Mein Traumtagebuch ist umgezogen: KLICK

Angst

25
Aug
2009

Beunruhigender Flugverkehr

Traum:
Sonnenhöchststand. Warme Sommerluft. Ich stehe vor unserem Haus und glaube es nicht. Da fliegt ein Flugzeug total niedrig über die Häuser hinweg! Ein Gedröhne ist das. Nicht nur das. Alle paar Sekunden folgt ein weiteres Flugzeug, ganz gemächlich. Das ist ungewöhnlich. Normalerweise bekommen wir hier vom Flugverkehr nicht viel mit. Die Flugzeuge starten in eine andere Richtung und haben hier schon eine Flughöhe erreicht, die uns vor Lärm bewahrt. Mich macht es ganz nervös, dass nun alle paar Sekunden ein Flugzeug nah über meinen Kopf hinweg fliegt. Vermutlich ein Ausnahmezustand am Flughafen, weswegen die startenden Flieger hier umgeleitet werden. Ich finde das ziemlich gefährlich. An anderem Wohnort flogen die Flugzeuge wenigstens im Abstand einiger Minuten. Hier aber ist ja die Wahrscheinlichkeit stark erhöht, dass doch mal eines abstürzt. Zudem sind einige Flugzeuge militärischen Ursprungs... Dies alles zu beobachten, ist doch ein wenig beängstigend. Am liebsten wäre mir, ich könne da leicht Einfluss nehmen und es verändern. Doch leider ist das nicht so, glaube ich.

Traumpfad:
Gestern betrachtet: Flugzeugabstürze? Kein Wunder!

4
Aug
2009

Angstschisser

Traum:
Mike und ich fahren auf der Autobahn durch Nacht und Nebel; Richtung Wismar. Besser gesagt, wir fuhren, denn momentan halten wir mangels Standspur auf einem schmalen Grünstreifen neben den Leitplanken; mit der Fahrerseite teils auf der Fahrbahn stehend. Im nebeligen Dunkel vor uns sind unzählige weitere Fahrzeuge zu sehen. Allen ist ein ähnliches Malheur oder ein Unfall passiert – vielleicht liegt es an diesem Streckenabschnitt. Aufgrund des Nebels ist bei niemanden die Beleuchtung zu erkennen. Mike, der am Steuer sitzt, ist im Begriff auszusteigen. „Bist Du wahnsinnig!!“ rufe ich aus, lege die Hand auf seinen Arm, um darauf aufmerksam zu machen, dass die anderen noch fahrenden Verkehrsteilnehmer von dieser Unfallstelle kaum etwas sehen, da könne er nicht direkt zur Fahrspur hin aussteigen, ohne sich in Lebensgefahr zu bringen. Doch er meint gelassen, ich sei mal wieder übertrieben ängstlich. Mit schnellen Engelszungen rede ich weiter auf ihn ein, erkläre, dass dies ein ungünstiger Ort zum Aussteigen sei. Wenn möglich, sollten wir doch lieber noch ein Stückchen weiterfahren!

Wir erreichen eine Raststätte. Ich betrete die Waschräume, wickele dann mein männliches Baby in einem Gemeinschaftswickelraum. Die Wickelraumfrau sagt, sie habe heute so viel zu tun, es seien gar keine Ersatzwindeln mehr vorrätig. Erschöpft sinkt sie auf einen einfachen Stuhl. Sie wirkt müde, verstärkt wird dieser Eindruck durch den Schein der baumelnden nackten Glühbirne, der von oben auf ihr Gesicht fällt. Ich sehe, dass mein Baby nur einen ganz kleinen Pups machte, der sich weit oben am Rand der Windel befindet. Um der Wickelraumfrau nicht noch mehr Arbeit zuzumuten, entschließe ich mich, die Windel nicht zu wechseln, sondern den kleinen Fleck mit einem Stück Küchenkrepp abzuwischen. Nebenher erfahre ich weitere Einzelheiten: Offenbar gab es im näheren Umkreis der Raststätte einen Unfall und sämtliche Wickelkinder die in den Fahrzeugen auf der Autobahn unterwegs waren, schissen sich daraufhin gleichzeitig in die Windel. So kamen dann fast zur gleichen Zeit alle in den Wickelraum dieser kleinen Raststätte. So viel Scheiße... Die Wickelraumfrau erwähnt den Gestank. Oh ja, nun bemerke ich es auch. Ich frage mich: Wie hält man das nur den ganzen Tag aus?

