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Auf Abwegen

An Ketten

Traum:
Ich sitze in der Gondel eines Kettenkarussells. Nein, nicht zum Vergnügen, sondern weil es ein Fortbewegungsmittel ist – zumindest bin ich in diesem Glauben, ohne das zu hinterfragen. Die Fahrt hat begonnen, das Karussell dreht sich rasend; ein irres Kreiseln. Eine Vertraute, die gemeinsam mit mir auf dem Weg ist, sitzt in einer anderen Gondel. Es gelingt nur für Sekundenbruchteile, einen Blickkontakt zu ihr herzustellen. Immer wieder vergeht mir Hören und Sehen, ich verliere die Orientierung, drohe bewusstlos zu werden. Nicht nur das Karussell dreht sich, sondern auch die Gondel dreht sich um sich selbst. Angetrieben von der Kettenhalterung weit oben in der Konstruktion. Mit aller Kraft halte ich mich an den Ketten fest, um nicht heraus zu fliegen. Mein Gesicht verkrampft sich, fühlt sich verzerrt an, der Atem stockt wieder und wieder, obwohl ich versuche, nicht die Luft anzuhalten. Es kreiselt einfach total heftig. Irgendwann wird dieses Trudeln vorbei sein! Irgendwann! Das ist sicher, es war bisher jedes Mal so! Deshalb bin ich auch fest entschlossen, diese Situation durchzustehen. Ich werde verharren, bis die Zeit vorüber ist und bis wir am Ziel angekommen sind. Dieser Entschloss macht alles etwas erträglicher, aber meine Grenze des Erträglichen ist längst überschritten.

Notiz:
So so, und ich glaube, so voran zu kommen...

Missgeschick auf dem Gutshof

Traum:
Gemeinsam mit Moina zu Besuch auf einem Gutshof – da denke ich gerade an Winfried.

Ein sehr großer Tisch. Rundum sitzen einige junge Menschen bei einem Gesellschaftsspiel – Strategie und Glück. Daneben steht eine große Kuchenplatte. Nach jedem erfolgreichen Zug darf sich der Spieler ein Stück Kuchen nehmen. Ich habe ein lecker dünnes Stück Zwetschgenkuchen ins Auge gefasst, aber es sind noch ein paar Spieler vor mir dran. Oh Mann, die machen alle erfolgreiche Züge!! Wenn das so weitergeht, ist kein Kuchen mehr übrig, wenn ich dran bin... vom Zwetschgenkuchen ganz zu schweigen.

Frust breitet sich in mir aus, doch im gleichen Moment vollzieht sich eine Veränderung der Spieldynamik. Der aktive Spieler vollführt einen Handkantenschlag in der Luft, woraufhin sich das anvisierte Stück Kuchen wie von selbst in zwei Stücke teilt. Ah, das ist aber nett, so viel Rücksicht auf die Mitspieler zu nehmen. Der nächste Spieler macht es ebenso. Zack, zack, zack... schwuppdiwupp... sind dann doch alle Kuchen vom Teller genommen und ich bin enttäuscht.

Sodann springen Moina und ich vergnügt weiter und gelangen in ein luftiges Wirtschaftsgebäude, ähnlich einer großräumigen Scheune. Es duftet ganz wundervoll nach frischem Holzmehl und Heu. Der Gutsbesitzer verrichtet mit anhaltendem Lächeln seine Arbeit. Angenehme Atmosphäre. Ich halte das Nähkästchen in den Händen, das ich als Kind von meinem Großvater bekam. Vertraut fühlt sich der Deckel unter meinen Fingerspitzen an... all die eingeschnitzten Zacken mit ihren scharfen Spitzen. Mit einem Hobel bearbeite ich die Oberfläche, will vermutlich die Lasur abtragen. Oje, fast zu spät bemerke ich den Namen, der in Großbuchstaben in das Holz geschnitzt ist: WOLFGANG
Der Hobel hat den Namen derart abgetragen, so dass er sich nur noch undeutlich von der übrigen Fläche abhebt. Au wei, da war ich zu forsch. Mehr als jetzt aufhören, kann ich nicht tun. Es ist mir äußerst unangenehm, dass ich so unaufmerksam war. Ich lege alles aus den Händen, so als könne ich es damit ungeschehen machen, was ja leider nicht der Fall ist. Hoffentlich habe ich den Gutsbesitzer mit meinem Missgeschick nicht verärgert.

