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Traumzeit

20
Jan
2008

Der riesengroße Mann

Traum:
Wie bereits einige Male zuvor sitzen einige Leute und ich zum geselligen Lernen beisammen. Heute geht es zu Ende. Während wir unsere Sachen packen, geht der Dozent umher und verteilt die übrig gebliebenen Honigportionierer. Mir gab er bereits eines: ein Stäbchen aus lasiertem Bambusholz mit zwei ineinander verschränkten ovalen Ringen am oberen Ende, die den Honig halten sollen. Nachdem der Dozent eine Runde gemacht hat, sind immer noch ein paar dieser Portionierer in seiner Hand; allerdings nur noch solche aus rotem Plastik. Er fragt, ob ich so eines haben möchte. „Nein danke, ich habe ja schon einen.“
„Nimm es dazu!“, bietet er an.
Naja, warum eigentlich nicht – für den Notfall oder so.

Aufbruch. Unentschlossen stehe ich da – welchen Weg soll ich nun einschlagen? An der gegenüberliegenden Seite des Raumes sitzt der Dozent mit zwei Teilnehmern am Tisch. Eigentlich sollte ich hingehen und mich persönlich von ihm verabschieden. Allerdings befürchte ich Eifersüchteleien seitens der anwesenden Teilnehmer, wenn ich ihm so viel Aufmerksamkeit schenke. Auf so etwas Ungemütliches habe ich keine Lust; weshalb ich mich ohne Abschied auf den Weg mache.

Es ist ein schmaler Gang, der aus dem Lernzimmer fort und zur Tür des Klassenzimmers führt. Dieser Gang ist ein Weg im Wald. Von hinten nähert sich einer der Teilnehmer und spricht mich wegen meiner Überlegungen zum Abschied an. Wir unterhalten uns also darüber. Huch, ist der Mann groß! Sicherlich gut 2,20 m. Während des Gesprächs schaue ich ihn, er geht an meiner linken Seite, mehrmals an. Mit jedem Male wird er größer und ich überlege, dass es sicherlich nicht angenehm ist, so groß zu sein – so auffällig, dass man vermutlich oft angestarrt wird.
Mann, der ist aber echt groß! Der ist viel größer als diese üblichen großen Menschen; mindestens drei Meter groß! Ob das ein glückliches Leben ist? An seiner Seite geht ein recht großer Hund mit hellem Fell. Ein solch großer Hund würde mir normalerweise großen Respekt , um nicht zu sagen: Angst , einflössen. Aber in Anbetracht der immensen Körpergröße des Mannes verliert diese Angst an Bedeutung. Eher ist es die Größe des Mannes, die mir langsam Angst einjagt!

Der Mann geht nun hinter mir, beugt sich über meinen Kopf hinweg, um mir ins Gesicht zu sehen, während ich erzähle. Er ist so groß, dass er – so hinter mir stehend – seinen Kopf vor meine Füße bringen könnte, ohne dass ich mich ducken müsste. Mir wird jetzt richtig mulmig zumute...

Dann erreichen wir das Ende des Ganges und gelangen an die zuvor erwähnte Klassenzimmertür. Hier treffe ich wieder mit dem Dozenten zusammen. Er ist in Begleitung zweier Frauen. Eine der Frauen trägt vier Weingläser in der Hand, die von Folie fest zusammengehalten werden. Der Dozent nimmt sich eine Flasche Rotwein und schaut mich eindringlich an. Er möchte, dass ich es sehe: wenn ich ihn ignoriere, dann vergnügt er sich eben mit den anderen Frauen. Sein Blick ist weich, seine Augen feucht, die Lidränder gerötet.

Vor der Reise durch den Tunnel

Traum:
Es wurde bereits einmal versucht, Mikes Reisegepäck zu stehlen. Zum Glück hatte er es rechtzeitig bemerkt.

In einem merkwürdigen Raum sitze ich mit den Älteren zusammen. Sie schauen mich besorgt an, da sie an die bevorstehende Reise denken, die Mike, Moina und mich nach Hause, nach Frankfurt, bringen wird. Ganz unbekümmert will ich ihnen die Sorge nehmen und sage: „Ach, wir fahren doch dieses Mal mit der Bahn! Macht euch mal keine Sorgen, die bringt uns sicher hin.“ Nach fünf Stunden Zugfahrt dürften wir zuhause sein.