17
Mrz
2009

Licht-Dunkel-Bilder in der Nische

Traum in früher Nacht:
Ich sitze geduckt in einer dunklen Nische, wie unter einer breiten Fensterbank. Ich mache mich klein, wohl aus Furcht. Seit Beginn der Mittagspause um 15 Uhr hat die Frau – die Frau, die dort gegenüber in diesem Raum an und für sich wirkt – kein Lebenszeichen/Tweet abgesetzt. Ich warte darauf, dass dies wieder geschieht. Doch es geschieht nicht, was ich mehr und mehr als unangenehm empfinde. Ich könnte hervor treten, mich aufrichten, mich zeigen, aber ich fürchte dies. Lieber noch ein wenig abwarten; vielleicht lässt sie bald von sich hören.

Ich schließe die Augen, um mich ein wenig auszuruhen und zu entspannen. Das ist angenehm. Sonderbar... obwohl ich die Augen geschlossen habe, sehe ich eine Abfolge wechselnder Bilder. Sie ähneln Scherenschnitten, die wie Dias durchleuchtet sind – Licht-Dunkel-Bilder. Der Kontrast ist durch das Licht sehr scharf, die Umrisse und kleinste Details sind deutlich zu erkennen. Zum wiederholten Male staune ich über die präzise Linse, die mir diesen klaren Blick schenkt, wie ich ihn nie zuvor erfahren hatte. Doch halt... Vielleicht sind diese Licht-Dunkel-Bilder nur ein Phänomen, das dadurch entsteht, dass meine Augenlider nicht ganz geschlossen sind und Streifen von Licht durchlassen? Ich überprüfe dies... Nein, meine Augen sind geschlossen, und doch kann ich sehen. Wieder erlebe ich dies als so etwas Besonderes, dass ich diesen Moment am liebsten ganz lang ausgedehnt sähe. Im Gegensatz zum letzten Mal macht es mir aber nichts aus, von diesem Begehren loszulassen. Die Bilder sind immer wieder neu; zeigen zwischenmenschliche Szenen mit zwei oder drei Figuren – es geht um Kommunikation. Da höre ich Herrn Books Stimme mitteilen: „Ihre Träume sind ungewöhnlich klar.“ Oh. Dies zu hören, bereitet mir eine ganz feierliche Freude und ich schaue noch ein wenig den Bildern nach.

Dann erinnere ich den unangenehmen Zustand wegen der Frau dort drüben. Immer noch kein Lebenszeichen von ihr. Inzwischen sind etwa drei Stunden vergangen. Ich fühle mich verpflichtet, zu ihr zu gehen, nach dem Rechten zu sehen. Es kostet so unendlich viel Überwindung aus der Nische heraus und in Erscheinung zu treten. Ja, ich fürchte, der Täter – womöglich ermordete er die Frau – lauert im Verborgenen. Sobald ich versuche, ihm auf die Schliche zu kommen, könnte er mir den Garaus machen. Ich fühle zunehmenden Druck, denn ich muss bald handeln – irgendwie!

Das lange Warten beim Augenarzt (14.03.2009)
Heilung des dritten Auges (07.03.2008)
Tränendes Blut (07.03.2009)
Versuchsbeziehung (06.03.2009)
30 Sekunden für Herrn Books (01.03.2009)
Spritze in Zeh für Augen-OP (01.03.2009)
Alte Mütterlein (26.02.2009)
Durchblick (19.02.2009)
Durchschauen (16.02.2009)
Beschränkung (16.02.2009)
Schutzbrille mit Pappaugen (06.12.2008)

8
Mrz
2009

Angst vor der Staatspolizei

Traum:
Später Abend. Ein weitläufiges Lese- und Schreibzimmer. Die Geräusche werden von unzähligen, über den Fußboden verteilten Teppichbrücken und Wänden voller Bücher geschluckt. Nahe der Zimmertür sitzt Wilma im Schein einer alten Schreibtischlampe an ihrem Sekretär und schreibt. Stille und Frieden ... sehr angenehm.