Kurz darauf erscheint der Gutsbesitzer und kündigt eine tolle Überraschung an, die – so erinnere ich jetzt – bereits vor einiger Zeit angedeutet wurde: „Soll ich heute den Hund holen?“
„Au ja“ antworte ich erfreut.
„Welche Rasse soll es sein?“
„Hm... ich weiß nicht... Auf jeden Fall bitte keinen Neufundländer“ Noch während ich das sage, frage ich mich, wie ich ausgerechnet auf 'Neufundländer' komme.
Moina hüpft vor lauter Vorfreude ganz wild herum.

Notiz:
Nein, ich will keine neuen Pfunde, bitte nicht!

Das alte Minirad

Traum:
Ein Festsaal zwischen Vorbereitungen und dem Beginn der Feier. Auf der Empore sehe ich Angela sitzen. Zumindest soweit sie durch die einzelnen Geländerelemente zu erkennen ist. Lange nicht mehr gesehen. Ich rufe ihr zu: „Grüß Lisbeth von mir!“ Lisbeth ist bereits vor vielen Jahren gestorben.

Umkehr, Bereich des Übergangs. Dann zu Besuch im Krankenhaus. Eigentlich nicht notwendig, da ich schon länger keine Behandlungen mehr brauche. Doch vielleicht kann ich mich hier nützlich machen, überlege ich, während ich von der Anmeldung zur Station hinübergehe. Naja... so recht bedacht... - was kann ich hier schon helfen? Besinnung.

In mondheller Nacht mit meinem Minirad (1976) entlang dem Schleichweg in Richtung Brentano-Bad unterwegs. Eigentlich war das Brentano-Bad gar nicht mein Ziel gewesen, da ich rechtzeitig zur Arbeit ins Krankenhaus zurückkehren muss. So ist es bereits an dieser Stelle – auf halber Strecke – zeitlich zu knapp. Aber da ich schon so weit gekommen bin... fahre ich doch mal zum Bad. Ich trete feste in die Pedalen, komme trotz großer Anstrengung nur langsam voran. Klar, mit so einem Minirad muss man ganz schön strampeln.

Im Halbdunkel am rechten Wegrand arbeiten einige Männer auf dem Hof vor einem Bauernhaus. Sie werkeln an einem Traktor herum. Ich muss umkehren. Ein so langsames Vorankommen macht keinen Sinn. Wird eh knapp genug, rechtzeitig zurückzukehren. Als ich absteige, fällt mein Blick zufällig auf den Vorderreifen: der ist platt! „Ach du Scheiße!!“ entweicht es mir. So laut, dass die Männer zu mir herüber schauen. Einer bietet freundlich an: „Können wir helfen?“ Im ersten Moment denke ich, sie wollen mein Minirad auf den Anhänger laden und mich mit dem Traktor zurückfahren. Es widerstrebt mir, so viel Aufwand zu betreiben, und ich überlege...

Da steht schon einer der Männer bei mir und schaut sich das Minirad an. Untersucht die rotbraune Gummikappe (wie von einem Pümpel), die über die Stange geschoben ist. Mit dieser Gummikappe werden pumpende Bewegungen ausgeführt, wodurch eigentlich für einen konstanten Luftdruck in den Reifen gesorgt sein sollte. Vor gar nicht langer Zeit hatte ich es in Ordnung bringen lassen; offenbar ist die Reparatur fehlgeschlagen. Der Mann fragt, ob dies von einem Freund gerichtet wurde, um mein Rad zum Laufen zu bringen. „Ja, allerdings muss ich zugeben: besonders helle ist er nicht.“ Der Mann nickt, und mit ein paar geschickten Handgriffen ist mein Rad repariert. Habe ich ein Glück!

