Mein Traumtagebuch ist umgezogen: KLICK

Auto

19
Jul
2009

Abseits

Traum:
Am Rande eines Sportplatzes. Ich halte mich hier öfter auf. Nicht deshalb, weil ich mich für Fußball interessierte, sondern wegen der angenehmen Gruppendynamik der Fußballmannschaft und der sehr angenehmen Schwingungen, die während der Trainingsstunden des Kleingartenvereins entstehen. Ich bin Außenstehende, nicht dazu gehörig – und das ist ideal für mich, weil es genau meinen Bedürfnissen entspricht. Ganz für mich allein kann ich die Schwingungen und die Energie genießen.

So trifft es mich völlig unerwartet – gerade als ich im Aufbruch begriffen bin – als der Fußballplatzwart zu mir tritt, mir ein zusammenklappbares Fußballtor, Schlüssel und schriftliche Unterlagen überreicht und mir freudig mitteilt: „Sie wurden für die kommende Saison zum Platzwart gewählt!“

Oha... Mir dämmert, dass es mit dem entspannten Außenseitertum erst einmal vorbei ist. Nun heißt es nämlich, jeweils rechtzeitig vor Spielbeginn am Spielort zu erscheinen, unser Tor aufzubauen, die Markierungen auf dem Fußballfeld aufzufrischen und... Na klar, die Stühle für unsere Zuschauer muss ich auch am Spielfeldrand aufbauen. Das zusammenklappbare Tor passt wohl noch in mein Auto (ehemaliger Twingo), aber all die Alu-Gartenstühle mit der klarblauen Sitzbespannung... Kürzlich, vor dem Vereinsgebäude stehend, sah ich, dass alle Stühle verladen wurden – sicherlich, um sie zum aktuellen Spielort zu transportieren, wie ich vermute.
So gebe ich zu bedenken: „Die Stühle passen gar nicht in den Kofferraum meines Autos!“ Es ist wie ein kleiner Lichtblick... Ich kann den Posten gar nicht übernehmen.
Doch der aktuelle Fußballplatzwart unterbricht mich mit beruhigenden Worten: „Nein nein, darum müssen Sie sich nicht kümmern!“

Hmmm... Das Fußballtor konnte ich inzwischen bequem in den Kofferraum legen. Eigentlich gibt es jetzt keine Ausrede mehr. Mir fällt nichts ein, was dagegen spricht, diesen Posten – ein ehrenvolles Amt – zu übernehmen. Das bedeutet, nun regelmäßig – mindestens einmal die Woche – während des Spiels am Spielfeldrand herumzulungern, da ich hinterher ja auch alles wieder abbauen muss – ein Muss, und nicht mehr nach Belieben. Mir fällt im Moment auch gar nichts ein, womit ich mir das schönreden könnte. Keine Idee. Nachdenklich, mit nach innen gerichtetem Blick stehe ich da.

14
Jul
2009

Autonome Gewalt

Eine traumreiche Nacht; angenehme Schlaftiefe. Bis auf eine kleine Szene alle Träume fast vergessen. Die ständig wiederkehrenden Rückenschmerzen sind - so wurde mit den Träumen klar - eine Folge der vielen Kirschen, die ich bisher verarbeitete und noch zu verarbeiten habe. Verschwommen die Erinnerung, dass ich mich in vielerlei Traumsituationen gut aufgehoben fühlte – Wärme, Vertrauen, Geborgenheit – dieses Angenehme zwar meinen Körper einhüllte, ab dem Hals, und bis über den Kopf hinaus, aber ein weiteres, eher bedrückendes Gefühl hinzu kam: so, als läge ein Unheil oder eine unbenennbare Bedrohung in der Luft.