Da kommt der Zwillingsbruder zur Tür herein, überhäuft Wilma mit Vorwürfen wegen einer mir unbekannten Angelegenheit oder wegen ihres Verhaltens. Anfangs bin ich im Glauben, seine Vorwürfe seien gerechtfertigt. Doch mit einem Male geht mir ein Licht auf: Er ist an der Sache an sich gar nicht interessiert. Er will einfach nur provozieren, für schlechte Stimmung sorgen, um heftige Reaktionen hervor zu locken. Dies macht er auf so subtile Weise, dass es gar nicht auffällt. Zeit für eine klare Botschaft an ihn: „Ich möchte nicht, dass du andere manipulierst, um auf diesem Weg Deine Aggressionen loszuwerden.“ Er macht gar nicht erst den Versuch, sich rauszureden, sondern verlässt mit einem leisen Murren den Raum. Wilma staunt: „Wie hast du das erkannt? Ich hatte es nicht gemerkt.“ Erklären kann ich es auch nicht, es wurde halt mit einem Male ganz klar, was hier abläuft.

Als ich das Haus kurz darauf verlasse, steht ein Bus auf der Straße. Die vordere Einstiegstür steht noch offen und ich höre die zornigen Aufforderungen des Busfahrers. Der Zwillingsbruder lenkt den Bus! Voller Wut scheucht er die Fahrgäste von den Sitzen hoch und treibt sie alle in das hintere Drittel des Busses. Oje, die Fahrgäste bekommen nun seinen Zorn ab, der ja noch dadurch geschürt wurde, dass ich ihn konfrontiert habe. Der Zwillingsbruder hat mich inzwischen gesehen. Er brüllt die Fahrgäste an: „Ich lasse mir doch von einer Marianne Masters nichts sagen!!!“ Hätte ich geahnt, dass er einen Bus fahren würde, wäre ich vielleicht anders vorgegangen. Das ist mir etwas unangenehm.

Die Nacht ist sehr hell. Die Straße führt weit über unbesiedeltes Land. Ich bin zu Fuß unterwegs. Irgendwann erreiche ich einen kleinen Ort. Gleich am Ortseingang, dort wo eine Treppe hinab zur U-Bahn führt, werde ich mit einer seltsamen Situation konfrontiert. Eine große Menschenansammlung steht dicht gedrängt hinter dem Zugang zur U-Bahn; und zwar so, dass man, von unten die Treppe hinauf blickend, keinen einzigen dieser Menschen sieht. Die Menschen hier oben haben Angst, sie trauen sich nicht, weiterzugehen. Anfangs glaube ich noch, meinen Weg fortsetzen, mir einen Weg zwischen den Menschen entlang bahnen zu können. Doch nein, sie blockieren den weiteren Weg – keine Chance.

Ich gehe zur Treppe, blicke hinab. Dort unten ist es hell erleuchtet. Ein Teil des Bahnsteiges ist zu sehen. Dort liegen Frauen und Männer in Kleidung wie aus den 60er Jahren. Zu beiden Bahnsteigen sind sie in einer Reihe nebeneinander gelegt; immer mit dem Kopf zum Gleis. Ihre Gliedmaßen zucken; ansonsten wirken sie ungerührt. Ich kann das Zucken nicht so recht deuten. Machen sie das absichtlich, vielleicht um sich zu wärmen oder ist es das letzte Zucken, während das Leben den Körpern entweicht? Eines ist klar: Dort unten wirkt eine Organisation ähnlich der Gestapo. Ein Einsatz, der der Staatssicherheit dienen soll. Aus meiner Perspektive ist nichts Genaueres zu erkennen, aber ich ahne, sie arbeiten mit fragwürdigen Methoden. Nun wird auch mir mulmig ...

Ich wende meine Aufmerksamkeit wieder auf die Situation hier oben. Eines verstehe ich nicht: Warum verstecken sich die Menschen nicht in der Natur, die uns doch weit und großzügig umgibt? Wälder, Wiesen und Felder böten doch ein gutes Versteck?! Doch die Angst macht sie nahezu unbewegt, hält sie an diesem Ort, nahe der Gefahr.

Ich glaube, ich würde in ein großes Maisfeld laufen. Gar nicht weit von hier sah ich eines. Okay, mir fällt ein Buch von Stephen King ein, und da war doch etwas mit Messern im Maisfeld... Naja naja, dummes Zeug jetzt. Ein Bild steigt auf, ein Feld mit hochgewachsenem Mais; so eine klare Vorstellung, dass ich mich mittendrin wiederfinde. Ich schaue zu den oberen Blattspitzen ... sie haben etwas Bedrohliches, wie sie so unbewegt in den leuchtend dunkelblauen Nachthimmel staken. Fast wie Dolchspitzen ... Das ist hier vielleicht doch kein so sicheres Versteck ... Ein Bild kommt hoch ... Männer von der Gestapo, die mit Spürhunden das Maisfeld durchkämmen. Langsam fühle auch ich mich ihnen ausgeliefert ...