Schlecht in die Puschen kommen

Traum:
Im Bioladen. Am Morgen. Die Arbeitszeit hat begonnen, die Chefin ist allerdings noch nicht eingetrudelt. Ich will erste Vorbereitungen treffen. Im Lager suche ich die richtigen Schuhe. Zwei Paar Schlappen stehen dort. Na, irgendwie ist keines der Paare für die Arbeit im Laden akzeptabel. Der Versuch, die lila Frotteelatschen anzuziehen gelingt nicht ganz, da ich mit den dicken Schafwollsocken nicht in die schmalen nachgiebigen Schlappen komme, ohne mich zu bücken – und bücken darf ich mich ja nicht. Eieiei, ich trage auch eine arg lässige schwarze Sporthose; ebenfalls nicht so angebracht. Der Druck wächst. Die Chefin wird bald kommen und ich bin immer noch nicht in die Puschen gekommen. Dabei möchte ich unbedingt etwas geleistet haben, wenn sie kommt.

Vom Lager aus gehe ich in den Verkaufsraum hinüber. Gerade tritt ein Vertreter durch die weit offene Ladentür ein. Ohne lange zu warten, beginnt er seine Sache anzupreisen. Frische Lebensmittel von einem Hof namens Brünjes in Worpswede. „Ah, aus meiner alten Heimat!“ rufe ich erfreut aus und ergänze : „Brünjes war/ist auch mein Name.“

Obwohl wir in Frankfurt sind, der Name Brünjes hier nicht so häufig ist, und Worpswede auch nicht unbedingt um die Ecke liegt, reagiert der Verkäufer überhaupt nicht auf das Gesagte. So ein Dummkopf. Als Verkäufer sollte er da doch nachfassen. Doch er lässt sich in seinem Redefluss nicht unterbrechen. Ohne Unterlass spricht er weiter, immer in den Telefonhörer hinein, den er die ganze Zeit ans Ohr hält. Mit ausholenden Gesten verlässt er den Laden, überquert die Straße und setzt den Weg auf dem Bürgersteig fort; Richtung Ortsausgang. Etwas vorgebeugt, mit weit ausholenden und gemessenen Schritten – so als sollten diese das Gesagte noch unterstreichen – entfernt er sich; so sehe ich durch die Schaufensterscheibe. Ohne zu bemerken, dass er längst außer Hörweite ist; zumindest wenn wir die eigentlichen Ansprechpartner sind.

Dann trete ich durch die Ladentür hinaus auf die Veranda. Dort treffe ich auf Stefan W. Er ist gerade damit beschäftigt, einen Haufen zerknüllte alte Zeitungen mit rosa Weichspüler zu tränken – Vorbereitungen für den Verkauf.. Entweder zum Verfeuern im Ofen oder zum Befüllen der Waschmaschine – beides ist einander ja ähnlich. Dazu sage ich: „Nein, das geht doch nicht!!!“

Er sagt: „Doch!!!“

Oje, was wird die Chefin dazu sagen! Ich schüttele mit dem Kopf.

Kleines Fährschiff quert Moorkanal

Traum:
Mike sitzt am Steuer und lenkt das Fahrzeug durch den dämmernden Morgen. Wir biegen in einen Nebenweg ab, der direkt neben einem Moorkanal verläuft. Also, links von uns eine steile Böschung und dort unten schließlich der Kanal. Rechts von uns verläuft ein eingleisiger Schienenstrang im Grasland. Nur ein schmaler Streifen bleibt für uns als Fahrweg. Wäre es nicht sicherer, mitten über dem Schienenstrang hinweg oder besser noch weiter rechts daneben zu fahren?! Doch Mike rast unbeirrt weiter. Ständig droht ein Absturz zur linken Seite.Warum macht er das? Er sagt: „Wir haben gerade das Schiff verpasst, das uns zur anderen Uferseite hätte tragen können.“

Ich: „Aber dort vorne... Siehst Du dort das kleine Fährschiff? Es hat noch nicht einmal angelegt – wir werden es sicher rechtzeitig erreichen. Selbst dann, wenn wir langsam und bedacht fahren.“

Mike möchte lieber sicher gehen und behält die rasante Geschwindigkeit bei.

