bestimmte Funktion zu erfüllen hatten. Je nach Bedarf.

Zu guter Letzt erscheint etwas, das mich in Erstaunen versetzt:
Der Geburtskasten
Dieser hängt an einem computergesteuerten Hebearm und wird zum Beginn der Austreibungphase direkt vor den Mutterschoß gefahren und nimmt das Kind in sich auf. Sonderbar... so sieht man das Neugeborene ja erst einmal gar nicht... Niemand kann sehen, ob mit dem Kind alles in Ordnung ist.

Aber so ist es, so ist hier der Geburtshergang, so war er ja auch bei mir in der letzten Nacht.

11
Mai
2008

Beunruhigendes Geschehen im Großelternhaus

Traum:
Im längst verlassenen Haus der Großeltern. Ich stehe in der Wohndiele. Etwas auf der Diele zieht meine Aufmerksamkeit auf sich und ich blicke durch die Fenster der Abtrennung dorthin. Lichtreflexe auf den Fensterscheiben behindern die freie Sicht. Zudem ist es auf der Diele ziemlich dunkel. Da, zwei schwarze Vögel! Ich beobachte weiter... Es sind sogar vier Vögel; Elstern! Nein, es ist nicht gut, wenn sie dort ihr Unwesen treiben. Ich öffne die Tür und mit den Händen klatschend, versuche ich sie zu verscheuchen. Aber sie fliegen nur kurz auf, flattern etwas weiter, ohne hinauszufliegen. Aus dunklen Nischen kommen zwei weitere Elstern hervor, setzen sich und schaue mit dunkel glitzernden Augen zu mir her. Inzwischen bin ich ins Dunkel der Diele getreten. Es gelingt mir nicht, die Elstern ins Freie zu jagen. Unangenehm.

Ich stehe in der Wohndiele. Aus dem Dunkel der Diele, die hölzerne Trennwand durchdringend, fließt eine Szene auf mich zu:
Eine kreisrunde blaue Plane als Untergrund. Mitten drauf ein Spielzeug-Arztkoffer. Dort auch ein Baby oder Kleinkind, narkotisiert. Viele Kleinkinder in grünen OP-Kitteln drumherum, die höchstkonzentriert im Schein einer kleinen OP-Lampe operieren.
Wie auf einem Fließband wird mir diese Szene am laufenden Band serviert. Sie wiederholt sich wieder und wieder, durchdringt dabei den Esstisch mitten im Raum, als sei dieser gar nicht da. Das irritiert mich auf unangenehme Weise. Der wiederholte Anblick einer Kinder-Operation löst starke Betroffenheit in mir aus.

31
Mrz
2008

Frühe Babyversorgung und viele Käsetorten

Traum:
Ganz früh am Morgen, noch ehe die Betreuer den Dienst antreten, nehme ich deren Arbeit auf und gebe einem kleinen Baby, es ist ein „dreijähriger“ Junge, ein Milchfläschchen. Er sitzt bei mir auf dem Schoß, mit dem Rücken an meinen Bauch gelehnt. So ganz bin ich wohl nicht bei der Sache gewesen, denn als ich meine Aufmerksamkeit wieder auf den Jungen richte, schwallt gerade erbrochene Milch aus seinem Mund. Ich fange sie mit einer Mullwindel auf. Ein wenig bin ich nun in Sorge wegen seiner Sättigung. Nicht dass er deswegen früher Hunger bekommt. Es kommt ja noch hinzu, dass ich ihm bereits um 2 Uhr statt um 3 Uhr die Milch fütterte. Oje, wenn das raus kommt! Dann werden sich die Betreuer sicherlich fragen, warum ich dem Jungen so viel Aufmerksamkeit angedeihen ließ, warum ich ihn fütterte! Damit würden sie dann Fragen auf den Plan rufen, die mir sehr wahrscheinlich ziemlich unangenehm wären. Also mache ich weiter. Nehme ein zweites Baby – wieder einen Jungen – und gebe ihm das Milchfläschchen. Wieder bin ich zu hastig und unkonzentriert! Auch er erbricht einen Teil der gefütterten Milch.