Neonazis und scharfe Klingen

25
Nov
2008

Gewitterfontänen | Wannenwogen | Mangold

Traum:
Mitten in der Nacht. Den Garten hinter dem Haus der Älteren überquerend, nähern wir uns der Haustür. Das Dunkel wird von Blitzen eines nahenden Gewitter erhellt. Die Blitze sehen aus wie goldene Feuerwerksfontänen. Es kracht immer wieder. Schnell ins Haus! Mehrmals schaue ich mich um, sehe immer wieder diese Fontänen am Himmel... Angst? Es ist so schön, aber ja, die Angst rührt vom Gewitter. Etwas ungeschickt öffnen wir die Tür und gelangen hinein.

Mike und ich sitzen in Badewannen, die über Eck im Wohnzimmer der Älteren installiert sind. Das drohende Gewitter blitzt durch das Dachfenster. Meine Badewanne ist mehr als randvoll mit Wasser gefüllt. Mike könnte ärgerlich werden, wenn er sieht, dass das Wasser auf den Fußboden schwappt. Allein die Überlegung, mir einen Eimer zu greifen, um Wasser abzuschöpfen und in Mikes Wanne zu schütten, bugsiert erneut einen großen Schwall Wasser über den Wannenrand. Als ich Moina bitte, mir einen Eimer zu holen, geschieht es nochmals. Mike sieht aus, als schnappe er aufgebracht nach Luft, als er die Überflutung bemerkt, was dahin führt, dass erneut reichlich Wasser aus der Wanne läuft. Ich versuche, mich nicht groß zu bewegen, aber allein meine innere Aufregung bringt das Wasser in Wallung. Und weniger wird es auch nicht, obwohl immer mehr über den Wannenrand schwappt.

Erfreulich, dass U.W. zu Besuch war – im Haus der Älteren. Ich habe ihn mit viel Aufmerksamkeit verwöhnt, was mir ein Genuss war. Vor wenigen Minuten ist er zum Nachbarn rüber, ohne dass er sich verabschiedet hätte. Wie bedauerlich!

Ganz schnell ernte ich ein Bündel Mangold im Garten und laufe zum Nachbarn, um dort erneut mit U.W. zusammenzufinden. Klingeln an der Eingangstür. U.W. öffnet und tritt heraus. Voll aufgeregter Freude über seine Nähe hake ich mich bei ihm ein und lenke seine Aufmerksamkeit zum Mangold. Er reagiert darauf ziemlich mürrisch, was total unerwartet für mich kommt. „Es ist ja wohl klar, dass ich den nicht mag“ sagt er grummelnd.

Oh?!

Okay, zugegeben, der Mangold ist auch etwas ungewöhnlich: ganz flache, fast wie gepresst wirkende Blätter ohne Blattrippen, die ganz glatt aufeinander liegen. Mit einem Fleischmesser schneide ich das vordere Drittel des Blattstapels ab. Ach, wie schade, ich hätte ihn so gerne für mich gewonnen...

31
Mai
2008

Im Wohnwagen – Fehltritt auf dem Sattel

Traum:
Mike und ich sind wieder einmal für einige Tage in unserem Wohnwagen in den Bergen. Ein Bekannter – Detlev? – hat uns inzwischen eindringlich darauf hingewiesen, dass er während Mikes Abwesenheit herkommen und mich besuchen würde. Er selbst weiß wohl, dass ich auf seinen Besuch nicht unbedingt Wert lege; ehrlich gesagt, wäre es mir sogar unangenehm, da er mir etwas unheimlich ist. So sagt er, er würde – falls ich ihm nicht öffne – einen Blick durch die Fenster werfen. Falls ich mich vor ihm verstecken sollte, würde er solange umherschleichen, bis ich mich verrate. Und dann müsste ich ihm öffnen – so will es schließlich die Höflichkeit...