Traum:
Ein Straßenkreuz in flachem Land. Öde, sandstaubig, ein paar dürre Grasbüschelchen. Ein Auto fährt los. Zwei Männer sitzen drin. Ich stehe in einigen Metern Entfernung am Straßenrand und schaue der Abfahrt zu. Die beiden Männer, mit denen ich bis zu diesem Zeitpunkt den Tag verbracht habe, sind zu einer ganz gewöhnlichen, unbeschwerten Besorgungsfahrt aufgebrochen. Sie kennen einander; sind vielleicht Freunde oder Verwandte. Ich sehe sie jetzt nur noch schemenhaft durch die Heckscheibe. Doch was ich sehe, löst tiefe Betroffenheit aus: Der Mann auf dem Beifahrersitz – er trägt einen schwarzen Hut – erhebt ein länglich geformtes Eisenteil. Offenbar war es ursprünglich Teil einer Konstruktion oder eines Möbelstücks. Es hat die Form eines massiven Schwertes und der Mann holt nun aus, um es als Waffe gegen seinen Kameraden einzusetzen. Oh, mein Gott... Ich begreife, dass er sich im Wageninnern ziemlich sicher fühlt – es dürfte keine Augenzeugen für sein Tun geben. Normalerweise. Warum greife ich nicht ein? Warum stürze ich nicht hinter dem Fahrzeug her? Warum versuche ich den Anschlag nicht zu verhindern? Ich fühle mich wie gelähmt, total bewegungslos stehe ich da. Mit entglittenen Gesichtszügen. Ich weiß ja auch, dass ich im Moment nicht die Fähigkeit und Kraft habe, einfach durch die Fahrzeughaut zu dringen und ihm die Waffe zu entreißen. Womöglich machte ich alles nur noch schlimmer, wenn ich mich hier jetzt einmische.

4
Jul
2009

Lichtmaschine

Traum:
Nachts mit dem Auto unterwegs. Ich sitze am Steuer, Mike neben mir. Wir sind gerade auf Höhe der Polizei Worpswede, als der Motor und das Licht ausgehen. Das Auto rollt noch ein Stückchen, bleibt dann stehen. Ganz still ist es nun. Oh nein! Mit fragendem Blick zu Mike erinnere ich mich„Hatte ich nicht kürzlich von der Möglichkeit geträumt, dass die Lichtmaschine ausfallen könnte?“ Fast wäre es in Vergessenheit geraten. Vielleicht, weil ich inzwischen nicht mehr damit gerechnet hätte, dass es doch noch passiert. Mein Auto steht hier aber an einem sehr ungünstigen Punkt. Kein Schein einer Straßenlaterne. Hinter uns eine Kurve, vor uns eine Kurve. Zwar sehe ich mitten auf dem Armaturenbrett die dunkelblaue Rundumkennleuchte zum Einschalten des Warnblinklichts, denn sie ist durch einen Ring bläulich glimmender Leuchtdioden am Ansatz auch im Dunkel auszumachen, aber ich denke, wenn die Lichtmaschine kaputt ist, wird auch das Warnblinklicht nicht mehr funktionieren. Ansonsten reicht es aus, die Rundumkennleuchte einmal niederzudrücken.

Am besten ist, erst einmal die Fahrbahn zu räumen, ehe uns jemand hinten drauf knallt. Ich nutze das leichte Gefälle der Straße, um das Auto ins Rollen zu bringen. Es überrascht mich, dass es auf diese Weise gelingt, das Auto in eine Parkbucht am Straßenrand zu bewegen. Sogar perfekt eingeparkt, wie ich nach dem Aussteigen erkenne.

2
Jul
2009

Überhitzt

Traum:
Im Rückwärtsgang unterwegs. Immer wieder ziehen kleine Rauchfähnchen, deren Herkunft wir – die Fahrzeuginsassen – uns nicht erklären können, an der Heckscheibe vorbei. Witzig, wo der Rauch wohl herkommt? Als ich eher beiläufig einen Blick nach vorn, durch die Frontscheibe werfe, sehe ich aus den Ritzen der Motorhaube und aus den Lüftungsschlitzen im Armaturenbrett dichten Qualm hervorquellen. Nein, wie urkomisch... der Qualm kommt ja aus unserem Auto! Es amüsiert mich sehr, dass wir den Verursacher im Außen wähnten und dabei diejenigen sind, die so richtig Dampf machen. Vielleicht stimmt da etwas mit der Kühlung nicht.