Bleaching nach der Methode Dr. Schein

Traum:
Sehr viel geträumt, aber nach dem ersten Aufwachen wieder weggeratzt. Folgendes Traumbild blieb klar in Erinnerung:

Eine weitläufige Bahnhofshalle – etwas in deren Mitte steht eine Holzbank. Darauf sitzt ein Mann. Über seinen Knien liegt eine nackte Frau. Das neckende Zusammensein bereitet dem Paar sichtliches Vergnügen. Als ich nun des Weges komme, halten beide inne und schauen mich an. Der Anblick der beiden wiederum bringt mir ein Glasfläschchen in Erinnerung, das ich in meiner rechten Hand verschlossen trage. Dieses Fläschchen erinnert ein wenig an Nagellack. Doch darin enthalten ist eine Tinktur zum Bleachen der Zähne. Der Anblick des Paares löst also den Impuls aus, diese Tinktur auf die Zähne im Unterkiefer aufzutragen. Ich pinsele die wässrige Flüssigkeit sorgsam, nach und nach auf die Zähne. Die Flüssigkeit hinterlässt erst einmal einem mondsilbernen Schein auf den Zähnen, von dem ich annehme, dass beim Trocknen dann die bleachende Wirkung einsetzt. Ob ich auch die Backenzähne bleachen sollte? Ich bin versucht, will es aber auch nicht übertreiben. Das Interesse des Paares, das sichtlich auf mein Tun gerichtet ist, bewegt mich natürlich dazu, sehr wohlüberlegt zu handeln.

Notiz:
Hier geht es zur Zahnpraxis Dr. Schein

Die Alte und ihr wirbelndes Karussell

Traum:
Ganz spontan entscheiden Mike und ich uns für eine Fahrt mit einem alten Karussell, betreten es im gleichen Augenblick. Kaum auf einem der Sitze Platz genommen, da setzt die Alte das Ding schon in Bewegung! Die Alte sitzt auf einem alten Stuhl, auf ihren Knien ein Kasten mit zwei Schiebereglern. Sie lässt das Karussell einmal um sich selbst kreisen. Gleichzeitig setzt sie die „Kaffeemühle“ in Gegenbewegung, in der ich unüberlegt Platz genommen habe, und lässt auch diese um 360° kreisen. Jeweils gleich darauf lässt sie das Karussell und die „Kaffeemühle“ entgegengesetzt kreisen. Hin und her... hin und her... - quasi Warteposition. Die Alte wartet ab, lässt noch mehr Fahrgäste zusteigen. Oha, allein diese lockere Hin und Her lässt meinen Magen Salto schlagen. Ich überlege, mich auf einem der fest montierten Sitze zu setzen. Nach kurzem Zweifeln und Zögern gebe ich mir einen Ruck – jetzt oder nie! - und springe hinüber. Ich überlege noch, ob die Alte mich schelten wird, da nimmt das Karussell schwungvolle Fahrt auf! Rundherum und hoch hinaus! Schnell beschließe ich, meinen Blick auf einen gegenüberliegenden Punkt zu heften, meinen Blick immer wieder darauf auszurichten. Nehme mir vor, niemals den Blick wahllos schweifen zu lassen! Oder ob es klüger ist, einen Punkt außerhalb des Karussells zu fixieren? Hm nein, besser nicht, denn soweit ich mich erinnere, zieht das nur ein heilloses Durcheinander und Desorientierung nach sich. Erst jetzt kann ich den Blick weiten und das Karussell betrachten: Es ist ein quadratische Fläche, vielleicht zehn mal zehn Meter, mit Holzdielen ausgelegt. Etwa ein Meter hoch von Holzwänden umgeben. Rundherum die Plätze – wie schlichte alte Kinosessel – teils auch in der Mitte, wie ein Schiffsdeck.