Allein der Gedanke, er könne mich „heimlich“ durch die Fenster beobachten, bereitet mir Gänsehaut und leise Furcht stellt meine Nackenhaare auf. Mike und ich überlegen also gemeinsam, was zu tun ist, während ich allein hier bin. Ich werde, soweit vorhanden, Gardinen und Vorhänge schließen und mich gegebenenfalls verstecken. Es sind übrigens grüne Vorhänge. Wie auch immer, es wird nicht so einfach sein, da sich nicht alle Fenster verhängen lassen. Und wie viel Einblick so eine Gardine gewährt... Na, wer weiß, vielleicht kommt der Mann auch gar nicht.

Da, ein Anruf! Mike geht durch eine Öffnung in ein Nebenzimmer; eine Räumlichkeit, die sich – bei realer Betrachtung – erst durch das Spiegelbild eines dort befindlichen Spiegels auftut. Ich gehe Mike hinterher. Dieser Mann ist am Telefon und kündigt nochmals an zum Wohnwagen zu kommen, um mich zu finden, und dann könne ich nicht mehr länger so tun, als sei ich nicht da. Mike redet auf ihn ein: „Willst Du wirklich Mariannes Großzügigkeit ausnutzen? Du weißt, sie würde genau zuhören, was Du ihr zu sagen hast.“ Mike meint offenbar, es zeuge von wenig Rücksichtnahme, wenn er es täte. Wobei mir nicht ganz klar ist, warum dies der Rede wert ist, denn ich höre gerne zu und es ist mir meist eine Freude. Mit verhaltener Stimme bestätige ich also, dass ich ihm zuhören würde. Bin im gleichen Moment erschrocken, denn sicherlich hat der Mann am anderen Ende der Leitung meine Stimme gehört und somit habe ich verraten, dass ich hier im Wohnwagen bin... Die Hand vor den Mund schlagend, verstumme ich. Mike beendet das fruchtlose Telefonat und macht sich auf den Weg.

Nicht lange, da sehe ich einen Schatten an den Fenstern vorbeihuschen. Der Mann macht nicht auf sich aufmerksam, sondern schleicht beobachtend um den Wohnwagen herum, damit er mich dabei entdecken kann, wie ich mich vor ihm ängstige und verstecke. Entweder bin ich von geringer Körpergröße oder ich gehe geduckt, denn mein Blick geht mit Mühe über die Kante der Spüle hinweg zum Fenster. Einen Augenblick fühle ich mich in Sicherheit, obwohl der Mann sein Gesicht gerade an die Scheibe presst. Doch da dehnt sich ganz langsam ein geiferndes Grinsen im Gesicht des Mannes aus und aus dem Augenwinkel bemerke ich, wie mein nackter bleicher Oberarm vor dem dunklen Untergrund leuchtet... und mich damit verrät. Trotzdem versuche ich mich weiter zu verstecken, während der Mann langsam um den Wohnwagen streift und sein Blick mich sucht. Ich fühle mich in diesem kleinen „Ei“ geradezu gefangen. Innerlich fast resignierend, bin ich bereit, ihm die Tür zu öffnen. Gleichzeitig löst allein diese Vorstellung ein vages Gefühl der Ohnmacht aus, das mich innehalten lässt. Durch das hintere Fenster sehe ich mit einem Male ein mir bekanntes Lehrerehepaar aus Worpswede kommen. Sie kommen direkt auf den Wohnwagen zu! Sie können meine Rettung sein! So öffne ich ihnen weit die Tür, damit sie gleich eintreten können. Ziehe mich gleichzeitig ängstlich kauernd zwei Schritte ins Wohnwageninnere zurück, denn mir wird klar, auch dem Mann steht nun die Tür offen. Und das Lehrerehepaar scheint nur zeitlupenartig voranzukommen! Es ist fraglich, wer zuerst eintreten wird...!

Am Rande des Stellplatzes dreht sich langsam ein nostalgisches Karussell. Zwischen den Figuren, Pferdchen und ähnlichem ist ein kleiner Bereich für Erwachsene freigehalten. Dort sind drei Männer: Zwei Männer stehen mit dem Rücken zum roten, zylinderförmigen Drehpunkt, auf zwei Stehhocker gestützt. Einer von ihnen ist vermutlich dieser Detlev. Ich stelle mich dazu. Mike sitzt links von mir auf einer Karussellfigur. Ein Barhocker ist noch frei! Die Sitzfläche ist einem breitflächigem Sattel nachempfunden, ganz edel aus weichem schwarzen Nappaleder gearbeitet. Der Sitz weist an beiden Flanken einige „Piercings“ in Form von chromglänzenden Ringen auf. Das Teil steht auf einem Bein auf einer kreisrunden Bodenplatte. Schwungvoll setze ich mich drauf und beginne verspielt und unbefangen damit zu wippen. Aus Mikes Gesicht spricht Fassungslosigkeit oder Unglauben. Verstehe ich gar nicht. In den Gesichtern der beiden Männer macht sich ein fettes Grinsen breit. Ich ahne, dass mein Verhalten aus irgendeinem, mir unerfindlichen Grund ziemlich unmöglich sein muss. Was ist denn bloß los?