16
Jun
2009

Gedächtnislücke

Traum:
Inzwischen warte ich ungeduldig auf das Eintreffen der Polizei. Weit und breit nichts von einem Polizeifahrzeug oder einem Beamten zu sehen. Das dauert vielleicht! Um mir die Zeit zu vertreiben, schiebe ich mein Rad zurück in die Bahnhofshalle. Fast wäre ich aufgestiegen und losgeradelt, zögere dann aber, weil ich nicht sicher bin, ob das hier erlaubt ist. Vielleicht Schritttempo? Aah, das ist doch... das ist doch ein Polizist, der sich da aus der Menschenmenge schält?! Ein Polizist, auf seinem Dienstmoped unterwegs. Ich gehe direkt auf ihn zu: „Hallo? ... Hallo!! Können Sie mir bitte helfen?!“
Er wirkt widerwillig und ich befürchte, er könne mich einfach so stehen lassen, so als habe er mich nicht gehört. Schnell erkläre ich: „Ich habe die Polizei gerufen! Bis jetzt ist noch niemand gekommen. Ich habe nämlich kein Auto mehr!“
Gerade letzter Satz sollte ihm doch deutlich machen, dass ich dringend Hilfe benötige. Doch er sieht immer noch nicht so aus, als wolle er sich darum kümmern. So setze ich nach: „Man (irgendwelche Rowdys waren mir wie eine Walze entgegen gekommen) hat mir hier am Bahnhof das Auto weggenommen! Ja, und nun bin ich hier mit dem Rad unterwegs und... und... und... äh...“
Wie war das denn noch mal? Unglaublich, mir will partout nicht einfallen, wie das Ereignis konkret abgelaufen ist. So was Dummes, ich mache mich ja völlig unglaubwürdig. Also versuche ich es anders: „Wissen Sie, wir sind hier ja in Frankreich, aber wir wohnen in Deutschland.“
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass wir aus Frankfurt kommen? Aber ach, als der Polizist 'Deutschland' hört, verdreht er entnervt die Augen. So als wolle er sagen, dass die Deutschen eh nicht ganz dicht sind – warum sich von einer Deutschen die wertvolle Zeit stehlen lassen. Ungeduldig fordert er mich auf, jetzt doch mal ganz genau zu schildern, was vorgefallen ist. Nur das kann ich ja gerade nicht erinnern – komplett alles vergessen. So ein Mist, so was!!!

15
Jun
2009

Stillgelegt

Traum:
Trotz des Überholverbots überhole ich das Fahrzeug, das seit einiger Zeit im Schneckentempo vor mir her fährt. Beim anschließenden Einscheren werfe ich einen gewohnheitsmäßigen Blick in den Rückspiegel. Ach du liebe Zeit! Einer der Insassen des überholten Fahrzeugs streckt seinen Arm aus dem Fenster und stellt ein Blaulicht aufs Autodach. Dann werde ich überholt, eine Kelle wird rausgehalten und ich lese schon am Fahrzeug: POLICE

Zwei Beamte steigen aus: „Fahrzeugkontrolle!!“ Sie öffnen die Motorhaube und einer der beiden bemängelt und beschließt: „Die Gefäße sind brüchig; ein Ausfall der Lichtmaschine droht. Das Fahrzeug wird stillgelegt.“

Ich ärgere mich darüber, mich nicht durchgesetzt zu haben, als wir kürzlich in Frankreich die Panne hatten. Da stand nämlich schon die Frage im Raum, ob man die beschädigten Gefäße (Kabel) nicht gleich mit austauschen sollte. Doch Mike hielt das für überflüssig. Nun habe ich also den Salat. Die Polizisten zeigen sich total streng und autoritär – nix zu machen.

Während dieser Kontrolle haben sich einige Passanten zu mir ins Auto gesetzt. Da mein Auto sich obdachlos (offenes Verdeck) zeigte, nutzten das einige, um sich mal ein wenig auszuruhen und etwas anderes zu sehen. Unter diesen zugestiegenen Menschen ist auch Aurisa, die ganz unbeschwert sagt: „Nicht so schlimm, da geht es halt zu Fuß weiter.“
Na klar, so ist das – eigentlich.

