Zeitgeist

Juli 2007
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 
 2 
 
 
 
 
 
 

Aktuelles

Verlockend ist es ja......
Verlockend ist es ja... Mein Traum-Ich ist allerdings...
Traumzeit
Vielleicht
wissen die Traumschwestern ja besser, was gesund ist....
zuckerwattewolkenmond
Puh
lieber Herr B&M, nun atme ich auf. Sicherlich fehlte...
Traumzeit
Liebe Frau Traumzeit,...
Liebe Frau Traumzeit, Sie haben recht: Nie würde...
books and more
Liebe Audrii, ja, ich...
Liebe Audrii, ja, ich habe den Eindruck, dass dies...
Traumzeit

7
Jul
2007

Altern und Selbstverletzung

Traum:
Auf dem Weg zum Haupteingang des Frankfurter Bahnhofs. Ich nehme den Weg direkt am Gebäude und komme dabei an zwei mädchenhaft wirkenden Frauen vorbei. Sie sitzen auf Schaukeln, die an langen Seilen am Bahnhofsdach hängen und dabei an Himmelsschaukeln denken lassen. Eine der Frauen streckt ihr Bein aus und tritt mich beim Vorwärtsschwung mit ihren spitzhakigen Pumps. AUA!!
Sie lacht, lehnt sich zurück, hängt sich lässig hinein und schaukelt mit vergnügtem Glucksen weiter. Diese Frau ist etwa so alt wie ich, ihre braunschwarzen Kräuselhaare sind schulterlang, etwas struppig und von erstem Grau durchzogen, das fast etwas aufgepudert wirkt. Die Waden grazil und doch muskulös. Ihr sichtlich straffer und elastischer Körper ist für das mädchenhafte Kleid, das sie trägt, wie geschaffen. Der helle Stoff mit den großen grauen Blumen bildet einen hübschen Kontrast zu ihre milchkaffeebraunen Haut. In ihren schwarzen Augen blitzt es vor Vergnügen. Aber ihr Gesicht... dort hat sich das Alter eingezeichnet. Eine alternde Frau, deren Lebensfreude vermuten lässt, es sei ihr völlig egal, dass das Altern sie gnadenlos ihrer jungen Schönheit beraubte.

Eigentlich sieht sie, ihrem Alter entsprechend - welch Hohn in einer solchen Aussage liegt! -, noch ganz gut aus, aber inzwischen hat sie mir nochmals einen schmerzhaften Tritt mit dem spitzen Absatz verpasst. Durch den heftigen Schmerz, den sie mir böswillig zufügt, stößt mich ihr altes Gesicht immer mehr ab. Sie lacht ungerührt! Ihrem Gesicht ist abzulesen, dass es ihr Freude macht, mich gleich nochmals zu treten. Zornig und autoritär brülle ich: „Lass es sein!!!“ und gehe weiter. Da, wieder ein Tritt in den Hintern. Es ist ein brutaler Schmerz, der tief geht. Dabei war ich fast an den Schaukeln vorbei! Ich drehe mich um, mit angespannten Schultern und geballten Fäusten und schreie: „Verdammt, Du lässt das jetzt sein!!!“ Ihre ganze Haltung, an der sich nichts ändert, weist darauf hin, dass sie so wie bisher weitermachen wird. Ich gerate langsam in Rage und kann nur mit Not einen kreischenden Unterton verhindern, als ich sie nochmals auffordere, mich nicht mehr zu treten. Als auch diese nochmalige Aufforderung nichts bewirkt, steigt ein Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit auf. Ein Gefühl, als wäre ich kurz vor dem Zusammenbruch.

Endlich erreiche ich die Bahnhofsvorhalle und suche die Toilettenräume auf. Ich stehe noch vor den Toiletten und richte meine Klamotten als Carl eintritt. Wir haben uns seit zwei oder drei Jahren nicht mehr gesehen. Wie schön, ihn wiederzusehen! Er umfasst meine Schultern, begrüßt mich und nach einem kurzen Blick in mein Gesicht meint er: „Damals, als Du noch richtig hübsch warst, ... ... ...“ Inzwischen habe ich nach rechts zu den alten Toilettentischchen gegriffen und mir den dort abgelegten alten Nassrasierer genommen. Er liegt schwer in meiner Hand. Mit einem gemurmelten „Du entschuldigst...“ greife ich direkt vor Carl vorbei zur Tür und schiebe sie so weit ran, dass niemand der draußen Vorübergehenden hineinschauen kann. Dann hebe ich meinen kurzen Rock und schiebe den Rasierer in den Slip, um ihn schließlich – mit dem Rasierkopf voran – wie einen Tampon einzuführen. Carl wird es sicher nichts ausmachen, dass ich das in seiner Gegenwart mache. In seinem Alter hat man genug mit Frauen zu tun gehabt, so dass er sich daran nicht stören wird. Der Rasierer ist hart, kalt und sehr lang. Ich bekomme ihn nicht tief genug hinein und der letzte Zentimeter drückt nun am Scheideneingang. Zurück bleibt das anhaltende Gefühl eines kalten medizinischen Eingriffs. Ach ja, nun spricht er so! Er, der anfangs so viel Wert darauf legte mich wissen zu lassen, es gehe ihm nur um meine inneren Werte! Es tut weh...