18
Feb
2008

Dr. Schein verliert die Kontrolle

Traum:
Im Zwielicht. Dr. Schein ist mit einem weißen Transporter auf der Straße meiner Herkunft unterwegs. Sein Gesicht ist fahl, von kaltem Schweiß überzogen. Seine Haltung ist angespannt, leicht über das Lenkrad gebeugt. Es sieht so aus, als würde er gleich ohnmächtig! Er verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug, kommt von der Straße ab... und entsinkt meinem Blick.
Ich muss helfen! Ich muss hinlaufen! Aber ich fürchte, er könnte aufgrund seiner Verletzungen einen solch fürchterlichen Anblick bieten, der mich um den Verstand bringt. Ich traue mich nicht, mir das anzuschauen!

Nahe der Werkstätte halte ich nach den Nachbarn aus der Kinderzeit Ausschau! Ich will mir Unterstützung holen. Schnell, vielleicht benötigt Schein dringende Hilfe! Dann sehe ich die Kinderzeit-Nachbarn... mit leeren Blicken, ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen, wandeln sie daher. Man könnte meinen, sie schlafen mit offenen Augen. Scheins Unfall nahmen sie gar nicht wahr. Mit Ausnahmesituationen umzugehen, haben sie nicht gelernt. Es gehört nicht zu ihrem Programm, und so werden Vorfälle dieser Art völlig unbewusst ausgeblendet. In der Realität meiner früheren Nachbarn hat es gar keinen Unfall gegeben. Ich fühle mich hilflos und allein.

6
Feb
2008

Blutabnahme

Traum:
Im Krankenhaus; auf einer Liege im Untersuchungsraum. Am Fußende steht eine Ärztin. Sie nimmt mir Blut ab. Aus dem linken Arm und irgendwo zwischen den Füßen kommen Schläuche hervor. Sie füllt Ampulle um Ampulle mit dunklem Blut. Als ich nach rechts schaue, blicke ich wieder meinen Körper entlang, so als läge er 90° weiter nach rechts noch einmal da. Dort ist eine sehr entschlossene Ärztin tätig. Zack, zack, zack. Immer wieder stößt sie mir eine schmale Spritze in den Leib, die sich bald darauf mit Flüssigkeit füllt – mit glasklarem oder mit rotem Blut. Diese gefüllten Röhren stellt sie hochkant auf ein Tablett. Unzählige Male stieß sie bereits zu und es wird mir unangenehm. Mein Bauch beginnt zu spannen; ich beginne leise zu stöhnen. Sie macht eine unbeschwerte Bemerkung dazu und setzt die Arbeit fort. Irgendwann ist es vorbei, die Untersuchungen sind beendet. Die Ärztin, die mir große Mengen Blut durch die Schläuche abnahm, lächelt mir zu und sagt, sie wolle sich jetzt von mir verabschieden, denn wir würden uns nicht wieder sehen. Eine leise Freude keimt auf, denn ich verstehe es so, dass die Werte in Ordnung sind. Der Arzt, vielleicht ein Operateur, möchte auch nicht versäumen, sich zu verabschieden, damit ich nicht sauer bin – falls wir uns wieder sehen; in einem halben Jahr vielleicht? Ein leiser Schrecken gesellt sich zur Freude... in einem halben Jahr wieder sehen? Spricht er damit vielleicht eine Kontrolluntersuchung an? Eine dritte Ärztin, sie kommt von rechts, reicht mir ebenfalls die Hand. Sie schaut mich nachdenklich an und sagt bedauernd: „Leider können wir nichts dagegen machen, dass Sie Krebs haben.“ Damit bricht das ganze Hoffnungsgebäude zusammen. Es ist ganz schrecklich. Ich versuche noch, es mir zurechtzubiegen, aber wie soll das möglich sein bei so klaren Worten. Sie hat lange dunkle Haare, die sich in ganz weichen Wellen über die Schulter legen. Ihr Blick ist kühl, ihre Haut weich und hell.