Ich höre Mikes Atem stocken, ein Stöhnen, Luftanhalten, ruckartiges Luftholen und -anhalten. Sehen kann ich ihn nicht, obwohl er nur zwei Schritte weiter sitzt. Denn das Karussell dreht so schnell, dass sich immer wieder tote Winkel in der Übersichtlichkeit bilden, in denen Mike dann und wann verschwindet. Es dauert nicht lang, da erhasche ich wieder einen Blick auf ihn. Oje, der arme Kerl leidet ganz schön. Auch ich finde es heftig. Wir kreiseln inzwischen sicherlich dreißig, vierzig oder gar fünfzig Meter über dem Erdboden! Und wenn anfangs noch die Alte mit uns im Karussell saß, so kann ich sie nun dort unten sitzen sehen. Ganz verloren wirkt sie auf der weiten Sandfläche, wo sie auf ihrem alten Stuhl unweit des Kassenwagens sitzt und kontrollierend zu uns hinaufschaut, während das Karussell geschwind kreisend hoch und runter wirbelt.

Einmal bekomme ich mit, dass sich die Alte – ungeachtet der Höhenunterschiede – ein wenig in das Fahrgeschäft beugt, dorthin wo eine Familie mit Baby auf dem Boden lagert. Ich kann es nicht so schnell erkennen, sehe nur, dass sie dort etwas hinstreut. Erklären kann ich mir das nicht so recht... Als sie ein nächstes Mal eingreift, sehe ich ganz deutlich – ihr Kopf ragt überlebensgroß in das Karussell hinein – wie sie eine Sicherheitsnadel durch ihren Schlund gebiert, indem sie diese auf ihre Zunge gleiten lässt, die sie daraufhin herausstreckt, um damit einer anderen Familie auszuhelfen. Langsam wird mir klar, dass sie deshalb so willig hilft, damit es keinen Anlass gibt, die Fahrt abzubrechen! Oder führt sie anderes im Schilde? Oder meint sie es alles nur gut?

Notiz:
Ähm... das ist aber keine Good Vibration Machine...?!

Wordle

Alternativweg zur Pengfolie

Traum:
Ein vertrautes, mehrfach aufgesuchtes Worpswede, aber in dieser Form nur im Traum existierend. Der Ort ist in lichternes Dunkel gehüllt. Ich stehe mit meinem Rad am nahezu höchsten Punkt des Ortes. Als ich, das Rad schiebend, weitergehe, bemerke ich bei einem Blick nach links, dass dort eine Baustelle ist. Seit längerem. Der Bereich ist mit Pengfolie überlagert. Na gut, ich kenne ja den Ausweichweg. Nach rechts nämlich. Dort hat sich eine bemerkenswert tiefe Fahrradreifenspur in den Asphalt gegraben hat. So häufig wurde der Weg inzwischen benutzt. Die Spur ist so tief, dass man automatisch reinrutscht und es schwierig sein dürfte, wenn man dieser Spur nicht folgen möchte.

Versehentlich im Versorgungsamt

Traum:
Irgendwie bin ich beim Versorgungsamt gelandet. Das war gar nicht meine Absicht. Aber im Schlaf geht es öfter so, dass ich aufwache und mich an einem Ort wiederfinde, den ich gezielt gewiss nicht aufgesucht hätte, weil er zu abwegig gewesen wäre. Es ist ziemlich früh; vielleicht acht Uhr morgens; die Türen werden gerade dem Publikumsverkehr geöffnet. Okay, Versorgungsamt also. Na gut, wenn ich schon mal hier bin, dann kann ich auch gleich mal reingehen und fragen, ob mein Antrag auf den Schwerbehindertenausweis schon bearbeitet wurde. Hm, ob wohl der Mann, der gestern meinen Antrag entgegennahm, wieder hinter dem Tresen steht? Der ist bestimmt nicht begeistert, wenn ich heute schon wieder auf der Matte stehe und frage. Verärgern will ich ihn besser nicht. Trotzdem werfe ich mal einen Blick in den Warteraum. Und siehe da, heute ist er gar nicht da. Eine hochgewachsene Frau, schlank, etwas älter, mit aschblonden Haaren, hat heute seinen Platz inne. Ich könnte sie fragen. Aber, meine Güte, was soll das? Es ist ganz klar, dass der Antrag noch nicht bearbeitet wurde. Unauffällig husche ich wieder hinaus. Ich glaube, mich hatte noch keiner bemerkt.