Ich gehe zurück in einen anderen Bereich der Arbeitshalle, um dort die just eintreffende Betreuerin darüber zu informieren, welchen Babys ich bereits Milch gegeben habe. Nicht, dass alles umsonst gewesen ist und die Jungs ein weiteres Mal gefüttert werden. Die Betreuerin ist mit einer der Käsetorten beschäftigt, die hier in reichlicher Anzahl herumstehen. Es interessiert sie überhaupt nicht, welche Kinder schon ihr Fläschchen kriegten. Ich bin ziemlich verwundert. Da ist das alles wohl weit weniger von Bedeutung, als ich angenommen hatte…

23
Sep
2007

Das mache ich alles im Schlaf

Traum:
In einem hellen Schlafraum. Zwei Betten mit weißer Bettwäsche und eine Schlafstelle – ebenfalls in Weiß – für meinen kleinen Sohn. Mein Sohn ist sieben Monate alt; ein sehr lebhaftes Kerlchen. Kaum dass ich ihn schlafen legte, macht er sich schon wieder auf die Wanderschaft. So muss ich immer wieder nach ihm schauen. Rieke sagt, dass er mit seinen sieben Monaten ja wohl sprechen könne! Oh ja, bestätige ich, er spricht bereits Zwei-Wort-Sätze. Beispielsweise sagt er: „Ich fordere.“ Ich weiß nicht, ob das Rieke zufrieden stellt, wahrscheinlich hätten ihr schlechtere Nachrichten eher bestätigt, dass sie Recht hat.

Die Nacht ist unruhig; an Schlaf ist kaum zu denken. Immer wieder muss ich nach meinem kleinen Jungen schauen, der manchmal hellwach der Dinge harrt oder aber auf Entdeckungsreise ist. Gebe ich ihm nicht das, was er fordert, so holt er es sich eben selbst. Das ist nicht unbedingt ungefährlich.

Zwischendrin versuche ich dennoch immer wieder Schlaf zu finden. Gerade jetzt will ich mich erneut hinlegen. Da kommt Rieke daher und sagt, sie wolle bei uns schlafen. Okay. Ich weise lahm und müde auf ein frisch bezogenes Bett – es steht nur wenige Meter von meinem Bett entfernt. Zwar stehen auf der Matratze noch zwei Glasscheiben, die mittels Magnete aneinander fixiert sind, aber sie wird es sich schon richten, gell. Natürlich ist es frech, mich nicht mehr um die alte Dame zu bemühen, aber ich bin echt müde.

Kaum liege ich unter der Decke – mit dem Rücken zu Rieke, um Ruhe zu finden – höre ich die Stimmen zweier alter Damen; Freundinnen Riekes. Sie wollen etwas mit ihr besprechen, das ich auf keinen Fall hören soll. Ich ahne, dass es dabei um eine Erbschaftsangelegenheit geht. Die beiden Damen treten nun also erst einmal an mein Bett um zu überprüfen, ob ich auch wirklich schlafe und somit nichts höre. Blöd, ich schlafe noch nicht! Wenn sie es bemerken, dann wird es erneut Unruhe geben, ich werde aufstehen und das Zimmer verlassen müssen. Aber ich will schlafen, endlich schlafen! Also beschließe ich, mich schlafend zu stellen. Da die beiden Frauen so schnell sind, bleibt mir nichts anderes übrig, als in der momentanen Bewegung zu verharren. Den angewinkelten Arm erhoben, mit einem Deckenzipfel zwischen zwei Fingerspitzen. Eine unnatürliche Haltung für eine Schlafende, aber ich muss das jetzt glaubhaft durchziehen. Das Dumme ist, dass es mir nicht gelingen will, meinen Augen zu schließen. Jeder Versuch endet damit, dass die Augenlider zuckend und flatternd wieder aufklappen! Das gibt es ja wohl nicht! Vielleicht mit noch mehr Anstrengung und Willenskraft?!! Nein, es gelingt nicht, meine Augen flattern auf und auf und auf. Hoffentlich glauben die Beiden trotzdem, dass ich schlafe. Aber sie wirken sehr misstrauisch. So flüstere ich monoton murmelnd, nämlich wie im Schlaf:
„Das mache ich alles im Schlaf. Das mache ich alles im Schlaf. Das mache ich alles im Schlaf. Das mache ich...“
Hoffentlich ist das überzeugend, und sie lassen mir endlich meine Ruhe!