Am Stadtrand. Die Geschäftigkeit kommt in der Mittagssonne zum Erliegen. Die Stadt verlangsamt ihr Tempo, es kehrt Ruhe ein. Am Rande eines Platzes ein großes öffentliches Gebäude. Vielleicht ein Museum – es erinnert an die Chapelle Notre-Dame de Auzils. Vor dem Eingang steht ein griechischer Reeder und macht mit weitausholenden Armbewegungen eine einladende Geste; Moina und ich sollen eintreten, so wir mögen.

Wir gehen die in der Sonne hell leuchtenden Stufen hinauf und treten unter dem Wortschwall des Griechen ein. Ich verstehe kein Wort. Kaum sind wir eingetreten, weist er wortreich auf ein sehr breites Gemälde, dass im Bereich des Eingangs an der Wand hängt. Es zeigt den Blick aufs Festland; vom Meer ausgesehen. Viele Details sind nicht zu erkennen, denn das Bild ist sehr gebräunt von all dem Gilb. Mit Entsetzen bemerke ich, dass der Grieche einige Pfeile mit schwarzem Edding auf das Bild malte. Das nur, um mir etwas bildhaft zu verdeutlichen. Noch mehr: Neben einem Haus, vor dem Hintergrund eines sanft geschwungenen Berges, schrieb er in großen Lettern den Namen einer Frau. Der Grieche möchte unbedingt, dass wir auf diese Persönlichkeit, eben diese Frau, warten. Ich bin noch sprachlos vor Erschütterung darüber, wie man ein wertvolles altes Gemälde derart verschandeln kann.

Nach gar nicht langer Zeit kommt es zu einem plötzlichen Tumult mit dem Griechen. Ich könnte den Auslöser dafür gar nicht benennen. Keine Ahnung. Wütend und fest entschlossen wirft er Moina und mich wieder raus. Leider behält er auch die meisten der Andenken bei sich zurück, die wir an diesem Vormittag gekauft haben. Einzig eine Baumwolltragetasche mit geflochtenen Tragegriffen kann ich davor retten. Bald kommen wir wieder mit Aurisa zusammen, die ganz sorglos meint: „Na, das ist doch schon was.“

14
Jun
2009

Tränenüberströmter Inder

Traum:
Kleines Parkhaus. Ich kurve im Schritttempo auf der dritten Parkebene umher, auf der Suche nach einem Stellplatz. Derer sind noch einige frei, jedoch sind sie so ungünstig anzusteuern und ich bin etwas zu bequem, um den Wagen zwischendrin einmal zurückzusetzen. Mit einem Schwung kommt man nicht rein, entweder wegen der Säulen oder einem dieser immer wieder auftauchenden Treppenschächte, die hinunter führen.

Bei der zweiten Runde komme ich erneut an dem lila Fahrzeug vorbei, das auf dem ersten Blick den Eindruck macht, schlecht eingeparkt worden zu sein, so weit steht es über die Markierungen hinweg. Doch nun sehe ich es zum ersten Mal von der Seite und bemerke, dass ¾ seiner Länge total zusammengestaucht sind. Betroffen überlege ich, dass ein schlimmer Unfall stattgefunden haben muss.

Ein weiteres Fahrzeug fährt ein. Ein Inder mit weißem Turban sitzt am Steuer. Sein Gesicht ist tränenüberströmt, von Verzweiflung und einem entsetzlichen Schmerz gezeichnet. Vor wenigen Stunden verlor er vier Familienangehörige. Alles junge Menschen – die Insassen des lila Unfallfahrzeug. Sein Anblick lässt mich seinen unbeschreiblichen Schmerz mitfühlen, am Grauen des Unglücks teilhaben. Es legt sich bedrückend über mich... Keinesfalls möchte ich den Inder nun noch mit meiner Fahrweise behindern. Aus diesem Grund kann ich den gerade anvisierten Parkplatz nicht anfahren, da ich weit ausholen müsste, um den Treppenschacht zu umfahren.