5
Feb
2008

Polizei-Hubschrauber mit Fischflosse

Traum:
Telefonat mit Valerian, während dem ich hin und her gehe, dann und wann aus dem Fenster schaue. Offenbar lebe ich in einem Hochhaus, in einem der oberen Stockwerke. Einige Polizei-Hubschrauber – Silberweiß mit Blau – schwirren umher. Ich erzähle Valerian zwischendrin von den Hubschraubern, und dass mal wieder ein Einsatz stattfindet. Dann setzen wir die Unterhaltung fort. Immer wieder nähert sich einer der Hubschrauber, kreist nahe am Haus, fliegt über das Dach hinweg. Immer wieder fürchte ich, ein Hubschrauber fliegt direkt ins Haus hinein. Das Kreisen hört ja gar nicht mehr auf! Langsam erlebe ich das als bedrohlich und entferne mich einige Schritte vom Fenster. Nur um kurz darauf, von Neugier getrieben, einen weiteren Blick aus dem Fenster zu werfen. Gerade nähert sich ein ganz geschmeidig fliegender Hubschrauber. Sein Kreisen hat einen geringen Radius. Vom Aussehen her erinnert er mit seinem seitwärts gebogenen Hinterteil an einen Fisch – wie eine in der Luft schwimmende Schwanzflosse. Sehr elegant und von der Form her lässt er mehr und mehr an einen Delphin denken. Sein Kreisen ist allerdings so schnell, und immer schneller, dass es – zumindest nach meinem Empfinden – etwas Aggressives hat. Und das beunruhigt mich mehr und mehr. Gleich bekomme ich es mit der Angst zu tun.

3
Feb
2008

Tiger und bedrohliche Waschmaschine

Traum:
Hinter meinem Rücken läuft bereits seit einiger Zeit eine Radio- oder Fernsehsendung. Erst jetzt, als ich höre, dass meine Schwester moderiert, werde ich darauf aufmerksam. In diesem Augenblick kündigt sie an, dass F. Stoll die Moderation übernimmt. Ganz schnell drehe ich mich um, damit ich den Rest der Sendung noch mitkriege, aber es ist zu spät; die Sendung ist beendet. Echt schade, dass ich das verpasst habe.

Mit einem frischen Krankenhaus-Schlafanzug bekleidet, mache ich mich auf den Weg, gehe einen längeren Gang entlang, der vielleicht über einen verlassenen Saal hinweg führt. Dabei kommt ein Bild hoch – ich nehme es im linken Blickfeld wahr; etwa auf Höhe der Schläfe: ein prachtvoller Tiger kommt auf mich zu. Seine Schritte sind besonnen und gemächlich. Die zu erwartende Begegnung mit diesem kraftvollen Tier ängstigt mich etwas. Ich durchquere einen weiteren Raum und wieder kommt dieses Bild mit dem entgegen kommenden Tiger. Inzwischen haben wir uns einander genähert, es wird nicht mehr lange dauern, bis die reale Begegnung stattfindet. Möglich, dass mir jetzt mulmig wird.

Ich habe das Bett erreicht. Es ist ein Krankenhaus-Bett. Zwei weitere Betten mit Schlafenden stehen im Zimmer. Ich sitze auf der Bettkante, beide Hände um die Matratzenkante gelegt. Da höre und spüre ich es: das Vibrieren der Waschmaschine im Schleudergang. Immer durchdringender dröhnt es aus dem Keller hinauf. Oh nein, die Waschmaschine ist in Gang geraten! Angst erfüllt mich. Das Geräusch der Waschmaschine wird immer lauter, immer näher, immer durchschüttelnder! Langsam schwillt die die Angst zu Panik an. Als ich nun unter den Fingerspitzen meiner rechten Hand einen sich ausdehnenden Wasserfleck spüre, das Schleudergeräusch zu einem Getöse anschwillt, erfasst mich unsägliches Grauen... Bald wird mich die Waschmaschine überwältigen. Als ich überlege, dass nichts anderes Sinn macht, als sich dem Schicksal zu ergeben, bemerke ich, wie sich die ganze bedrohliche Unruhe aufzulösen beginnt. Oder bilde ich mir das nur ein?
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