8
Sep
2007

Das Baby von Sinti und Roma

Traum:
In einem Übergangslager treffe ich auf zwei alte Zigeunerinnen, die ihr Baby bei sich haben. Sie heißen Sinti und Roma, sind in schwarze Gewänder gekleidet und tragen schwarzer Kopftücher. Ich nehme ihnen ihr Baby ab, damit sie beide Hände für Erledigungen frei haben. Es fühlt sich gut an den kleinen Jungen im Arm zu halten. Immer wieder spüre ich die mütterlich besorgten, prüfenden Blicke der beiden Alten, die sich immer wieder neu vergewissern wollen, dass sich das Baby bei mir wohl fühlt und dass ich gut mit ihm umgehe. So geht es eine ganze Weile, während ich das Baby sanft wiege. Irgendwann spüre ich warme Feuchtigkeit in der Handfläche, die das Baby am Po hält. Ich glaube, langsam ist es an der Zeit, den Zigeunerinnen ihr Baby zurückzugeben, denn es braucht eine frische Windel. Ich spüre sehr deutlich, dass es eine Grenzverletzung wäre, würde ich dem Baby die Windel wechseln.

1
Sep
2007

Baby mit rotem T-Shirt „Mary Ann“

Traum:
Im Halbdunkel in einem überdachten Schwimmbecken – klamme, graue Jugendwendezeit. Ich würde so gerne schwimmen! Allerdings habe ich mein Baby dabei. Es ist vielleicht ein halbes Jahr alt; von ausgesprochen zarter Gestalt. Es ist niemand da, der mir mein kleines Mädchen einmal abnehmen würde. So lasse ich mein Baby schwimmen, indem ich es im Wasser halte. Dabei erfahre ich durch Zufall, dass es schon allein schwimmen kann. In Rückenlage macht es – vielleicht reflexartig?! – richtige Froschbewegungen mit den Beinen, die es langsam im Wasser voranbringen und an der Oberfläche halten. Klar, ein leichtes Übergewicht nach links oder rechts, und es geht unter – aber immerhin.
Ach mein Baby... mein kleines Mädchen... Sie ist so blass und in ihren Augen ist tiefe, untröstliche Trauer zu lesen. Die Haut ist so kühl und vom kalten Wasser durchweicht. Ich kann und will dieses zarte Wesen nicht zurücklassen, um schwimmen zu gehen. Wenn es doch so traurig ist... Eher nebensächlich nehme ich wahr, dass sie ein rotes T-Shirt mit dem Aufdruck „Mary Ann“ trägt, das sie im Wasser umweht. Erstaunlich, dass sie sich ganz allein über Wasser halten kann! Ich mache eine andere Mutter darauf aufmerksam, die sich am Beckenrand treiben lässt. Auch sie bestätigt meinen Eindruck, dass das Baby so schwimmen kann. Mein Baby, es wirkt so trostlos! So trostlos wie alles hier... und als ich dem nachspüre, da stelle ich fest: auch ich spüre diese unendliche Trostlosigkeit.