Der Ältere berichtet von Unruhen, wie es in den Nachrichten angekündigt wurde. In der langen Tunnelpassage würden Ganoven die Bahn anhalten, die Beleuchtung ausschalten und im Schutze der Dunkelheit die Koffer der Reisenden plündern.
Oh nein! Ich spüre die Bedrohung, die von einer solchen Situation ausgehen dürfte. Und dann in dem langen Tunnel... keine Möglichkeit zu entrinnen! Ausgeliefertsein! Und sollte man sich zur Wehr setzen, muss man womöglich mit Gewalteinwirkungen rechnen! Oje, davon wusste ich ja noch gar nichts!! Wie wahrscheinlich ist es denn, dass so etwas eintritt?

Ich werfe einen Blick aus dem Fenster. Dort draußen der Vorplatz eines Hauptbahnhofs. Mike kommt gerade aus dem Haupteingang. Er holte die Koffer aus dem Schließfach, um unsere Abreise vorzubereiten. Nun stellt er fest, dass sein kleiner Koffer geplündert wurde – er ist völlig leer! Darin hatte er seinen aktuellen Traumordner und einige Souvenirs aufbewahrt, die wir gemeinsam erstanden haben. Alles weg! Mike wird total wütend und beschimpft den Ganoven laut und ungehemmt. Etwas weiter weg – ich stehe einige Schritte entfernt von Mike hier – sitzen zwei Frauen, die einander sehr ähnlich sehen, auf einer Mauer. Eher mit dem Rücken zu mir, aber sie schauen sich verstohlen um. Sie sind mit unseren Souvenirs bekleidet. Das heißt, sie tragen Kleidung in den Farben Mattgold und Creme. Sie genieren sich noch nicht einmal, schauen neugierig und missgünstig zu mir.

Dann stehe ich wieder bei Mike und ein Gefühl tiefster Betroffenheit durchfährt mich, als ich in den leeren Koffer blicke. Vor allem der Ordner mit den Träumen ist durch nichts zu ersetzen. Es ist so schrecklich, ein solcher Verlust – es tut mir so sehr leid für ihn. Es schmerzt so sehr, dass ich noch nicht einmal weinen und keine Worte des Trostes für ihn finden kann.

Menschenfresser-Soße

Traum:
Mike, Moina und ich fahren mit einem Boot eine stark geschwungene Halbröhre aus Plastik entlang, die durch ein weites Gelände führt. Das ganze erinnert etwas an eine Bobbahn. Zwischendrin stoppen wir an einem Stand. Mike möchte eine Kleinigkeit zum Essen kaufen. Eine süße und eine salzige Tarte stehen zur Auswahl. Ich wähle die süße Variante mit Quark und hoffe, es ist nicht zu süß. Der Verkäufer legt ein Stück auf einen Teller und gibt eine kleine Portion Soße dazu. Die Soße ist quietschrot und enthält gedünstete Obststückchen. Er nennt dazu den Namen der Soße: Menschenfresser-Soße! Uhhh, hätte ich das gewusst, ich hätte mir diese gruselige Sache erspart und lieber gar nichts gegessen. Ich hatte ja eh keinen Appetit.

Mike nimmt von der salzigen Tarte. Die Fahrt geht weiter. Mike und Moina fahren in ihrem Wagen voraus. Ich würde gerne die Vordermenschen, die mich von Mike trennen, überholen, aber in so einer engen Spur ist das nicht möglich, obwohl ich es mehrmals versuche.

Dann sehe ich Mike und Moina vor einem Speiselokal. Sie sind ausgestiegen, suchen die Toilette auf. Endlich komme auch ich an, gehe zu einem Tisch unter freiem Himmel und warte auf die Beiden, um mit ihnen zu essen. Sie kommen nur wenige Augenblicke später. Ich spüre inzwischen eine immense Unruhe in mir, bin voller unbenennbarer Ängste – mein Erleben beginnt mehr und mehr einem Albtraum zu ähneln.

Notiz:
Ich wache an diesem Morgen völlig erschöpft und verängstigt aus den Träumen auf.
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