Nun war ich abgelenkt und habe Carls letzten Worte gar nicht mitbekommen. Inzwischen habe ich mich halb abgewendet, um meine Sachen zu nehmen, die noch auf der Ablage stehen. Carl nimmt mich wieder bei den Schultern, zieht mich etwas näher zu sich. Sein Griff ist sanft und warm - angenehm. Er beteuert: „Du weiß schon, wie ich das meine! Meine Liebe, Du hast so viel gearbeitet, Du hast so viel getan!!“ Damit möchte er jetzt seine Aussage mildern, um mir nicht weh zu tun und um Verständnis zu bekunden. Tief in mir ein Schmerz, der meine Worte in ungeweinten Tränen erstickt und mich sprachlos macht. Ich nicke und bringe ein kleines Lächeln hervor, weiß ich doch zu schätzen, dass er von Herzen gut zu mir ist.

Aus dem Off der Toilettenräume höre ich die Stimme des Traum-online-Administrators: „Ich habe da noch eine Menge Fotos auf Lager. Daraus ließe sich sicher ein animierter Film erstellen.“ Ein Angebot für Carl. Aber Carl lehnt dankend ab. Er selbst habe noch viele Fotos, die er erst einmal verwenden könne.

Notizen:
Da bin ich sicher, hier sind noch viel mehr Momentaufnahmen, die sich aneinanderfügen lassen und hintereinander abgespielt gut erkennen lassen, welcher Film in mir abgeht, sobald kritische Punkte berührt werden.
Dieser Traum macht mir bewusst, dass ein selbstverletzender Film abspult. Zudem brachte mich dieser Traum in Kontakt mit dem schneidenden Schmerz, der dadurch ausgelöst wird, den ich bisher aber erfolgreich aus meiner Wahrnehmung verbannen konnte.

Verwandte Träume:
Den Rock aus diesem Traum trug ich erst kürzlich.
Weiße Mädchen auf Schaukeln

Zementarbeiter am Hochhaus

Traum:
Körperlos, hoch oben an einem Hochhaus. Ein Rohbau. Der Blick ginge weit über die Stadt. Doch anderes schiebt sich ins Blickfeld. Ein Mann mit kanarigelbem Schutzhelm arbeitet auf dem Gerüst. Im Gesicht des Arbeiters ein Lächeln der Arbeitsfreude, mit vor Anstrengung und Konzentration aufeinander gepressten Lippen. Mit dem rechten Arm an einem kurzen Seil hangelnd, wirft er mit der Maurerkelle Zementfladen nach unten. Vermutlich in eine nach oben offene Mauer hinein, die ein paar Etagen tiefer endet und von hier aus nicht zu sehen ist. Ich wundere mich über seine Kraft und Ausdauer. Wundere mich, dass seine Kraft nicht erlahmt! Denn es kostet sicher viel Kraft, seinen Körper mit einem Arm zu halten, nach vorn zu schwingen, und den Zement präzise zu platzieren?! Trifft er überhaupt den Punkt oder platscht es daneben? Warum kniet er nicht auf dem Gerüst und arbeitet von dort aus? Dann aber sehe ich, dass er auf einem Brett sitzt, das – ähnlich einer Schaukel – an Seilen von einem riesigen Kran gehalten wird. Immer wieder setzt er sich auf die gestapelten Gewichte aus quadratischem Beton und steht beim Vorschwingen auf, um den Zement hinab zu werfen. Der Kran hält ihn!

Es macht mich nachdenklich. Ob dies wohl auf ähnliche Weise mit dem Verdrängten geschieht? Einfach nassen Zement darauf flatschen und es – was auch immer, denn ich kann es von hier aus nicht erkennen – verschwindet auf Nimmerwiedersehen, da ja weiter aufgebaut wird.
Ein Gefühl der Anstrengung und Ratlosigkeit bleibt zurück.
und ich wache auf.

Weitergedacht…
wäre es fast unmöglich später in einem solchen Hochhaus nach etwas Verdrängtem zu suchen. Bald kommt Putz und Farbe drauf und niemand wüsste, wo man Hammer und Meißel ansetzen müsste, um es ins Licht zu holen. Also käme nur ein Komplettabriss in Frage. Ein neu erstelltes Hochhaus komplett abreißen? Das ist doch Wahnsinn. Oder sollen solche Argumente nur vor einem erkenntnisreichen Zusammenbruch schützen? Nee, von einem Abbruch und Zusammenbruch spricht der Traum nicht, sondern es wird ja munter aufgebaut.
logo

Traumzeit 3.0

Jetzt noch mehr Traumkraft

Tatbestand

Seit 904 Nächten
2034 Beiträge

Kram

Me
Somnios Traumdeutung
Wie wird man Traumberaterin?
Kontakt
TraumPod
Spurensuche
Wunschzettel
Datenschutzerklärung

"Vieles hätte ich verstanden, wenn man es mir nicht erklärt hätte."
(Stanislaw Jerzy Lec)

Reader

Und sonst?

Traumhörspiel

Tipp aus dem traumhaften Tonstudio
Diese Nacht träumte ich: Halbdunkel. Vor dem Hintergrund...
Marianne Masters - 2008/06/16 22:25
Kuate Sundance
Heute ein hochemotionaler Traum, der sehr wichtig für...
Marianne Masters - 2008/06/12 22:32
Der Uhrmacher
Ein Traum erinnerte mich daran, dass ich mir mal ein...
Marianne Masters - 2008/06/05 23:20

Hallo!

Zur Anmeldung geht es

Statistik



Abgründe
Ahnen
Alkohol und Opium
Alptraum
Angst
Animation
Ärgernisse
Astrologie
Ätherisches
Auf Abwegen
Auto
Babys
Bilder und Fotos
Bildschirm
Blickwinkel
Bücher
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren

Werbung: Reiseberichte