4
Aug
2007

Das Neugeborene und die Beschneidung seiner Lippen

Traum:
Mike und ich sitzen auf dem Boden. Zwischen uns liegt unser Baby. Seit fast einer Stunde massieren wir es mit Öl. Zwei Mädchen (etwas sechs bis acht Jahre alt), die am Fußende des Babys sitzen, schauen still und neugierig zu. Ich träufele ein wenig von dem goldgelben Öl in die Handmulde, verreibe es ein wenig zwischen den Händen und trage es langsam auf die Fußsohlen auf. Die Füßchen sind so klein, es muss ein Neugeborenes sein! Es ist so wunderbar warm, innig und nah; ich könnte noch ewig so weitermachen. Ja, währenddessen verfärbt sich die Haut der Fußsohlen wie von breiten rote-bete-roten Pinselstrichen. Es ist eine Reaktion, die durch die Verbindung des Johanniskrautöls mit der Haut, ausgelöst wird. Ich erkläre es den Mädchen, die sich darüber wundern. Erzähle ihnen, dass diese Färbung ein Indikator dafür ist, dass sich die schützende Funktion des Öls entfaltet. Nach und nach verfärbt sich also der ganze Babykörper. Ich schaue ein wenig nach links, ihm ins Gesicht. Der Plüschhase, gleichzeitig ist und bleibt es körperlich nach wie vor mein Neugeborenes, sitzt aufrecht da. Sein Gesicht ist menschlich. Mit einer kurzen Handbewegung stutze ich ihm die Plüschlippen – schneide oder rupfe sie ab. Kurz bin ich erschrocken über meine unbedachte Handlung, und vergewissere mich, dass der Anblick nicht gar so schlimm ist. Aber nein, ganz im Gegenteil: der Gesichtsausdruck hat nun etwas Zurückhaltendes und Zartes. Zwar wäre jetzt prinzipiell die Sicht auf die Mundhöhle etwas frei, aber es ist ja mit Plüsch ummantelt und es gibt keine Öffnung. Da kommt ganz sicher kein Wort heraus, das irgendein Geheimnis verraten könnte. Gut so, gut so.

21
Feb
2007

Milch für mein Mädchen

Traum:
Mühlheim. Die letzten Umzugskartons sind gepackt, müssen nur noch transportiert werden. Ich warte auf Mike, der bald kommen wird.
[...]
Dann sind wir auf dem Schiff eingetroffen. Wir gehören zu den Letzten, die das Schiff betreten. Während ich im Vorraum mein Handgepäck ablege, geht Mike schon einen Raum weiter. Die Tür steht offen, alles liegt in angenehmem Licht. Die Reisenden sitzen an einer langen, weiß gedeckten Tafel.

Der Vorraum liegt im Halbdunkel. Mike und ich müssen in der Zwischenzeit – vor einem Vierteljahr etwa – eine Tochter geboren haben. Vermutlich war die Geburt so leicht, und der Übergang von damals zu heute so fließend, dass ich nichts davon bemerkte. Nun liegt die Kleine dort in der Ecke und ich will mich um sie kümmern. Obwohl sie erst wenige Monate alt ist, liegt ihr Körper schon entspannt gestreckt wie das eines älteren Kindes. Das dunkelhaarige Mädchen schaut mich mit großen Augen offen an. In ihren Augen ist so großer Ernst und zerbrochener Schmerz zu lesen... Es ist kaum möglich, in ihre Augen zu schauen, ohne den Schmerz im eigenen Herzen zu spüren. Auf allen Vieren krabbele ich zu ihr und bemerke, dass meine linke Brust aus dem Ausschnitt gerutscht ist. Eigentlich war es nicht geplant, sie jetzt zu stillen. Aber es tropft so reichlich und sahnig Milch aus der geschwollenen Brust, dass ich selbst Erleichterung suche. Neben mir hat sich bereits eine kleine Milchlache gebildet. Vielleicht hat das Mädchen schon Hunger? So berühre ich mit dem deutlich angeschwollenen Nippel ganz leicht die Lippen des Mädchens, die sich sogleich willig, aber ohne jede Gier, öffnen. Sie saugt nicht, aber das ist auch nicht nötig, da die Milch reichlich strömt. Ich spüre dennoch Unsicherheit. Eine Frage beschäftigt mich auf unangenehme Weise:
Ist das, was ich tue, richtig?