12
Mai
2009

Fehl am Platz

Traum:
Eine kleine, erhöht und teils überdacht liegende Parkfläche. Hier suche ich einen Parkplatz, um nebenan einen Einkauf zu erledigen. Obwohl es gar nicht viel zu schauen gibt – es sind ja nur eine Handvoll Parkplätze, und diese sämtlich belegt – halte ich Ausschau nach einem freien Platz. Mein Blick ist derart unstet, dass ich meiner Wahrnehmung nicht so recht traue. Naja, aber es ist tatsächlich so: kein freier Platz. Ich setze das Fahrzeug zurück, ein anderes kommt mir dabei in die Quere. Beides, der fehlende freie Platz und das den Weg versperrende andere Auto geben mir das Gefühl, hier oben auf dem Parkdeck nichts zu suchen zu haben.

Also rolle ich eine Etage tiefer ins Untergeschoss. Noch gar nicht ganz unten angekommen, bemerke ich fünf Fußgänger , die diese Fahrspur blockieren. Ich sitze inzwischen auf der Beifahrerseite, auf dem Fahrersitz ein Fahrlehrer- Energie. Nicht bemerkenswert, dass ich dennoch das Gefühl habe, das Auto zu lenken. Die Fahrlehrer-Energie fordert auf: „Jetzt Gas geben!“ Um an die Fußgänger vorbei zu fahren, die sich ja noch gar nicht von der Stelle gerührt haben, dies aber wohl gleich tun werden. Das lässt folgende Schlussfolgerungen in mein Bewusstsein dringen:

Menschen haben die Eigenart, sich schubweise vorwärts zu bewegen. Diese Bewegungsschübe unterliegen einer bekannten Struktur und einem bestimmten Zeitgefüge, dass sich gut abschätzen lässt. Mir fehlt jetzt nur noch das Feingefühl, genau zu erspüren, wann der Bewegungsimpuls einsetzt, damit ich im gleichen Moment Gas geben kann. Oder mit anderen Worten: damit sowohl Fußgänger als auch ich zur gleichen Zeit reagieren und in Bewegung kommen. Dies deshalb, damit keine unnötige Lücke zwischen den Fußgängern und mir entsteht, damit ich nicht unnötig viel Zeit auf meinem Weg verliere. In dem Augenblick, da sich die Fußgänger in Bewegung setzen, müsste mein Auto losrollen.

Dieses Mal klappt es natürlich, da die Fahrlehrer-Energie mich darauf aufmerksam gemacht hat. Die Fußgänger schauen sich erschrocken zu mir um, so dicht bin ich ihnen auf den Fersen. Sie treten beiseite und ich überhole sie langsam. Ich erlebe diese Situation als anstrengend und mir ist nicht ganz klar, warum hier so viel Einfühlungsvermögen gefordert ist; warum ich dieses so angestrengt von mir fordere?

13
Mrz
2009

Hardtop und Amygdala

Traum:
Souverän verrichte ich meine Arbeit bei einer Autovermietung. Im Augenblick erkläre ich zwei Akademikerinnen die Funktionen des Mercedes-Benz SLK230. Ein schickes schwarzes Coupé-Cabriolet. Vor allem das Ein- und Ausfahren des Hardtops braucht besondere Einweisung. Ich stehe also hinter dem Auto und betätige den breiten Schalter an der Kofferraumklappe, um es zu demonstrieren. Als sich das Dach langsam über die beiden Frauen im Auto senkt, weichen diese mit ihren Köpfen aus, um den Prozess der Entfaltung nicht zu behindern. Schnell eile ich an die Beifahrerseite und weise darauf hin, dass sie ihre Köpfe ganz natürlich halten sollen, denn das Dach passt sich dem Kopf an. Einfach mal ausprobieren! Das Dach besteht aus zwei Teilen: einmal das Hardtop selbst, und zweitens, an der Innenseite, aus einer dunkelrot-fleischfarbenen Verkleidung aus allerfeinstem Schlangenleder. Ein so feines Leder, dass selbst mehrere Faltungen nur eine ganz dünne Lage ergeben. Dieses Schlangenleder schmiegt sich den jeweiligen Köpfen an. Nun, da die beiden Damen ruhig abwarten, fügt sich alles ganz wunderbar. Ja, so ist es gut!

Pfirsich Die Fahrt geht los. Ich fahre mit; aus Platzmangel als winziger Bewusstseinspunkt. Um das Autohaus zu verlassen, müssen wir zwei oder drei Räume und die Werkstatt durchfahren. An einer Türdurchfahrt wird es ziemlich eng, als wir nach rechts abbiegen, und dort eine große alte Blechtonne an der Ecke steht. Das wäre ärgerlich, wenn wir diese jetzt schrammten. Passiert aber nicht.

