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20
Mai
2008

Fußwaschung

Morschach

Traum:
Im Halbdunkel. Mein Vater lenkt das Auto. Meine Mutter auf dem Beifahrersitz. In diesem Moment fahren sie in eine kurze Fußgängerzone in einer kleinen Altstadt ein. Ich bin körperlos mit von der Partie; mein wahrnehmendes Ich befindet sich halb im Fahrzeug und halb außen. Deutlich bemerke ich die Vorfreude meines Vaters, als ein kurzer Regen einsetzt. Vor ihm auf der Straße liegt nämlich eine kleine Pfütze und ein Paar spaziert in der Nähe. Das Paar trägt Sommerschuhe und es ist Frühling! Das heißt, laut Straßenverkehrsordnung ist es Saison, und mein Vater darf ohne jegliche Bedenken durch die Pfütze preschen und die Fußgänger bespritzen. Diese Gelegenheit lässt er sich natürlich nicht entgehen. Das Paar bekommt eine kräftige Dusche an die Beine und schimpft daraufhin laut und wild gestikulierend. Dabei sehe ich Schuhe, Socken und ein Stück Bein des Mannes in Großaufnahme: sie sehen aus wie die des Dalai Lama bei seinem Besuch in Deutschland kürzlich. So nehme ich die nassen Schuhe und Socken mit Hilfe meiner Wahrnehmung an mich und trage sie über die Diele des Großelternhauses.

Dabei nehme ich im Off wahr, dass sich das Paar in der Fußgängerzone immer noch empört. An meinem Vater teleportiere ich folgende Botschaft: „Erkläre ihnen, dass die Verantwortung bei ihnen selbst liegt. Sie tragen Sommerschuhe und es ist Frühling; da gelten die Einschränkungen nicht, was das Durchfahren einer Pfütze anbelangt.“
Mein Vater probiert es, jedoch beruhigt sich das Paar immer noch nicht, so dass mein Vater erneut zu einer Erklärung ansetzt. Ich finde, das ist jetzt nicht notwendig! So rate ich ihm eindringlich, seinen Weg nun fortzusetzen, um keine Konfrontationsfläche mehr zu bieten. Auf diesem Weg wird es dann endlich Ruhe geben.

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