11
Dez
2006

Phase 4 – schwarzes Baby

Traum:

Eine dunkelhaarige junge Frau kündet an: „Phase 4 von insgesamt fünf Phasen ist erreicht.“ Der Niedergang – nein, die Niederkunft steht kurz bevor! Ein kleiner Hickser entweicht meiner Kehle. Die junge Frau meint daraufhin: „Du kriegst ein schwarzes Baby!“ Ich reagiere ungläubig, was sich offenbar in meinem Gesichtsausdruck widerspiegelt. „Wer kurz vor der Geburt einen Hickser macht, der kriegt ein schwarzes Baby – das ist ein Zeichen, das sich immer wieder bestätigt hat“, erklärt sie. So etwas habe ich ja noch nie gehört! Und warum sollte ich ein dunkles Baby kriegen? Ist es denn nicht vom Mike? Nein, das kann ich nicht wirklich glauben! Allerdings finde ich es etwas beunruhigend, und ich muss nun immer wieder daran denken.

Geburtsvorbereitung:
Es wurde ja mal der 7. Mai als Geburtstermin genannt. Da nehme ich an, dass sich die einzelnen Phasen in die Länge ziehen, so dass sich eine ungewöhnliche lange Tragzeit ergeben dürfte.

11
Jun
2006

Schlafendes Baby im Worpsweder Bioladen

Traum: Ein sehr warmer Sommertag. Mike und ich gehen in den Worpsweder Bioladen. Im Laden, der im indirekten Schein der Sonne liegt, ist es angenehm kühl. Zu dieser heißen Mittagsstunde ist hier nichts los. Es ist hier angenehm aufgeräumt und übersichtlich! An den Wänden befinden sich Regale, das Rauminnere zeigt sich – im Gegensatz zu früher - jetzt frei davon. Es gibt auch nur noch einen kleinen Tresen am Fenster (zur Einbahnstraße). Dahinter steht Angelique, die sich über unser Kommen freut.

Mike ist bemerkenswert gut gelaunt und tritt laut singend – wie in Fußball-WM-Stimmung – hinein. Mitten im Raum steht eine dunkelblaue Babyschale (Marke Concorde), in der ein schlafendes Baby liegt. Bei dem Lärm, den Mike macht, wird es gleich aufwachen. Mit erhobenem Zeigefinger vor den gespitzten Lippen, flüstere ich Mike ein „Pssssst“ zu, das er gar nicht bemerkt. Oje, denke ich da wird das Baby gleich aufwachen und schreien. Gleichzeitig freue ich mich über Mikes Frohsinn.

Angelique wendet sich erst einmal ihren Arbeiten zu, da wegen Mikes hörbarer guter Laune an eine Unterhaltung noch nicht zu denken ist. Der erste Ansturm des Tages ist bereits vorüber und die Regale wollen mit frischer Ware aufgefüllt werden. Mike wird gleich sicher wieder ruhiger werden, und so kann diese Zeit noch für anstehende Arbeiten genutzt werden. Derweil kommt auch die Mutter des Babys rein. Sie grinst über Mike, der in seiner guten Laune gar nicht mitkriegt, dass sein Lärm das schlafende Baby wecken könnte. Wenn er es merken würde, dann würde er sofort verstummen. Die Mutter trägt das Baby auf leisen Sohlen hinaus – so werden weder das Baby im Schlaf, noch Mike in seiner Freude gestört.

Dann gehe ich an den Tresen heran, Angelique steht dahinter und schaut mir interessiert entgegen. Hinter ihr befindet sich ein großes Fenster. Da kann ich sehen, dass der Lkw vom Naturkostkontor am Hintereingang geparkt hat und dort gerade die heutige Lieferung entladen wird. Angelique muss sich noch darum kümmern, und dann können wir endlich ein paar Worte schnacken.

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