Die beiden Akademikerinnen starten ein zweites Mal mit dem Cabrio. Ich gebe ihnen noch ein paar Hinweise mit auf den Weg und freue mich, mein Wissen weitergeben zu können. Ganz leicht und beschwingt fühle ich mich dabei. Während ich noch damit beschäftigt bin, taucht vor meinen Augen das Bild eines Pfirsichs auf. Er ist fast zur Hälfte gegessen, reif und safttriefend. Die grobporige hölzerne Steinbedeckung des innewohnenden Mandelkerns fällt besonders ins Auge, so als wolle mir dies etwas sagen.

Notiz:
Aha, das Thema 'Dachschaden' findet hier also eine Fortsetzung.

Weitere Puzzleteile:
Die ausgebrannte Sanduhr (11.03.2009)
Rehbirnen (10.03.2009)
Heilung des dritten Auges (07.03.2009)
Wieder Saudi-Arabien (02.03.2009)
Hirnviertel (25.02.2009)

Bildquelle: stock.xchng - Carlos Alvarez

Wohnwagen und andere Kutschen


Fehltritt
auf dem Sattel

31.05.2008
...in unserem Wohnwagen in
den Bergen
Drachenfliegen
03.01.2008
Der Wohnwagen verliert auf
diese Weise die materiellen Wände der hinteren
Hälfte, die nur noch als durchsichtige Energiemasse
wahrnehmbar ist.
Wohnwagen
in den Bergen

12.01.2009
Ein
ungewöhnlicher Wohnwagen: vielleicht ein Meter zwanzig hoch,
sehr
flach. Er scheint aus steckbarem Gestänge und Glasfaserplatten
zu
bestehen.
Blütenreicher
Kutschentransit

zum
15. August

08.08.2006
Ein offener Kutschenwagen
mit schwarzer Lackierung und zurückhaltenden Chromblenden ...
Mond
und großer Wagen

10.09.2006
...zeichnen zart lichterne
Linien einen großen Kutschenwagen in den nachtblauen
Sternenhimmel.
Mit
der Weberin in Berlin/Kaiserslautern

05.10.2007
Begriffe wie Residenz,
Preußen, Kutschen gehen mir durch den Kopf; schemenhaft
tauchen Bilder auf: Männer in dunkelblauen
Waffenröcken und Pickelhauben, auf schwarz gescheckten
Schimmeln.
Reise
nach Calmus
 
28.11.2007
Die Kutsche schaukelt
heftig, als sie spricht.
Schein

11.12.2007
Zwei Männer
– vielleicht sind es Kutscher – sitzen auf
Gartenstühlen vor der Station.

Gagas
Hochzeitskutschentisch

11.05.2008
Eine weiße
Hochzeitskutsche! Ein Mann ist mittels Seil vor die Kutsche gebunden.
Kutschfahrt
durch die Nacht

13.02.2009
Die alte Holzkutsche
hält inmitten der endlosen Leere, die von diffusem Dunkelgrau
durchwölkt ist.
Narrenseminar
21.02.2009

Die Leute sind überwiegend postgelb kostümiert,
führen eine postgelbe Spanholzkutsche mit sich.

Ende des ausweglosen Dümpelns

12.03.2009
Wir leben in einem alten
eiförmigen Wohnwagen, der im pflanzengrünen Wasser
auf der Stelle dümpelt.[...]
Am Himmel, in etwa fünfzig bis hundert Meter Höhe,
schweben einige Zweispänner spiralförmig zu Boden.
logo

Traumzeit

zieht um

Tatbestand

Seit 1297 Nächten
2599 Beiträge

gelesen | später lesen | auserlesen

Und sonst?

Statistik



Abgründe
Ahnen
Alkohol und Opium
Alptraum
Alter
Angst
Animation
Ärgernisse
Astrologie
Ätherisches
Auf Abwegen
Auf Lager
Aus dem Bloghaus
Aus dem Gähnlabor
Auto
Babys
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren

Werbung: Reiseberichte